Es könnte klappen Genehmigung für Kurbelfähre am Fehntjer Tief in Sicht
Offenbar gibt es eine Einigung zwischen allen Beteiligten: Damit wird der Bau einer Kurbelfähre zwischen Ihlow und Moormerland immer wahrscheinlicher.
Ihlow/Moormerland - Mit dem Bau einer Kurbelfähre am Fehntjer Tief könnte es tatsächlich etwas werden: Annette Lang von der Gemeinde Ihlow zeigte sich jetzt optimistisch, dass für das Projekt eine Genehmigung geben kann. Der Bau einer solchen Verbindung für Radfahrer und Wanderer zwischen Moormerland und Ihlow ist seit Jahrzehnten geplant – geklappt hatte es bisher nicht.
Im September 2023 hatten die Gemeinden Ihlow und Moormerland die wasserrechtliche Genehmigung bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Aurich beantragt. Nun scheint dieses Verfahren vor dem Durchbruch zu stehen. „Wir haben eine Vorgehensweise gefunden, mit der alle Beteiligten einverstanden sind“, sagte Lang. Bedenken hatte es wohl noch beim Landkreis Leer gegeben.
Noch gibt es keinen Termin
Dabei ging es laut Lang um eine Straße auf Moormerländer Seite, die nicht für den Verkehr freigegeben werden könne. Entlang dieser Trasse im Schutzgebiet gebe es einen Bestand an Tieren und Pflanzen, der nicht gestört werden solle. Deshalb müsse diese Straße von der Gemeinde Moormerland umgewidmet werden, „ein Verwaltungsvorgang“, wie Lang es umschreibt.
Parallel laufe die Bearbeitung des Genehmigungsantrages weiter. Lang will sich aber nicht festlegen, wann das ersehnte Schreiben in den Rathäusern vorliegen könnte. Bevor die Gemeinde Moormerland den Bau der Fähre ausschreiben könne, müsse zunächst abgewartet werden, ob beantragte Fördermittel bewilligt werden.
Beschränkungen für den Naturschutz
Vorgesehen ist eine einfache Kurbelfähre am Fehntjer Tief zwischen Simonswolde und Tergast. Eine ähnliche Fähre gibt es beispielsweise an der Holtlander Ehe oder am Großen Meer. Diese kann voraussichtlich in der Zeit zwischen Mitte April und Oktober von Fahrradfahrern und Wanderern genutzt werden. Der Hintergrund für diese Beschränkung ergibt sich zwar aus dem Naturschutz, aber es sei eigentlich die Zeit, in der Radtouren unternommen würden. Wie an der Holtlander Ehe soll die Kurbelfähre über den Winter aus dem Wasser genommen werden.
Die Idee zu der Überquerungsmöglichkeit geht auf die 90er Jahre zurück. Damals hatten die Gemeinden Großefehn, Moormerland und Ihlow erstmals die Fahrradrallye „Van Dörp to Dörp“ ausgerichtet. 1993 war dafür ein Ponton bei der Leidsebrücke am Fehntjer Tief ausgelegt worden, um einen Rundkurs zwischen den drei Gemeinden herzustellen. Das kam so gut an, dass der Wunsch nach einer dauerhaften Verbindung aufkam. Zunächst war dafür die Stelle bei der Leidsebrücke ausersehen, doch dabei blieb es nicht.
Ein langes Hin und Her
2011 kaufte die Gemeinde Moormerland sogar ein Grundstück neben der Autobahn in der Nähe des Leidsweges – das Geld dafür hatte der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Dieter Baumann gespendet. Der Kauf wurde später rückabgewickelt, denn aufgrund von Bedenken der Unteren Naturschutzbehörde musste dieser Standort aufgegeben werden.
Im Jahr 2018 hatten die Gemeinden Ihlow und Moormerland mit einem Vertrag die Absicht bekräftigt, eine Kurbelfähre an der Ippenwarf zu bauen. Dort befand sich bis Mitte des vorigen Jahrhunderts eine kleine Fähre, mit der Arbeiter von Simonswolder Seite übersetzten, um zur Ziegelei in Tergast zu gelangen. Dennoch verstrichen weitere fünf Jahre, bis jetzt der Antrag auf Genehmigung gestellt werden konnte. Ein Grund: Wegen der umliegenden Schutzgebiete und der besonderen Bedingungen am Gewässer war die Planung nicht so einfach wie bei anderen Projekten.
In der Zwischenzeit wurde jährlich für „Van Dörp to Dörp“ eine Behelfslösung aufgebaut, auch diese wanderte von der Leidsebrücke inzwischen zur Ippenwarf. Nach mehreren Anläufen und intensiven Gesprächen zwischen den Gemeinden und den Landkreisen legte man sich vor rund zehn Jahren auf diesen historischen Platz fest.