Von grauenhaften Gerichten Was wäre Ihre persönliche Dschungelprüfung?
Mehlwürmer, Augen, Geschlechtsteile: Teilnehmer des RTL-Dschungelcamps müssen Ekliges schlucken. Wir haben Ostfriesen nach Abneigungen gefragt. Für manche ist schon warme Milch eine Dschungelprüfung.
Aurich - „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“: An diesem Freitag beginnt die neue Staffel des RTL-Dschungelcamps. Zwölf mehr oder weniger Prominente, darunter der Schauspieler Heinz Hoenig, der Ex-Fußballnationalspieler David Odonkor und No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska, ziehen für zweieinhalb Wochen in den australischen Dschungel, wo sie sich diversen Ekelprüfungen unterwerfen. Sie müssen vor laufender Kamera zum Beispiel lebende Insekten, Fischaugen, Geschlechtsteile von Säugetieren oder Körperflüssigkeiten zu sich nehmen.
Wir haben den Dschungelcamp-Start zum Anlass für eine nicht ganz ernst gemeinte Umfrage genommen: Welches Gericht oder Getränk finden Sie so eklig, dass es Ihre ganz persönliche Dschungelprüfung wäre? Auf Facebook und Instagram nennen Nutzer unter anderem Speckendicken, Rosenkohl, Grünkohl, Steckrüben, Eisbein und Lasagne aus der Mikrowelle. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, haben teils ähnliche, teils aber auch völlig andere Abneigungen.
Abneigung gegen Spiegeleier
Der Auricher Landrat Olaf Meinen (parteilos) ekelt sich vor Spiegeleiern. „Wenn die auseinanderlaufen, schüttelt es mich“, sagt der 56-Jährige. Von beiden Seiten gebratene Spiegeleier könne er essen, „aber wenn sie glibberig sind, ekelt es mich“. Daher mache er um Spiegeleier einen großen Bogen und bevorzuge Rühreier. Wenn in Restaurants zum Beispiel ein Steak mit Spiegelei angeboten werde, bitte er stets darum, das Spiegelei wegzulassen, so Meinen.
Cathrin Meenken (43) ist Pastorin in der Auricher Lambertigemeinde. Sie schickt als Antwort auf die Anfrage ein Foto von Ragout fin in Blätterteigpastete. Ragout fin ist laut Wikipedia trotz des französischen Namens ein meist als Vorspeise serviertes Gericht der klassischen deutschen Küche aus hellem Fleisch und Innereien in einer weißen Soße. Es wird aus Kalbsbries, -hirn, -zunge, -rückenmark und Hühnerbrust zubereitet. In ihrer Kindheit in den 1980er Jahren sei dieses Gericht total in gewesen, sagt Meenken. „Ich habe nur in Erinnerung, dass es im Mund immer mehr wurde, diese Masse.“ Seitdem habe sie es nicht mehr gegessen.
„Ein Klumpen rohes Fleisch“
Rüdiger Musolf ist Schulleiter des Gymnasiums Ulricianum in Aurich. Seine persönliche Dschungelprüfung ist der Mettigel – ein Partyklassiker aus Hackfleisch, der mit Salzstangen oder Zwiebeln als „Stacheln“ gespickt wird. „Ein Klumpen rohes Fleisch mit Zwiebeln und anderen Deko-Stoffen in Gestalt eines insekten- und schlangenfressenden Stacheltieres auf dem Esszimmertisch widerstrebt in jeder Hinsicht meinem Geschmacksempfinden“, sagt der 56-Jährige.
Die Wiesmoorer Blütenkönigin Leonie Landherr alias Calendula I. muss kurz überlegen, dann nennt sie ein Getränk: Tequila. „Da schüttelt sich alles bei mir“, sagt die 23-Jährige über die mexikanische Spirituose. „Ich mag′s einfach nicht.“ Bei Speisen stört sie alles, was stückig ist, beispielsweise Quark oder Fruchtsaft mit großen Fruchtstücken. „Quasi, wenn die Konsistenz nicht ganz klar ist. Das ist für mich ein Problem.“
Ekel vor warmer Milch
Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) tut sich ein wenig schwer mit der Antwort. Denn im Grunde isst er alles. „Zu den schlimmen Gerichten fehlt mir etwas die Fantasie“, sagt der 58-Jährige. „Vielleicht Fledermaus, lebende Insekten oder so. Hunde oder sonstige Haustiere würde ich auch nicht essen.“
Alfred Meyer war viele Jahre Bürgermeister von Wiesmoor. Der 73-Jährige hat eine Abneigung gegen Milch, insbesondere gegen warme Milch. Früher sei er mit dem Milchwagen zur Molkerei gefahren. „Wenn das eiskalte Milch war, habe ich die getrunken.“ Aber sobald die Milch erwärmt werde, womöglich noch mit Honig oder einem Stück Butter versetzt, könne er sie nicht mehr trinken. „Wenn dann noch Haut draufkommt, ist eine Grenze überschritten.“
Köchin mag kein Lamm
Benita Meinen (34) kennt sich mit Kochen und Essen aus. Die Auricherin hat im vergangenen Jahr bei der Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ gewonnen und auch schon bei der „Küchenschlacht“ im ZDF mitgemacht. Ihr absoluter Horror im Dschungel wären Spinnen „oder wenn ich irgendwelche Geschlechtsteile essen müsste“. Bei näherer Betrachtung fällt ihr dann aber auch noch ein Gericht aus heimischen Gefilden ein, das sie nicht mag: Lamm.
Erwin Adams (parteilos) ist Bürgermeister von Großefehn. Er legt Wert auf die Feststellung, dass er sich weigere, mit seiner Familie das Dschungelcamp zu gucken. „Unabhängig davon bin ich natürlich gerne bereit, Ihnen zu offenbaren, dass ich kein Fan von Graupensuppe (plattdeutsch: Görtsopp) bin“, fügt der 53-Jährige hinzu.
Keine Lust auf Austern
Thomas Erdwiens (FWG) ist Bürgermeister von Südbrookmerland. Dem 57-Jährigen fällt als Dschungelprüfung ein wahrhaft grauenvolles Rezept ein: gekochtes Essigwasser mit eingelegten Maden, abgekürzt EMM (Essigwasser mit Maden). Außerdem kommt ihm ein Spruch des Kochs Hop Sing aus der 60er-Jahre-Westernserie „Bonanza“ in den Sinn: „Heute gibt es Schild-Klöten-Suppe.“ Beide Gerichte wären für Erdwiens eine verabscheuungswürdige Dschungelprüfung.
Rico Mecklenburg aus Emden ist Präsident der Ostfriesischen Landschaft. Er überlegt kurz und nennt dann als persönliche Dschungelprüfung Austern. „Die sind mir zu glibberig“, sagt der 74-Jährige. „Das erschließt sich mir nicht, warum das so eine Köstlichkeit sein soll. Mag ich nicht.“