Vielschichtige Gründe  Trainer Mühlenbrock hört im Sommer beim SV Wallinghausen auf

| | 25.01.2024 16:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit dem Gewinn des Ostfriesland-Cups landete Ewald Mühlenbrock (rechts) im vergangenen Sommer mit dem SV Wallinghausen einen großen Erfolg. Foto: Doden, Emden
Mit dem Gewinn des Ostfriesland-Cups landete Ewald Mühlenbrock (rechts) im vergangenen Sommer mit dem SV Wallinghausen einen großen Erfolg. Foto: Doden, Emden
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Der Fußball-Bezirksligist hat die Nachfolger-Suche bereits aufgenommen. Noch-Trainer Mühlenbrock schlägt wegen der Entwicklung im Fußball Alarm.

Wallinghausen - Die Personalplanungen bei den Fußball-Bezirksligisten nehmen Fahrt auf. In dieser Woche verkündeten mit Germania Wiesmoor und dem TuS Hinte zwei Klubs, dass sie mit dem Trainer auch in die kommende Saison gehen werden. Jetzt steht auch der erste für den Sommer geplante Trainerwechsel fest: Ewald Mühlenbrock wird beim SV Wallinghausen nach zwei Jahren als Coach aufhören. Das bestätigt er auf Nachfrage. Bereits vor einigen Wochen informierte Mühlenbrock den Sportlichen Leiter Jannes Hagena, sich so langsam auf den Weg zu machen, einen Nachfolger für ihn zu finden. Die Bezirksliga-Mannschaft erfuhr beim Winter-Trainingsauftakt von der Entscheidung ihres Trainers, im Sommer kürzer treten zu wollen.

Der SV Wallinghausen beginnt nun mit der Nachfolgersuche für Mühlenbrock. „Wir haben drei, vier Kandidaten im Kopf“, verrät Jannes Hagena. Diese kämen zum Teil aus den eigenen Reihen, aber auch von außerhalb. Hagena betont, wie sehr er den Entschluss von Mühlenbrock bedauert. „Wir sind Ewald sehr dankbar und verstehen seine Gründe. Er hat unsere 1. Herren in einer nicht ganz so leichten Phase übernommen, als Corona vorherrschte und wir gucken mussten, wie wir unseren Kader für die Bezirksliga zusammen bekommen“, führt Hagena aus.

Mühlenbrock spricht veränderte Werte an

„Ewald hat viele A-Jugendliche im Team eingebaut und uns zu einem absolut etablierten Klub in der Bezirksliga gemacht.“ Mehr noch. Der SV Wallinghausen wurde in der vergangenen Saison Dritter und gewann im Sommer den hoch dotierten Ostfriesland-Cup. In dieser Spielzeit rangiert der SVW auf Rang zehn. „Unser Ziel ist ein Platz zwischen Rang zwei und 13. Wir wollen nicht aufsteigen, weil das für den Verein von der Gesamtstruktur nicht passt, und nicht absteigen, um sportlich attraktiv für Talente zu bleiben“, erzählt Ewald Mühlenbrock, der den Trainerjob bis zum Sommer „mit demselben Herzblut wie bisher“ ausüben möchte.

Danach aufzuhören, habe vielschichtige Gründe, so Ewald Mühlenbrock. „Ich bin nun 60 Jahre alt, die Mannschaft ist jung. Ich bin der Meinung, dass sie einen jüngeren Trainer haben sollte als ich es bin“, führt Mühlenbrock als Erstes aus, ehe er weiter ausholt. „Gewisse Werte haben sich mit der Zeit einfach verändert. Das ist nicht unbedingt immer meins“, sagt Mühlenbrock, ohne näher ins Detail gehen zu wollen. Gemeint sind neben Spielern auch Vereine beziehungsweise die Sportlichen Leitungen der Klubs.

Sorge wegen fehlendem Fußball-Nachwuchs

„Mittlerweile bist du als Trainer ja nicht nur mit der Vorbereitung von Trainingseinheiten und Spielen beschäftigt. Du musst auch zwischendurch immer wieder Brände löschen. Vermeintlich bessere Teams rufen Spieler an, um sie von einem Wechsel zu überzeugen. Tiefer spielendere Mannschaften fühlen bei Spielern vor, die vielleicht gerade mal auf der Bank sitzen. Es wird vielmehr an Spielern gebaggert als früher.“ Ein Grund dafür leuchtet Mühlenbrock ein: „Es fehlt in den Klubs einfach der Nachwuchs. Und das wird noch schlimmer werden.“ Zudem missfällt Ewald Mühlenbrock der gefüllte Spielkalender. „Von März bis Anfang Juni an die 20 Spiele zu bestreiten, ist doch der Wahnsinn. Wie sollst du das als Amateur machen? Jedes Wochenende und an den Feiertagen stehen Spiele an. Da bleibt kaum bis keine Zeit, mal mit meiner Frau eine Radtour zu machen.“

Eine kleine Hintertür lässt Ewald Mühlenbrock sich und dem SV Wallinghausen aber offen: „Ich gehe fest davon aus, dass ein passender Trainer gefunden wird, der ohne finanzielle Mittel hier etwas bewegen will. Doch sollte sich partout nichts ergeben, bin ich der letzte der den Verein hängen lässt.“

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