Hamburg Vegan gleich gesund? Warum das bei Fleisch-Ersatzprodukten nicht immer stimmt
Ob Schnitzel, Burger oder Aufschnitt: Vegane Fleisch-Ersatzprodukte werden immer beliebter. Allerdings sind die pflanzlichen Alternativen nicht immer eine gesunde Wahl, wie eine Untersuchung zeigt. Zwei Produkte schnitten besonders schlecht ab.
Die Deutschen essen immer weniger Fleisch und greifen dafür öfter zu veganen oder vegetarischen Ersatzprodukten. Das geht aus dem Ernährungsreport 2023 des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor. Während die meisten Kunden aus Neugier, Klima-, oder Tierschutzgründen zum Sojaschnitzel greifen, tun es 48 Prozent aus gesundheitlichen Gründen.
Dass eine vegane Ernährung gesund ist, haben Studien vielfach bewiesen. Allerdings kommt es stark darauf an, wie genau man sich als Veganer ernährt. Greift man oft zu Fleisch-Ersatzprodukten, ist die eigene Ernährung unter Umständen gar nicht so gut. Darauf deutet eine Untersuchung des Vereins Foodwatch hin.
Für diese hat Foodwatch 15 beliebte vegane Fleischersatzprodukte untersucht und für sie die Nutri-Scores berechnet. Dabei werden Lebensmittel anhand einer Buchstabenskala bewertet: Ein grünes A ist sehr gut, ein rotes E ist schlecht. Das Ergebnis von Foodwatch ist ernüchternd: Nur zwei Produkte erhielten eine grüne Bewertung, mehr als die Hälfte dagegen eher eine schlechte Bewertung.
Besonders gut schnitten das „Veggie Hack“ von Endori und das „Like Chicken“ der Firma Like Meat ab – beide bekamen ein A. Das vegane „Virgina-Steak“ von Wheaty enthielt dagegen recht viele gesättigte Fettsäuren, während die „Snack Salami Style Klassik“ von Billie Green neben viel gesättigtem Fett auch viel Salz enthielt. Beide Produkte bekamen ein rotes E. Die übrigen Produkte landeten zwischen diesen Polen.
Das Problem vieler Fleischersatzprodukte ist dabei laut Foodwatch klar: Es handelt sich bei ihnen um stark verarbeitete Lebensmittel, die Aromen und Zusatzstoffe enthalten. Es sei grundsätzlich gesünder, auf möglichst frische und unverarbeitete Lebensmittel zurückzugreifen.
Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung: Auch bei veganen Produkten nutzen die Hersteller Tricksereien, um ihre Kunden in die Irre zu führen. So bewirbt die Rügenwalder Mühle ihre vegane Schinkenspicker Mortadella auf der Vorderseite der Packung mit der Aussage „Auf Basis von Sonnenblumenkernen“. Schaut man sich die Zutatenliste an, ergibt sich aber ein anderes Bild. Die Wurst erhält gerade einmal zwei Prozent Sonnenblumenprotein. Hauptzutaten sind Trinkwasser, Rapsöl und Bambusfasern.