Berlin Unglückssträhne geht weiter: Boeing zieht Antrag auf Freistellung der MAX 7 zurück
Nach zahlreichen Zwischenfällen mit Boeing Maschinen scheint der US-Flugzeughersteller das Schlamassel noch immer nicht überwunden zu haben. Das Unternehmen zieht nun den Antrag auf eine Sicherheitsfreistellung einer anderen 737-Reihe zurück. Was es damit auf sich hat.
Der krisenanfällige Flugzeugbauer Boeing hatte Ende letzten Jahres noch versucht, das Zulassungsverfahren eines neuen Typs – der 737 MAX 7 – zu beschleunigen. Um das zu erreichen beantragte das Unternehmen eine Ausnahmegenehmigung für die Sicherheitszertifizierung der längeren Flugzeug-Version.
Aufgrund des vor kurzem stattgefundenen Zwischenfalls mit einer 737 MAX 9 von Alaska Airlines und erneuter Kritik an der Sicherheitspraxis hat Boeing nun beschlossen, den Antrag auf eine Bestätigung der Sicherheit für die 737 MAX 7 zurückzuziehen.
„Während wir zuversichtlich sind, dass die vorgeschlagene temporäre Ausnahme für dieses System den etablierten FAA-Prozessen folgt, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, werden wir stattdessen eine technische Lösung einführen, die während des Zertifizierungsprozesses abgeschlossen wird“, teilte das Unternehmen mit, wie die Agentur Reuters berichtet.
Auch die Vorsitzende der Luftfahrt-Untersuchungskommission sprach sich vergangene Woche gegen den Antrag von Boeing aus. Sie legt dar, dass die von Boeing beantragte Ausnahmegenehmigung ein Enteisungssystem beträfe, „das überhitzen und dazu führen könnte, dass sich die Triebwerksgondel löst und abreißt.“ Es hätte dazu kommen können, dass „Trümmerteile in den Rumpf eindringen und Passagiere auf Fensterplätzen hinter dem Flügel gefährdet werden“.
Mit der Ausnahmegenehmigung hätten die Maschinen vorzeitig in den kommerziellen Betrieb gehen können. Der vor kurzem noch betroffene Maschinentyp 737 MAX 9 darf mittlerweile wieder fliegen.