Osnabrück  Lauter krumme Hunde? Der Vierbeiner und seine Sprichwörter

Stefan Lueddemann
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Von Stefan Lueddemann
| 19.01.2024 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Selfie mit Beagle: Hunde sind treue Hausgenossen. In vielen Redewendungen spielen sie die Hauptrolle. Foto: IMAGO/Zoonar
Selfie mit Beagle: Hunde sind treue Hausgenossen. In vielen Redewendungen spielen sie die Hauptrolle. Foto: IMAGO/Zoonar
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Warum liegt der Hund irgendwo begraben? Und warum tragen wir den Hund zum Jagen? Der Hund spielt in vielen Redewendungen eine wichtige Rolle. Ein sprachlicher Streifzug.

Der Hund und ich – das verhält sich ungefähr so wie Hund und Katze. Hand aufs Herz: Wenn es um Haustiere geht, bin ich bei der Katze, weniger beim Hund. Das ist wirklich ein dicker Hund, könnten die Freunde des angeblich besten Freundes des Menschen nun entrüstet rufen. Bevor ich mich aber wie mit allen Hunden gehetzt fühle, schaue ich, kalt wie eine Hundeschnauze, über all die Redewendungen, die sich mit dem Hund verbinden.

Wenn es um die Katze geht, zielen Redewendungen oft auf die Undurchschaubarkeit des Stubentigers. Man kauft keine Katze im Sack. Und ich mag keine krummen Hunde, also keine zwielichtigen Leute. Wenn es um den Hund geht, zeigen Sprichwörter, wie vielfältig die Rollen sind, die er im Leben der Menschen spielt.

Hunde sind Begleiter und umsorgte Tiere, sie ziehen Mitleid auf sich. Und taugen für Freundschaften, die ein Leben lang halten und oft darüber hinaus. Liegt in diesem Punkt der Hund begraben, wenn es um das Verhältnis des Menschen zu den lieben Vierbeinern geht?

Auch wenn Hunde, die viel bellen, am Ende nicht beißen – die meist freundlichen Vierbeiner führen ein ausgiebiges Eigenleben im Reich der Sprüche und Redensarten. Mag darüber auch mancher Hund in der Pfanne verrückt werden, ich wundere mich nicht darüber.

Deshalb lasse sich niemand wie der Hund zum Jagen tragen, wenn es darum geht, manch alten Hunde-Spruch zu frischem Leben zu erwecken. Ich wusste auch nicht, dass etwas, was unter aller Hund ist, unter aller Kritik, also schlicht miserabel ist. Klingt die Redewendung mit dem Hund nicht viel lebendiger, auch auf die Gefahr hin, dass der so Kritisierte solche Rede hundsgemein finden wird?

Wer nicht auf den Hund kommen will, der achtet nicht darauf, wenn Hunde bellen. Die Karawane des Lebens zieht ohnehin weiter. Lieber mit ihr ziehen, als vor die Hunde gehen, nicht? Ich sehe schon: Der Hund ist das Tier der Wahl, wenn Menschen bildhaft Sozialverhalten beschreiben wollen.

Bei diesem Tier regnet es Redewendungen wie junge Hunde. Zeit also, diese kleine Sichtung zu einem Ende zu führen. Und so hoffe ich nur eines – dass ich mit diesem Wortklauber doch den einen oder anderen Hund hinter dem Ofen hervorlocken konnte.

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