Es könnte klappen  Genehmigung für Kurbelfähre am Fehntjer Tief in Sicht

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 11.01.2024 18:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der Holtlander Ehe gibt es seit vielen Jahren eine Kurbelfähre. So ähnlich könnte sie auch am Fehntjer Tief aussehen. Foto: Ortgies/Archiv
An der Holtlander Ehe gibt es seit vielen Jahren eine Kurbelfähre. So ähnlich könnte sie auch am Fehntjer Tief aussehen. Foto: Ortgies/Archiv
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Offenbar gibt es eine Einigung zwischen allen Beteiligten: Damit wird der Bau einer Kurbelfähre zwischen Ihlow und Moormerland immer wahrscheinlicher.

Ihlow/Moormerland - Mit dem Bau einer Kurbelfähre am Fehntjer Tief könnte es tatsächlich etwas werden: Annette Lang von der Gemeinde Ihlow zeigte sich jetzt optimistisch, dass für das Projekt eine Genehmigung geben kann. Der Bau einer solchen Verbindung für Radfahrer und Wanderer zwischen Moormerland und Ihlow ist seit Jahrzehnten geplant – geklappt hatte es bisher nicht.

Im September 2023 hatten die Gemeinden Ihlow und Moormerland die wasserrechtliche Genehmigung bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Aurich beantragt. Nun scheint dieses Verfahren vor dem Durchbruch zu stehen. „Wir haben eine Vorgehensweise gefunden, mit der alle Beteiligten einverstanden sind“, sagte Lang. Bedenken hatte es wohl noch beim Landkreis Leer gegeben.

Noch gibt es keinen Termin

Dabei ging es laut Lang um eine Straße auf Moormerländer Seite, die nicht für den Verkehr freigegeben werden könne. Entlang dieser Trasse im Schutzgebiet gebe es einen Bestand an Tieren und Pflanzen, der nicht gestört werden solle. Deshalb müsse diese Straße von der Gemeinde Moormerland umgewidmet werden, „ein Verwaltungsvorgang“, wie Lang es umschreibt.

Für die Veranstaltung „Van Dörp to Dörp“ wird am Fehntjer Tief jeweils ein Ponton ausgelegt. Nun soll dort eine Kurbelfähre gebaut werden. Foto: Ortgies / Archiv
Für die Veranstaltung „Van Dörp to Dörp“ wird am Fehntjer Tief jeweils ein Ponton ausgelegt. Nun soll dort eine Kurbelfähre gebaut werden. Foto: Ortgies / Archiv

Parallel laufe die Bearbeitung des Genehmigungsantrages weiter. Lang will sich aber nicht festlegen, wann das ersehnte Schreiben in den Rathäusern vorliegen könnte. Bevor die Gemeinde Moormerland den Bau der Fähre ausschreiben könne, müsse zunächst abgewartet werden, ob beantragte Fördermittel bewilligt werden.

Beschränkungen für den Naturschutz

Vorgesehen ist eine einfache Kurbelfähre am Fehntjer Tief zwischen Simonswolde und Tergast. Eine ähnliche Fähre gibt es beispielsweise an der Holtlander Ehe oder am Großen Meer. Diese kann voraussichtlich in der Zeit zwischen Mitte April und Oktober von Fahrradfahrern und Wanderern genutzt werden. Der Hintergrund für diese Beschränkung ergibt sich zwar aus dem Naturschutz, aber es sei eigentlich die Zeit, in der Radtouren unternommen würden. Wie an der Holtlander Ehe soll die Kurbelfähre über den Winter aus dem Wasser genommen werden.

Mit einer Aktion hatten 2021 Hermann Helmers und Focko Böden als Ortsratsmitglieder in Tergast und Arno Ulrichs, damals noch Ortsbürgermeister von Simonswolde und heute Bürgermeister der Gemeinde Ihlow, für die Kurbelfähre geworben. Sie wagten die Überfahrt in einem Boot. Foto: Lüppen/Archiv
Mit einer Aktion hatten 2021 Hermann Helmers und Focko Böden als Ortsratsmitglieder in Tergast und Arno Ulrichs, damals noch Ortsbürgermeister von Simonswolde und heute Bürgermeister der Gemeinde Ihlow, für die Kurbelfähre geworben. Sie wagten die Überfahrt in einem Boot. Foto: Lüppen/Archiv

Die Idee zu der Überquerungsmöglichkeit geht auf die 90er Jahre zurück. Damals hatten die Gemeinden Großefehn, Moormerland und Ihlow erstmals die Fahrradrallye „Van Dörp to Dörp“ ausgerichtet. 1993 war dafür ein Ponton bei der Leidsebrücke am Fehntjer Tief ausgelegt worden, um einen Rundkurs zwischen den drei Gemeinden herzustellen. Das kam so gut an, dass der Wunsch nach einer dauerhaften Verbindung aufkam. Zunächst war dafür die Stelle bei der Leidsebrücke ausersehen, doch dabei blieb es nicht.

Ein langes Hin und Her

2011 kaufte die Gemeinde Moormerland sogar ein Grundstück neben der Autobahn in der Nähe des Leidsweges – das Geld dafür hatte der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Dieter Baumann gespendet. Der Kauf wurde später rückabgewickelt, denn aufgrund von Bedenken der Unteren Naturschutzbehörde musste dieser Standort aufgegeben werden.

Historischer Moment: 2018 unterzeichneten die damaligen Bürgermeister Johann Börgmann (vorne links, Ihlow) und Bettina Stöhr (Moormerland) den Vertrag für die Kurbelfähre. Mit dabei Landrat Matthias Groote (hinten Mitte) und Stöhrs Stellvertreter Wigbert Grotjan. Die Ihlower Amtsleiterin Annette Lang (hinten links) hat 2023 den Antrag auf Genehmigung eingereicht. Foto: Lüppen/Archiv
Historischer Moment: 2018 unterzeichneten die damaligen Bürgermeister Johann Börgmann (vorne links, Ihlow) und Bettina Stöhr (Moormerland) den Vertrag für die Kurbelfähre. Mit dabei Landrat Matthias Groote (hinten Mitte) und Stöhrs Stellvertreter Wigbert Grotjan. Die Ihlower Amtsleiterin Annette Lang (hinten links) hat 2023 den Antrag auf Genehmigung eingereicht. Foto: Lüppen/Archiv

Im Jahr 2018 hatten die Gemeinden Ihlow und Moormerland mit einem Vertrag die Absicht bekräftigt, eine Kurbelfähre an der Ippenwarf zu bauen. Dort befand sich bis Mitte des vorigen Jahrhunderts eine kleine Fähre, mit der Arbeiter von Simonswolder Seite übersetzten, um zur Ziegelei in Tergast zu gelangen. Dennoch verstrichen weitere fünf Jahre, bis jetzt der Antrag auf Genehmigung gestellt werden konnte. Ein Grund: Wegen der umliegenden Schutzgebiete und der besonderen Bedingungen am Gewässer war die Planung nicht so einfach wie bei anderen Projekten.

In der Zwischenzeit wurde jährlich für „Van Dörp to Dörp“ eine Behelfslösung aufgebaut, auch diese wanderte von der Leidsebrücke inzwischen zur Ippenwarf. Nach mehreren Anläufen und intensiven Gesprächen zwischen den Gemeinden und den Landkreisen legte man sich vor rund zehn Jahren auf diesen historischen Platz fest.

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