Trainerjobs in zwei Bundesländern Heisfeldes Jugendcoach pendelt zwischen zwei Fußball-Welten
In die Jugendarbeit steckt Jan-Niklas Eickels sein Herzblut: Der 26-Jährige trainiert den Nachwuchs in Heisfelde und in Düsseldorf – und pendelt hin und her. Sein Vater war einst Profifußballer.
Heisfelde/Düsseldorf - In die Fußstapfen des bekannten Vaters ist Jan-Niklas Eickels nicht getreten. Der 26-Jährige entschied sich gegen eine mögliche Profi-Karriere, die bei Papa Konrad „Conny“ Eickels früher bis in die Bundesliga führte. Die Liebe zum Fußball hat Konrad Eickels seinem Sohn aber dennoch in die Wiege gelegt. So steht Jan-Niklas Eickels als Jugendtrainer am Seitenrand – und pendelt dafür mehrmals in der Woche zwischen Leer und seiner Heimatstadt Düsseldorf.
Seit rund zwei Jahren engagiert sich Jan-Niklas Eickels als Jugendcoach beim VfR Heisfelde. Montags und mittwochs betreut er die E3-Jugend. 14 Kindern bringt er dabei spielerisch Technik, Taktik und vor allem den Spaß am Fußball bei. „Das bereitet mir einfach unglaublich viel Freude“, sagt der 26-Jährige, der als Integrationskraft sowie – seit diesem Jahr als Vertretungslehrer – an einer Leeraner Grundschule arbeitet.
Jan-Niklas Eickels mit Düsseldorfer Jugend erfolgreich
Die Liebe führte ihn nach Ostfriesland. Seit drei Jahren ist er mit Nathalie Pauls – ebenfalls Jugendtrainerin beim VfR Heisfelde – zusammen. Durch sie kam er schließlich zu seinem Trainerjob beim VfR, bei dem er junge Talente fördern möchte.
Ziemlich erfolgreich macht er das bislang bei TuRU Düsseldorf. „Jan-Niklas kann in seinen jungen Jahren bereits beachtliche Erfolge in der Nachwuchsarbeit vorweisen“, schrieb der Verein im vergangenen April auf seiner Internetseite, als Eickels als neuer U19-Trainer für die laufende Saison vorgestellt wurde. So habe sich Eickels in zwei aufeinander folgenden Jahren mit der U17 für die Niederrheinliga qualifiziert und stand vergangenes Jahr im Viertelfinale des Niederrheinpokals.
Anfragen von namhaften Vereinen
In die Jugendarbeit steckt Eickels sein gesamtes Herzblut. Seine Laufbahn am Seitenrand begann mit 13 Jahren. Seine eigene Spieler-Laufbahn beendete er 2020. Der Düsseldorfer, der auch großer Eishockey-Fan ist, kickte unter anderem in der Oberliga. In der Jugend bekundeten wohl immer wieder namhafte Klubs Interesse an dem jungen Eickels. „Er war ein sehr guter Fußballer“, sagt sein Vater Konrad Eickels, der seinen Sohn in der Jugend trainierte. So hätten unter anderem Vereine wie Borussia Mönchengladbach und MSV Duisburg Interesse geäußert. Über die Probetrainings ging es aber nicht hinaus. „Weil ich mich auch dagegen entschieden hatte“, blickt Jan-Niklas Eickels zurück.
Sein Vater Konrad Eickels erlebte glorreiche Zeiten im Profi-Fußball. Noch immer spricht er gerne über seine aktive Laufbahn in den 70er und 80er Jahren. Bereits mit 18 Jahren hatte er seine ersten Einsätze bei den Amateuren von Fortuna Düsseldorf. Seine beste Saison spielte er 1976/1977, als er in 32 Partien 31 Tore erzielte. Mit Fortuna Düsseldorf holte er 1977 den Titel bei der Deutschen Amateurmeisterschaft. Sein Bundesliga-Debüt feierte er im August 1977 im Trikot des 1. FC Saarbrücken. „Für mich war das in Saarbücken die schönste Zeit“, blickt er zurück und erinnert sich an Spiele gegen den FC Bayern München mit namhaften Spielern wie Uli Hoeneß, Georg Schwarzenbeck oder Torhüter Sepp Maier. „Nach den Spielen saß man oft noch zusammen. Das war natürlich eine ganz andere Zeit und mit heute nicht mehr vergleichbar“, sagt Eickels, der 1980 zu Preußen Münster in die 2. Bundesliga Nord wechselte. Es folgten weitere Stationen bei der SpVgg Fürth und bei Rot-Weiß Oberhausen.
Dem Fußball ist er über die Jahrzehnte immer eng verbunden geblieben – ob als Jugendcoach bei TuRU oder aktuell auch beim Linner SV, wo er im Trainerteam und als Sportlicher Leiter aktiv ist. Genauso engagiert ist sein Sohn Jan-Niklas, der die E3 von Heisfelde und die A-Jugend von TuRU Düsseldorf trainiert. Immer donnerstags und freitags sowie an den Spieltagen an den Wochenenden setzt er sich in Leer in den Zug, um in seine Heimatstadt zu fahren und die U19, die auf dem fünften Platz der Kreisleistungsklasse überwintert, zu betreuen. Fast drei Stunden benötigt er für eine Fahrt. „Wenn es gut läuft und es keine Störungen auf der Bahn-Strecke gibt“, sagt Jan-Niklas Eickels. Er nimmt den Aufwand für seinen geliebten Sport gerne in Kauf. Sein Vater zollt ihm dafür Respekt: „Das Pendeln ist sehr stressig. Ich könnte das nicht, aber ich bewundere sein Engagement.“