Berlin  Pannenserie setzt sich fort: Boeing-Maschinen dürfen wieder fliegen

Juliane Landwehr
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Von Juliane Landwehr
| 25.01.2024 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach mehreren Beinahe-Katastrophen sollen die Flugzeuge des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing wieder in die Luft dürfen. Foto: IMAGO images/ZUMA Wire
Nach mehreren Beinahe-Katastrophen sollen die Flugzeuge des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing wieder in die Luft dürfen. Foto: IMAGO images/ZUMA Wire
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Technische Vorfälle an Boeing-Maschinen häufen sich: ein herausgebrochenes Rumpfteil, ein Sprung im Fenster, ein brennendes Triebwerk. Jetzt sollen die vorübergehend gestoppten Flugzeuge wieder fliegen dürfen. Was dazu bekannt ist.

Mehrere Zwischenfälle mit Flugzeugmaschinen des US-amerikanischen Herstellers Boeing haben viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Insbesondere der Vorfall am 5. Januar, bei dem ein Rumpfteil aus einer Boeing 737 Max 9 brach. Nun genehmigte am Mittwochabend die US-Luftfahrtbehörde FAA die Inspektionen der Boeing-Maschinen.

Rund 170 Flugzeuge des Typs sind weltweit im Einsatz. Allein im Januar gab es mehrere Vorfälle, die bewirkt haben, dass die Maschinen dieses Typs vorerst am Boden bleiben müssen.

Acht Tage nach dem viral gegangenen Vorfall mit dem herausgebrochenen Rumpfteil, bei dem glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt wurde, kam es zur nächsten Panne: Bei einer Boeing 737 bei einem Inlandsflug in Japan riss eine Fensterscheibe des Cockpits ein, woraufhin die Maschine umdrehen musste. Nur vier Tage später musste eine Boeing 737 mit dem US-Außenminister Antony Blinken an Bord aufgrund eines kritischen Lecks im Sauerstoffsystem in Zürich statt in den USA landen.

Am 19. Januar fing das Triebwerk eines Cargo-Flugzeugs – eine Boeing 747-8 Maschine – mit fünf Personen an Bord Feuer. Das in Miami gestartete Flugzeug kehrte um für eine Notlandung. Einen Tag später verlor eine Boeing-757-Maschine kurz vor dem Start in Atlanta ein Rad. Die Passagiere mussten in ein Ersatzflugzeug umsteigen.

Wie von der Behörde FAA angewiesen, müssen die betroffenen Flugzeuge sowie alle anderen des Typs ausführlich überprüft werden. Dabei wurden auch bei weiteren Maschinen unter anderem lose Befestigungsteile entdeckt. „Dieses Flugzeug wird nicht betrieben werden, bevor der Prozess komplett ist und Konformität mit dem ursprünglichen Design bestätigt wurde“, erklärte die FAA.

„Wir werden jedes Max-9-Flugzeug erst dann wieder in Betrieb nehmen, wenn dieser sorgfältige Inspektionsprozess abgeschlossen ist“, versicherte United-Spitzenmanager Toby Enqvist. Ab Sonntag sollen die ersten Flugzeuge laut United Airlines wieder starten. Am Freitag will Alaska Airlines wieder Boeings starten lassen.

Doch auch wenn Boeing sich langsam wieder von den Schocks erholt, haben die Vorfälle langfristige Konsequenzen für das Unternehmen. Beispielsweise werde die FAA vorerst keinen weiteren Ausbau der Produktion von allen Modellen der 737 Max genehmigen. „Das bedeutet, dass Boeing weiterhin die aktuelle monatliche Menge produzieren kann, diese Menge aber nicht erhöhen kann“, klärte die FAA gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters auf. Whitaker betonte: „Für Boeing wird es keine Rückkehr zur Normalität geben“.

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