Heizung kaputt  Wann öffnet das Wiesmoorer Hallenbad wieder?

Nicole Böning
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Von Nicole Böning
| 11.01.2024 15:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Inzwischen ist zwar Wasser im Wiesmoorer Schimmbad, aber es ist zu kalt zum Schwimmen. Die Heizung funktioniert aber wieder. Foto: Archiv/Cordsen
Inzwischen ist zwar Wasser im Wiesmoorer Schimmbad, aber es ist zu kalt zum Schwimmen. Die Heizung funktioniert aber wieder. Foto: Archiv/Cordsen
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Im neuen Jahr konnte das Hallenbad in Wiesmoor wegen einer defekten Heizungsanlage nicht öffnen. Gerüchte machten daraufhin die Runde, dass es bis zur Sanierung geschlossen bleibt. Stimmt das?

Wiesmoor - Das Hallenbad der Stadt Wiesmoor ist seit Jahresbeginn wieder geschlossen und Gerüchte machen die Runde, dass es bis zur Sanierung ab Juli nicht wieder öffnen soll. „Dem ist nicht so“, sagt Jens Albers von der Stadtverwaltung. Ihm ist wichtig, den Vereinen, Schulen und anderen Nutzern die Sicherheit zu geben, dass sie das Hallenbad in den kommenden Monaten noch wie gewohnt nutzen können, sobald das Wasser wieder die Badetemperatur erreicht hat. Wann genau es so weit sein wird, kann Albers noch nicht sagen. „Das hängt auch von der Außentemperatur ab“, erklärt er – und die spielt momentan nicht so mit.

Ursache für die Schließung des Schwimmbads ist das ewige Sorgenkind: die Heizungsanlage. Nach den kurzen Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 1. Januar hatte die Anlage nach Angaben von Albers nicht wieder zu ihrer alten und ohnehin schlechten Form zurückgefunden. Das Problem ist allerdings inzwischen behoben. Zwei Sensoren hatten den Geist aufgegeben und konnten in der vergangenen Woche bereits getauscht werden. Geöffnet werden kann das Bad trotzdem noch nicht, denn durch den Ausfall der Anlage ist die Wassertemperatur auf 23 Grad Celsius gesunken.

Aktuell wird das Wasser hochgeheizt

Bis die ohnehin marode Heizungsanlage die 600.000 Liter Wasser im großen Bad auf 30 Grad und das Bewegungsbecken auf 32 Grad hochgeheizt hat, wird es noch ein paar Tage dauern. „Wenn es wieder losgeht, werden wir davon über unsere Webseite und die sozialen Medien berichten“, sagt Albers. Auf Instagram hatte die Stadt bereits ein Video und erklärende Worte von Hannes Langer zu dem aufgetretenen Problem veröffentlicht (https://link.zgo.de/BBajk4).

Der Frontanbau mit dem Eingang zum Hallenbad in Wiesmoor soll komplett erneuert werden. Foto: Archiv
Der Frontanbau mit dem Eingang zum Hallenbad in Wiesmoor soll komplett erneuert werden. Foto: Archiv

Die Heizungsanlage gehört zur technischen Ausstattung des Hallenbades, die in der zwölf Monate dauernden Sanierung ab Juli ersetzt werden soll. Die technischen Anlagen und das neue Betonfundament des Bades werden über ein Sanierungsprogramm für Sportstätten des Landes Niedersachsen finanziert und mit einer Million Euro gefördert. Den Eingangsbereich und die Gastronomie baut die Stadt Wiesmoor auf eigene Kosten um. Für die Sanierung plant die Stadt insgesamt 3 Millionen Euro ein.

Die Planung der Sanierung läuft

Die Planung für die anstehende Sanierung läuft aktuell auf Hochtouren. Die Umbauten des Gebäudes für neue Mitarbeiterräume, den neuen Gastrobereich und den Sanitätsraum sind bereits geplant und die statischen Berechnungen laufen. Komplett offen sind laut Albers aufgrund der wirtschaftlichen Lage und der Entwicklung der Energiekosten die genaue Ausführung der technischen Anlage und die Energieversorgung. Ob das Hallenbad künftig wieder durch ein Blockheizkraftwerk oder eventuell durch Fernwärme versorgt wird, soll in den kommenden Wochen entschieden werden.

Dazu wird am 15. Januar im Rathaus und im Hallenbad ein Treffen mit den Planern für das Gebäude, die technischen Großanlagen, die Elektrotechnik und die Tragwerksplanung stattfinden. Dann wird besprochen, wie es weitergeht. „Dieses Treffen ist entscheidend, um die konkrete Vorgehensweise für die anstehenden Arbeiten festzulegen“, heißt es aus dem Rathaus. Themen sind unter anderem der Zeitplan der Sanierung, das Budget und das Baugenehmigungsverfahren.

Ein Jahr dauert die Sanierung

Verzögert hatte sich die Sanierung des Hallenbades, weil dafür eine aufwendige europaweite Ausschreibung notwendig geworden war. Die ist seit November 2023 abgeschlossen. Wenn das Bad ab Juli für ein Jahr geschlossen ist, starten zunächst die Abrissarbeiten am Becken und Arbeiten an der maroden Hallenbadfront rund um den Eingang. Der Boden unter der Küche des jetzigen Hallenbad-Cafés ist abgesackt. Setzrisse ziehen sich durch die Außenwand.

Wo aktuell die Café-Küche des Bades liegt, sollen künftig der bislang fehlende Aufenthaltsraum für Hallenbad-Mitarbeiter wie auch ein Sanitätsraum entstehen. Neue Sanitäranlagen sind im Windfang des Eingangs geplant. Im Café mit Blick auf die Schwimmer können Besucher auch in Zukunft sitzen. Die Heißgetränke und Snacks werden dann aber nicht mehr an einem Tresen geordert, sondern an Automaten gezogen.

Nicht angegangen wird bei dieser Sanierung die zuvor geplante Rundumerneuerung der Umkleiden, die wie die Beckenzugänge barrierefrei umgebaut werden sollten. Dafür reicht das Geld nicht mehr. Für die Erneuerung der Umkleiden kämen noch einmal Kosten von ungefähr 2,5 Millionen Euro dazu, heißt es von den Planern. Das wichtigste Ziel ist jetzt erst einmal, das Bad als Lernschwimmbad zu erhalten – heißt es von den Verantwortlichen der Stadt.

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