Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern Wiesmoorer soll seine Tochter 184 Mal missbraucht haben
Ein 46-jähriger Wiesmoorer wird beschuldigt, seine Tochter vier Jahre lang mindestens dreimal wöchentlich missbraucht zu haben. Der Prozess begann vor dem Landgericht in Aurich.
Aurich - Ein heute 46-jähriger Wiesmoorer soll seine Tochter ab deren neuntem Geburtstag vier Jahre lang missbraucht haben. Angeklagt sind 184 Fälle. Sie sollen sich zwischen Februar 2015 und Februar 2019 hauptsächlich in Friedeburg (Landkreis Wittmund) zugetragen haben.
Beim Prozessauftakt am Mittwoch vor der ersten Großen Jugendkammer des Auricher Landgerichts legte Verteidiger Arno Saathoff noch vor Verlesung der Anklage offen, sein Mandant werde die Vorwürfe einräumen. Der Angeklagte muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 183 Fällen und wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in einem Fall verantworten. Die inzwischen 17-jährige Geschädigte ist Nebenklägerin im Prozess. Sie zeigte sich gefasst. Ihr zur Seite standen ihre Mutter und die Anwältin Danja Dittberner.
Angeklagter soll Mädchen dreimal wöchentlich missbraucht haben
Dem Wiesmoorer wird zur Last gelegt, das Mädchen zwischen Februar 2015 und Mai 2018 mindestens dreimal wöchentlich missbraucht zu haben. Er brachte seine Tochter ins Bett, legte sich dazu und verging sich an ihr. Erst nachdem sich die Kindsmutter von dem Angeklagten getrennt hat, unterblieben die Handlungen. Einmal soll es aber auch danach zu einem Vorfall gekommen sein.
Der Angeklagte ist mittlerweile von der Mutter des Missbrauchsopfers geschieden, mit ihr hat er vier Kinder. Inzwischen ist er mit einer wesentlich jüngeren Frau verheiratet, die von den Vorwürfen gewusst haben soll. Sie verfolgte den Prozess im Zuschauerbereich. Die beiden haben ebenfalls ein Kind.
Mutter soll den Missbrauch vom Sohn erfahren haben
Weil Einzelheiten aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich des Angeklagten sowie der 17-Jährigen zur Sprache kamen, beantragten Verteidiger und Nebenklagevertreterin den Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer ihrer Vernehmung. Dem gab das Gericht statt.
Die Mutter der Geschädigten erklärte im Zeugenstand, sie habe von ihrem Sohn erfahren, dass es zum „Betatschen“ ihrer Tochter durch den Angeklagten gekommen sei. Von wem er das wusste, habe sie nicht erfahren.
Angeklagter ist derzeit in Behandlung
Der Angeklagte befindet sich seit Mai 2022 in therapeutischer Behandlung, um die Vorfälle zu verstehen und einzuordnen. Der Vorsitzende Richter Bastian Witte verlas eine entsprechende Bescheinigung. Als Ursache der Handlungen diagnostizierte der Psychiater Dr. Egbert Held unter anderem egozentrische Wünsche und einen eigenen Missbrauch des 46-Jährigen. Von einer gesicherten Pädophilie ging er nicht aus. Der Angeklagte leide aktuell an Depressionen. Der Psychiater bescheinigte ihm eine günstige Prognose und empfahl dem Gericht die Anordnung einer Therapieweisung.
Der Prozess wird am 6. Februar um 9 Uhr in Saal 003 mit weiteren Zeugen fortgesetzt. Möglicherweise fällt auch das Urteil.