Osnabrück Wodarg & Co: Das sagen drei der härtesten Corona-Kritiker heute
Während der Corona-Pandemie zählten Wolfgang Wodarg, Andreas Sönnichsen und Stefan Hockertz zu den prominentesten Kritikern der Eindämmungsmaßnahmen und wurden dafür massiv angefeindet. Was sagen die drei Promis ihrer Szene heute?
Als sich die meisten Virologen und Epidemiologen über die Gefahr durch das Corona-Virus weitgehend einig waren, sorgten sie für Widerspruch: Die Mediziner Wolfgang Wodarg, Andreas Sönnichsen und Stefan Hockertz attackierten die Eindämmungsmaßnahmen hart und wurden dafür auch in verschwörungstheoretischen Milieus gefeiert.
Wir haben die drei Kritiker jetzt, wo die Pandemie vorbei ist, nach ihrer Meinung im Rückblick gefragt. Hier kommen ihre Antworten:
„Mit meinen epidemiologischen und medizinischen Einschätzungen lag ich von Anfang an richtig. Ich habe aber Anfang 2020 gedacht, es sei lediglich ein weiterer unverschämter Versuch der Pharma-Branche und ihrer Investoren, sich mithilfe gefügiger Regierungen und der WHO aus Steuergeldern zu bereichern. Ein mit militärischer Hilfe geplantes Massenexperiment mit Nano-Partikeln und Gentechnik bei Milliarden gesunder Menschen habe ich nicht für möglich gehalten.“
Kontext: Covid-Impfstoffe enthalten sogenannte „Lipid-Nanopartikel“: kleine Fettkörperchen, die seit mehr als 20 Jahren als Träger von Arzneistoffen und Impfungen eingesetzt werden. Sie umhüllen die mRNA der Impfstoffe und ermöglichen so die Aufnahme in die Zelle. Lipid-Nanopartikel gelten als biologisch abbaubar und daher als sicher, weil sie mit körpereigenen Lipiden „identisch beziehungsweise sehr ähnlich“ sind, so das Paul-Ehrlich-Institut. mRNA-Impfstoffe gelangen nicht in den Zellkern und können das menschliche Erbgut daher nicht verändern. Corona-Impfstoffe enthalten zudem Rest-DNA, die für die Herstellung der mRNA notwendig ist. Berichte, nach denen diese Rest-DNA aus der Herstellung in den Zellkern gelangen und das Erbgut verändern können, hat das Paul-Ehrlich-Institut als falsch zurückgewiesen. Ob menschliche DNA überhaupt durch Impfstoffe verändert werden kann, ist unklar. Hinweise gibt es dafür bislang nicht.
Wodarg weiter: Außerdem „setzte man auf Verängstigung, zensierte und diffamierte jedes In-Frage-Stellen und nötigte Kinder und Erwachsene zu wissenschaftlich erwiesenermaßen unsinnigen Maßnahmen. Mich erschreckt bis heute das mögliche Ausmaß von Kritikverlust, Hörigkeit und institutioneller Korruption bei Ämtern, vielen Wissenschaftlern, Journalisten, Ärzten und NGOs.“
„Ich habe mich immer für individuelle Impfentscheidungen eingesetzt, weil ich weiß, dass alle früheren Seuchen höchstens marginal durch Impfprogramme entschärft wurden. Deshalb halte ich jetzt ein Innehalten und ein Zweifeln am Nutzen neuer Produkte sowie die ehrliche Aufarbeitung der angerichteten Schäden für notwendig.“
Kontext: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Gesundheitsorganisationen wurden Impfungen in der Vergangenheit erfolgreich zur Bekämpfung von Seuchen eingesetzt. Zu den Corona-Impfstoffen betrachtete die WHO mehr als 90 Studien über die Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe in der praktischen Anwendung (also außerhalb von klinischen Studien) und belegte deren Wirksamkeit. Allerdings ist umstritten, wie die Wirksamkeit von Impfstoffen grundsätzlich gemessen wird.
Wer meint, an einem Impfschaden zu leiden, kann beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Entschädigung stellen. Nach einer Abfrage unserer Redaktion haben das bislang 11.827 von 64,9 Millionen zumindest ein Mal gegen Corona geimpften Menschen in Deutschland getan. Das ist eine Quote von 0,018 Prozent. 467 Schäden durch eine Corona-Impfung wurden bislang behördlich anerkannt.
„Das Virus war halb so schlimm – die Gefahr wurde maßlos übertrieben, um den Menschen die Impfung als einzig mögliche Lösung zu verkaufen. Es gab nie eine nennenswerte Überlastung der Krankenhäuser. Die Maßnahmen waren größtenteils überflüssig und haben weit mehr geschadet als genützt.“
Kontext: Eine flächendeckende Überlastung der Krankenhäuser gab es zu keinem Zeitpunkt der Pandemie. Andere Experten weisen darauf hin, dass die Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens sowie die Impfungen die Zahl der Neuinfektionen gebremst beziehungsweise zu weniger schweren Krankheitsverläufen geführt haben - und damit auch die Zahl der Patienten, die gleichzeitig eine Intensivpflege benötigten.
Sönnichsen findet außerdem: „Die Gesellschaft wurde massivst gespalten und nicht linientreue Menschen wurden ausgegrenzt, diffamiert, haben ihren Job verloren und so weiter. Der Staat hat faschistoide Züge angenommen und es besteht überhaupt keine Bereitschaft zu einer ehrlichen Aufarbeitung.“
Zum Impfen: „Die Impfung ist meiner Meinung nach der größte Medizinskandal aller Zeiten und stellt Contergan weit in den Schatten. Ein Verbrechen! Die mRNA- und Vektorimpfstoffe müssen sofort vom Markt genommen werden. Die Evidenz, dass sie mehr schaden als nützen, ist mittlerweile erdrückend. Die Gefahr ist allerdings groß, dass andere neue ‚Pandemien‘ aus dem Hut gezaubert werden. Das Geschäftsmodell Corona-Pandemie hat hervorragend funktioniert, um die Konzerne zu bereichern und die Superreichen noch reicher zu machen.“
Kontext: Der Bundesverband Contergangeschädigter geht davon aus, dass in Deutschland etwa 5.000 contergangeschädigte Kinder zur Welt kamen. Die Zahl anerkannter Schäden durch eine Corona-Impfung liegt laut einer Abfrage unserer Redaktion aktuell bei 467. Viele klinische Studien haben die Wirkung von Covid-Impfstoffen nachgewiesen. Pharmaunternehmen haben mit dem Vertrieb von Covid-Impfstoffen Rekordgewinne eingefahren.
Hockertz: „Aus wissenschaftlicher Sicht war und ist Corona eine mit der Influenza vergleichbare Atemwegsinfektion, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Schon im März 2020 war es renommierten Wissenschaftlern klar, dass SARS-CoV-2 eine ähnliche Infektionsrate, einen ähnlichen Verlauf und eine ähnliche Mortalitätsrate wie Influenzaviren hat.“
Kontext: Covid-19 und Influenza sind sich sehr ähnlich: Beides sind Atemwegserkrankungen, beide werden über Aerosole übertragen und verlaufen für Immungesunde selten tödlich. Es gibt aber wichtige Unterschiede: Während Influenza meist die Atemwege betrifft, kann bei COVID-19 fast jedes Organ erkranken. Zudem liegt die Infektionsrate von COVID-19 höher als die der Influenza. Das liegt auch an der längeren Inkubationszeit, also der Zeit zwischen Übertragung und ersten Krankheitssymptomen. Bei Covid-19 beträgt diese drei bis vier Tage, bei einer Grippe oft nur einen Tag. Außerdem gab es gegen Covid-19 lange Zeit keinen Impfstoff.
Hockertz weiter: Corona habe „die massiv grundrechtseinschränkenden Maßnahmen in keinster Weise berechtigt, denn diese Maßnahmen waren geprägt von einem autoritären, rechthaberischen und maßlosen Verhalten der Politik, weit weg vom wissenschaftlichen Diskurs und rationaler Vernunft. Als Beispiel: Kindern und Jugendlichen das Recht auf Bildung und Ausbildung längerfristig zu entziehen und damit – wie wir heute sehen – junge Existenzen zu belasten oder gar zu zerstören war ein entscheidender autoritärer, rechthaberischer und maßloser Fehler.“
Kontext: Viele der in der Pandemie medial präsenten Befürworter werten die lange Schließung von Schulen und Kitas heute als schweren Fehler. Eine Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum ergab, dass körperliche Beschwerden bei Kindern während der Pandemie verstärkt auftraten und Depressionen und Hyperaktivität insgesamt zunahmen. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie litten rund ein Drittel der Kinder unter psychischen Auffälligkeiten, ergab eine Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Anlässlich des vierten Jahrestages des ersten bekannten Corona-Falls in Deutschland blicken wir ganzheitlich aus verschiedenen Perspektiven auf die Pandemie zurück. Hier finden Sie alle Texte.
Alle Antworten im gesamten Wortlaut sind für Sie hier dokumentiert.