Netzausbau So gut ist das Internet in der Krummhörn und in Hinte
Wir haben bei den großen Netzanbietern nachgefragt, wie der Mobilfunkausbau in der Region vorankommt. Wo muss noch nachgebessert werden? Und wie läuft der Ausbau mit 5G?
Krummhörn/Hinte - Die Anforderungen an das Mobilfunknetz sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Von einem flächendeckenden Angebot konnte aber lange keine Rede sein - erst recht nicht im ländlichen Raum. Die Gemeinden Krummhörn und Hinte gehörten lange zu den Kommunen, wo es in Sachen Mobilfunk-Verbindung noch ordentlich haperte. Erst Anfang vergangenen Jahres schrieb diese Zeitung, dass teilweise sogar die Signale, die von den Niederlanden über die Ems dorthin gelangen, stärker waren als die vom deutschen Handynetz. Was hat sich seitdem getan?
Das sagt die Telekom
„Der Ausbau geht immer weiter, weil auch der Bedarf der Kundinnen und Kunden an Geschwindigkeit und Kapazität im Netz stetig wächst“, schreibt Stefanie Halle, Unternehmenssprecherin der Telekom. „Die Gemeinde Hinte versorgen wir mit zwei Mobilfunkstandorten. Beide haben heute schon 5G.“ Die Gemeinde sei mit diesen beiden Standorten „sehr gut“ versorgt.
In der Krummhörn seien fünf Mobilfunkstandorte der Telekom in Betrieb, alle mit 5G. „Die Versorgung im Norden der Gemeinde, im Grenzbereich zur Stadt Norden, werden wir verbessern: In 2025 planen wir den Aufbau einer neuen Mobilfunkanlage im Bereich Leybuchtpolder“, schreibt Halle weiter. Im ganzen Landkreis Aurich betreibt die Telekom aktuell 73 Mobilfunkstandorte. Davon haben 54 5G. Neubauten sind auch auf den Inseln Juist und Norderney sowie in den Städten Aurich und Norden geplant.
Das sagt die Telefónica (O2)
Laut Unternehmenssprecher Florian Streicher hat auch O2 sein Netz in Ostfriesland „umfassend“ ausgebaut. In ganz Ostfriesland betreibt das Unternehmen demnach 130 Mobilfunkstandorte. „Wir erreichen mit unserem o2 Netz rund 100 Prozent der Bevölkerung mit 2G/GSM und 4G/LTE sowie bereits über 90 Prozent der Bevölkerung mit dem modernen 5G-Standard“, schreibt Streicher.
„Auch die Gemeinden Krummhörn und Hinte versorgen wir bereits umfassend mit 2G, 4G und 5G. In der Krummhörn funkt unser Netz über vier Mobilfunkstandorte. In Hinte sind zwei Standorte in Betrieb.“ Das Netz vor Ort werde „kontinuierlich“ weiter ausgebaut, also bestehende Mobilfunkstandorte mit der modernen 5G Technologie aufgerüstet.
Das sagt Vodafone
“Vodafone hat sein Mobilfunknetz in Ostfriesland und auch in den Gemeinden Krummhörn und Hinte inzwischen sehr gut ausgebaut“, schreibt Konzernsprecher Volker Petendorf. Aktuell betreibt Vodafone 109 Mobilfunkstationen in Ostfriesland - davon befinden sich drei Strandorte in der Krummhörn und ein Standort in Hinte. „Dadurch ist die gesamte Bevölkerung an das Vodafone-Mobilfunknetz angebunden“, so Petendorf. Somit bestünden in den besiedelten Gebieten jetzt „praktisch keine“ Mobilfunk-Funklöcher im Vodafone-Netz mehr. Gleichzeitig weist der Sprecher aber auch darauf hin, dass sich der Versorgungsauftrag „nicht auf unbewohnte Gebiete abseits von Hauptverkehrswegen“ bezieht.
Mit dem mobilen Breitbandnetz LTE/4G erreiche Vodafone ebenfalls die gesamte Bevölkerung. Nahezu alle Mobilfunkstationen seien mit 4G-Technologie ausgestattet. Die 109 vorhandenen Mobilfunkstationen in Ostfriesland sollen nach und nach mit dem modernen 5G ausgestattet werden. „Aktuell hat Vodafone bereits an 81 Standorten die mobile Breitband-Technologie 5G in Betrieb genommen – darunter an den vier Stationen in Krummhörn und Hinte. Durch diese 5G-Stationen sind bereits mehr als 95 Prozent der besiedelten Gebiete in Ostfriesland mit 5G versorgt“, schreibt der Unternehmenssprecher.
Hinweise gesucht
Diese Zeitung möchte wissen, wo es in den Gemeinden Hinte und Krummhörn noch Funklöcher gibt. Sollten Sie Zuhause Probleme mit dem Internet und dem Empfang haben, melden Sie sich gern! Am besten via Email an h.weiden@zgo.de.
Das sagt die Bundesnetzagentur
Nach einer Pressemitteilung der Bundesnetzagentur ist der Ausbau der 5G-Netze im Jahr 2023 stark vorangeschritten. Die Versorgung mit 5G durch mindestens einen Netzbetreiber sei auf 90 Prozent im gesamten Bundesgebiet angestiegen. Vor einem Jahr habe dieser Anteil noch bei rund 79 Prozent gelegen. Um die 5G-Technologie aber nutzen zu können, müssen Endkunden über ein 5G-fähiges Endgerät und einen entsprechenden Vertrag verfügen.
Der 5G-Ausbau in Deutschland erfolgte bisher stufenweise. Zu Beginn wurde vor allem die bestehende 4G-Infrastruktur zum Ausbau von 5G genutzt. Dabei wird meist eine Technologie verwendet, die das verfügbare Frequenzspektrum für die 4G- und 5G-Technologien „dynamisch und bedarfsgerecht zwischen den Endgeräten“ aufteilt, heißt es in der Mitteilung.
Über eine Karte der Bundesnetzagentur kann man detailliert schauen, wie die Netzabdeckung konkret ist. Man findet sie unter https://www.breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch.
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