ZDF-Sendung  Filsumerin liefert sich Küchenschlacht im Fernsehen

Deike Terhorst
|
Von Deike Terhorst
| 17.01.2024 08:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Kennt das Erfolgsrezept: Hobbyköchin Anneke Bohlen aus Filsum. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF
Kennt das Erfolgsrezept: Hobbyköchin Anneke Bohlen aus Filsum. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF
Artikel teilen:

Immer wieder schwingen ostfriesische Hobbyköche in Fernsehshows den Kochlöffel. In dieser Woche zeigt Anneke Bohlen aus Filsum, was sie kann – und ist dabei äußerst erfolgreich.

Filsum - Anneke Bohlen tritt derzeit als Kandidatin in der ZDF-Sendung „Küchenschlacht“ gegen Mitstreiter aus ganz Deutschland an. Die Grundschullehrerin aus Filsum liefert dabei zuverlässig ab und kocht sich langsam aber sicher in die Herzen der Juroren. Die 36-Jährige hat bereits am Montag einen guten Eindruck gemacht und konnte mit ihrem Leibgericht „Gyoza mit Schweinefleischfüllung, süß-scharfer Chilisauce und Soja-Ingwer-Reduktion“ den 2. Platz ergattern. „Der Teig ist gleichmäßig ausgerollt. Die Füllung ist sehr gut abgeschmeckt. Die Reduktion hat eine angenehme Schärfe“, urteilte Jurorin Milena Broger, Starköchin aus Österreich.

Anneke Bohlens erstes Gericht: Gyoza mit Schweinefleischfüllung, süß-scharfer Chilisauce und Soja-Ingwer-Reduktion. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF
Anneke Bohlens erstes Gericht: Gyoza mit Schweinefleischfüllung, süß-scharfer Chilisauce und Soja-Ingwer-Reduktion. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF

Am Dienstag hielt die Erfolgssträhne an. Mit ihrer Vorspeise „Saiblingsfilet mit Pankobröseln, Kartoffel-Espuma und Limettenschaum“ wurde Bohlen Tagessiegerin. Der mehrfach ausgezeichnete Juror Christoph Rüffer konnte seine Begeisterung kaum verbergen: „So muss ein Schaum sein.“ Auch das Saiblingsfilet sei „ganz zart gegart“ und „schön frisch“. Gesamturteil: „Top!“

Auf der Website der ZDF-Sendung berichtet die Filsumerin, dass ihre Eltern und ihre Oma früher traditionell-ostfriesisch gekocht hätten. Als Teenager habe sie davon aber irgendwann genug gehabt und probierte selbst neue Gerichte aus.

„An die Töpfe, fertig, los!“

Für alle, die die „Küchenschlacht“ nicht kennen: In der Kochshow treten sechs Hobbyköche an der Seite von Deutschlands bekanntesten Spitzenköchen mit selbst ausgewählten Gerichten gegeneinander an. In dieser Woche steht den Kandidaten Promikoch Nelson Müller mit Rat und Tat zur Seite. Täglich scheidet einer aus und am Freitag duellieren sich die beiden, die noch im Rennen sind. Die Gerichte werden von fachkundigen Juroren, ebenfalls prominente Köche, probiert und bewertet.

Für die Zubereitung ihre Speisen haben die Hobbyköche jeweils 35 Minuten Zeit. Montags kochen sie ihr Leibgericht, dienstags eine Vorspeise, mittwochs vegetarisch, am Donnerstag passend zu einem vorgegebenen Motto und am Freitag ein Gericht nach Rezept des jeweils moderierenden Kochs. Ziel ist es nicht nur, Wochensieger zu werden, sondern auch den Einzug in die sogenannte „Championsweek“ zu schaffen. Alle sechs Wochen treten die Wochensieger in dieser Qualifikationswoche gegeneinander an. Die Sieger dieser Wochen wiederum treffen dann am Ende des Jahres in der Finalwoche aufeinander. Der Sieger gewinnt als „Küchenschlacht-Hobbykoch des Jahres“ ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Gruppenfoto der aktuellen Woche (von links): Lisa Müller, Renate Kind, Jurorin Milena Broger, Moderator Nelson Müller, Volker Schimkus, Anneke Bohlen, Thomas Golüke und Keshav Greedhur. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF
Gruppenfoto der aktuellen Woche (von links): Lisa Müller, Renate Kind, Jurorin Milena Broger, Moderator Nelson Müller, Volker Schimkus, Anneke Bohlen, Thomas Golüke und Keshav Greedhur. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF

Ostfriesische Hobbyköche auf Erfolgskurs

Bereits im Jahr 2018 war Ostfriesland in der Kochshow vertreten. Siegerin Sonja van der Werff aus Jennelt stellte ihre Kochkünste danach wiederholt im Fernsehen unter Beweis. Zuletzt schwang sie im November 2022 den Kochlöffel in der ZDF-Sendung. Die damals 49-Jährige schied jedoch am zweiten Tag mit ihrem „Konfierten Saibling mit geröstetem Spitzkohl, Spitzkohl-Birnen-Creme, gerösteten Pistazien und Birnensalat“ aus. Die Aufgabe war allerdings alles andere als leicht: Es handelte sich bei den Teilnehmern um ehemalige Jahresfinalisten der Show.

Auch der Moormerländer Gemeindebrandmeister Karsten Leerhoff konnte sich im Juli 2023 gegen seine Mitstreiter durchsetzen und gewann die Show mit dem Finalgericht „Farfalle mit Steinbutt und weißem Tomatenschaum“. Sein Erfolgsrezept? „Das Wichtigste ist, geschmackssicher zu sein, Garpunkte zu kennen und zu wissen, wie man mit Gewürzen umgeht“, erklärt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Einen Monat später zauberte der 54-Jährige aus Neermoor in der Championsweek zunächst „Roggenbrot mit Trüffelcreme, Thunfisch-Tataki, Rehrücken mit Wildsauce, Rote-Bete-Carpaccio und Rettich“, das so gut gefiel, dass er am darauffolgenden Tag wieder antreten durfte. „Arrosticini mit Tramezzini caprese auf essbaren Spießen mit Rucola-Pesto“ kamen dann aber nicht mehr so gut an, Leerhoff wurde aus der Show gewertet. Davon lässt sich der Neermoorer aber nicht entmutigen: „Ich habe sehr viele Erfahrungen gesammelt. Jeder, der Spaß am Kochen hat, sollte bei dieser Sendung mitmachen. Sie bietet die Chance, mit Zutaten zu arbeiten, die man sonst nicht bekommt“, berichtet er.

Ein Blick hinter die Kulissen

Seine Partnerin habe ihn damals ohne sein Wissen zur Sendung angemeldet. Die Verantwortlichen würden bei der Gruppenzusammenstellung versuchen, möglichst viel Vielfalt hinsichtlich Herkunft, Alter und Kochleidenschaften der Kandidaten herzustellen. Deswegen könne es mitunter etwas dauern, bis man sich hinter den Herd stellen darf. Wenn es dann endlich so weit ist, werde die Sendung an drei Tagen in Hamburg aufgezeichnet. „Da ich beim ersten Mal bis zum Finale dabei war, musste ich an drei Tagen unter enormem Zeitdruck fünf Gerichte kochen. Das war schon eine Herausforderung“, erzählt Leerhoff lachend. „Ich würde es aber jederzeit wieder machen. Das Team ist sehr zuvorkommend und bemüht sich, einem alles recht zu machen.“

Karsten Leerhoff aus Neermoor ging erfolgreich aus seiner ersten „Küchenschlacht“ hervor. Foto: Leerhoff
Karsten Leerhoff aus Neermoor ging erfolgreich aus seiner ersten „Küchenschlacht“ hervor. Foto: Leerhoff

Der zeitliche Druck sei der größte Unterschied vom Kochen zu Hause. Beim Schnippeln gemütlich einen Wein zu trinken, säße hier nicht drin. Außerdem würde das Niveau der Sendung seit ihrer Erstausstrahlung vor 16 Jahren ständig steigen. „Ich habe 20 bis 30 Mal Probe gekocht. Nie habe ich es im Zeitlimit geschafft. In der Show hat es dann seltsamerweise geklappt.“ Etwas anderes bleibt den Kandidaten auch nicht übrig: Nach exakt 35 Minuten wird allen Küchengeräten der Strom abgeschaltet.

Wer weiter verfolgen möchte, wie sich Filsumerin Anneke Bohlen schlägt: Die „Küchenschlacht“ läuft am Mittwoch, 17. Januar 2024, ab 14.15 Uhr im ZDF.

Update: Anneke Bohlen stellte auch am Mittwoch ihre Kochkünste erfolgreich unter Beweis und belegte den 2. Platz. Mit ihrer „Power Bowl mit Couscous, Falafel, Hummus und Joghurt-Dressing“ überzeugte sie Cornelia Poletto. „Das ist das perfekte kleine Mittagsgericht“, urteilte die Jurorin.

Zu Hause hatte Bohlen oft die Gelegenheit, ihre Bowl zu perfektionieren: „Wir essen das in der Familie total gerne. Und ich sage immer zu meinen Jungs ‚Da müsst ihr ordentlich reinhauen, dann kriegt ihr auch schön Muckis‘“, berichtet sie in der Show. Anneke Bohlen ist Mutter von zwei Söhnen im Alter von zwei und sechs Jahren.

Ähnliche Artikel