Osnabrück Caren Miosga vor Talk-Debüt: Ich kann auch streng sein
Caren Miosga – wie die Moderatorin heißt auch der neue ARD-Talk am Sonntagabend, der heute zum ersten Mal zu sehen ist. Wie sie ihre Gäste zähmen will und was sie von AfD-Politikern in ihrer Sendung hält, erklärt Caren Miosga im Interview mit unserer Redaktion.
Als sie sich am 5. Oktober von den „Tagesthemen“ verabschiedete, war sie deren langjährigste Moderatorin – nun folgt Caren Miosga erneut auf Anne Will und übernimmt am 21. Januar deren Sendung am Sonntagabend im Ersten.
Im Interview spricht die 54-Jährige über ihre Vergangenheit mit Schlagerpersiflage und Schauspielerei, den Lapsus von Wolfgang Ischinger, der sie während eines Interviews durchgehend mit „Frau Slomka“ anredete, sowie ihre Vorstellungen von einer gelungenen Talkshow, die sie lieber Gesprächssendung nennt.
Frage: Frau Miosga, Sie haben in jungen Jahren zweimal vergeblich versucht, an einer Schauspielschule zu landen. Liege ich richtig mit der Vermutung, dass Sie insgeheim am Sonntagabend lieber um 20.15 Uhr Verbrecher jagen würden als die anschließende Gesprächssendung zu moderieren?
Antwort: (lacht) Genau, noch lieber würde ich als Leiche im Tatort liegen. Nein – es hat schon alles seine Richtigkeit, dass das so gekommen ist. So attraktiv mir die Vorstellung erschien, das Talent hielt sich in Grenzen. Deshalb kann das, was ich jetzt schon so lange tue, wahrscheinlich nicht ganz falsch sein.
Frage: Was hat Sie damals so fasziniert an der Schauspielerei?
Antwort: Das hat mit einer einzigen Person zu tun – meinem damaligen Kunst- und Theaterlehrer am Gymnasium in Groß Ilsede, Dieter Warzecha, der leider schon verstorben ist. Er hat uns gezeigt, welche Kraft die Kunst des Theaters haben kann, vor allem das Improvisieren, das Unbewusste und Anarchische von Performances. Damals dachte ich, das Theater sei der richtige Ort, um mich auszudrücken. Und im weitesten Sinne ist es ja auch eine Bühne geworden, wenn auch nicht diese.
Frage: Aber es war die Theaterbühne und nicht das Kino oder Fernsehen, das für Sie so erstrebenswert schien?
Antwort: Wegen des Unmittelbaren und des einen Moments. Theater hat mich fasziniert, weil es nicht konservierbar oder wiederholbar ist, eine Szene nicht wie im Film zehnmal gedreht werden muss, sondern genau in diesem einen Moment stattfindet. Denn jede Aufführung ist anders. Deshalb mag ich auch, dass unsere Gesprächssendung im Fernsehen live ist und zudem echte Menschen da sind. Ich habe in den „Tagesthemen“ meist Interviews mit zugeschalteten Politikerinnen und Politikern geführt, was bedeutete, dass sowohl mein Gesprächspartner als auch ich immer in ein schwarzes Loch in der Kamera glotzen musste. Jetzt kann ich viel mehr mit Mimik und Gestik arbeiten, viel deutlicher erspüren, was der oder die andere wirklich meint. Das ist es, was mich reizt an solchen Gesprächsrunden.
Frage: Ganz kurz noch zurück zur Schauspielerei. Mit welchen Begründungen hat man Sie damals abgelehnt?
Antwort: Das weiß ich gar nicht mehr genau. Ich habe auch verdrängt, welche Stücke ich ausgewählt hatte. Es hat einfach nicht gereicht.
Frage: Abgesehen vom Theater waren Sie in Ihrer Jugend ja auch sonst recht künstlerisch unterwegs, Sie haben Jazzdance gemacht und Schlager gesungen – in einer Band namens „Kurt und die Dillenberger“.
Antwort: Was die „Bild“-Zeitung dazu animiert hat, mich als ehemalige Schlagersängerin zu bezeichnen (lacht). Das ist natürlich Quatsch, denn wir waren die Persiflage von Schlagersängerinnen.
Frage: Also nicht die Richtung Helene Fischer, Andrea Berg oder Mary Roos?
Antwort: Um Gottes willen (lacht).
Frage: Mehr ein weiblicher Guildo Horn?
Antwort: Wir waren schon vor Guildo Horn die Trendsetter der Schlagerpersiflage. Mit 60er-Jahre-Songs von Petula Clark oder Siw Malmkvist, Kostümen und einem sensationellen Bühnenmoderator, der nicht nur Dieter Thomas Heck, sondern alle möglichen Figuren aus dieser Branche persiflieren konnte.
Frage: War das dieser Kurt von „Kurt und die Dillenberger“?
Antwort: Das war Kurt. Ein großartiger Komiker. Und auf Hannoveraner Partyabenden ist dann die ganze Band „Kurt und die Dillenberger“ entstanden.
Frage: Dennoch ist aus Ihnen weder die Sängerin noch die Schauspielerin Caren Miosga geworden, aber dafür eine der beliebtesten Moderatorinnen politischer Sendungen. Im Oktober haben Sie als langjährigste „Tagesthemen“-Moderatorin nach 16 Jahren Schluss gemacht – verspüren Sie heute so etwas wie einen Phantomschmerz?
Antwort: Ja, ja, natürlich. Das ist wie ein Stück Familie zu verlieren. Wir haben sehr intensive Zeiten durchlebt und durchlitten, auch fürchterliche Ereignisse, mit denen wir umzugehen hatten. Da waren Breaking-News-Situationen, die einen schon an die Grenze bringen – so klischeehaft es klingt, aber das schweißt zusammen. Es war eine sehr intensive Zeit und es hat gedauert, bis ich mir vorstellen konnte, dass ich da gar nicht mehr hingehe. Jetzt bin ich froh über Jessy Wellmer als Nachfolgerin – und trotzdem werde ich die „Tagesthemen“ noch eine ganze Weile vermissen.
Frage: Und Sie übernehmen diesen After-Tatort-Talk …
Antwort: …(lacht) Sagen Sie doch einfach Gesprächssendung.
Frage: Also diese Gesprächssendung nach dem Tatort. Mit welchen Vorstellungen, Wünschen und Ansprüchen gehen Sie daran?
Antwort: Eine wichtige Vorstellung habe ich schon genannt: Ich bin sehr gespannt darauf, die Menschen, die ich sonst nur über weite Entfernungen durch eine Kamera begrüßen durfte, jetzt persönlicher kennenlernen zu können. Damit verbindet sich auch der größte Wunsch, den ich habe.
Frage: Nämlich?
Antwort: Inmitten dieser doch sehr ritualisierten und durch Mediencoaches beeinflussten politischen Kommunikationswelt, in der alle immer nur versuchen, ihre Botschaften loszuwerden und sich wenig auf wirkliche Gespräche einlassen, den einen oder anderen wahrhaftigen Moment zu erhaschen. Natürlich geht es auch darum, etwas Neues zu erfahren. Es geht ja um politische Entscheidungen, aber es geht auch um die Menschen dahinter. Mich hat immer schon interessiert, warum jemand diese oder jene Entscheidung trifft. Und ich erhoffe mir, wenn ich nun mehr Zeit habe, nachfragen und mehr Luft haben zu können. Und dass sich die andere Seite darauf einlässt und dadurch tatsächlich echte Momente entstehen.
Frage: Eine Gesprächssendung ist für Sie ja in gewisser Hinsicht Neuland. Wie nervös macht Sie nach so vielen Jahren „Tagesthemen“ so ein neues Format?
Antwort: Vokabeln wie Nervosität oder Lampenfieber sind zu negativ, um das zu beschreiben. Wenn ich das andauernd hätte, würde man es vermutlich nicht überleben. Es ist eine Live-Sendung, wir zeichnen ja nicht um 15 Uhr auf und können noch etwas rausschneiden. So, wie es da geschieht, wird es auch gesehen. Das ist anspruchsvoller und gleichzeitig auch toll, weil es unverfälscht bleibt. Ich würde statt von Nervosität und Lampenfieber von freudiger Anspannung und großem Respekt sprechen. Anne Will hat diesen Platz mit einer so beeindruckenden Konstanz auf hohem Niveau, mit Gelassenheit und Unaufgeregtheit 16 Jahre lang gefüllt, dass ich Respekt davor habe, das jetzt zu übernehmen.
Frage: Wie wollen Sie dafür sorgen, dass nicht alle Gäste gleichzeitig und durcheinander reden, wie es regelmäßig in solchen Sendungen passiert?
Antwort: Ach, ich bin zuversichtlich, dass mein Erfahrungsschatz helfen wird.
Frage: Es wird Momente geben, in denen Sie streng sein müssen.
Antwort: Ja, das ist ja auch gut. Ich kann auch streng sein, Herr Schmitz (lacht). Ich habe jetzt schon öfters gehört „Sind Sie denn tough genug?“, und das steckt ja auch ein bisschen in Ihrer Frage. Ich weiß nur nicht, ob man unbedingt die strenge Frau Rottenmeier geben muss, um wirklich etwas zu erfahren. Es ist selbstverständlich wichtig und notwendig, in der Sache hartnäckig zu bleiben. Dafür muss ich aber nicht kiebig werden.
Frage: Jeder Zuschauer kennt diese Momente, in denen solche Sendungen aus dem Ruder zu laufen scheinen, weil alle durcheinander reden, und man sich wünscht, dass da jetzt mal jemand auf den Tisch haut.
Antwort: Ja, ja, da muss man gelegentlich Dompteusenkompetenzen erweisen – ich werde sie mir erwerben (lacht).
Frage: Sind Sie innerlich darauf vorbereitet, mal durchgehend von einem Gast als Frau Illner angeredet zu werden?
Antwort: (lacht) Das ist so gemein, der arme Herr Ischinger. Er hat es damals einfach nicht gemerkt, als er mich ständig mit Frau Slomka anredete. Dabei hatten wir uns vorher noch vorgestellt: „Hallo, Herr Ischinger, hier Caren Miosga, können Sie mich hören?“ Und fortan stand er auf der Münchner Sicherheitskonferenz in einem Riesenpulk von Menschen in einem Tunnel, der ihn wähnen ließ, er sei im ZDF. Das hat er bis zum Schluss durchgezogen – und sich anschließend entschuldigt, Blumen geschickt, er ist bis heute untröstlich. Dabei war’s so wahnsinnig lustig.
Frage: Sie mussten ja auch mit der Situation umgehen, dass ein „Tagesthemen“-Interviewpartner ständig Frau Slomka zu Ihnen sagt.
Antwort: (lacht) Ich sah nur aus den Augenwinkeln, dass Judith Rakers vor Lachen schon überm Tisch hing, nachdem er zum fünften Mal Frau Slomka gesagt hatte. Und ich hab gedacht: Wenn er jetzt noch einmal Slomka sagt, dann sage ich Horst Teltschik zu ihm (lacht).
Frage: Soweit ist es nicht gekommen.
Antwort: Nein, zum Glück. Aber es war ein herrlicher Fernsehmoment.
Frage: Können Sie sich vorstellen, eine Sendung mit Kevin Kühnert, Robin Alexander, Jens Spahn und Christian Dürr zu moderieren?
Antwort: (lacht) Ich muss wohl mal alle meine Kolleginnen und Kollegen der Gesprächssendungen im deutschen Fernsehen in Schutz nehmen. Natürlich werden auch meine Redaktion und ich bemüht sein, andere Leute einzuladen als diejenigen, die man andauernd sieht. Aber ich weiß auch von den anderen Redaktionen, dass es zu Beginn der Planung einer neuen Sendung stets eine Liste mit den Namen von auch bislang unbekannteren Leuten gibt, von denen sie hoffen, dass die auch mal ins Fernsehen kommen. Und dann telefoniert man stundenlang mit denen, sie sagen vielleicht erst zu und am Ende sagen 60 Prozent aus den unterschiedlichsten Gründen wieder ab. Deshalb sitzt am Ende oft wieder jemand da, der sagt „Ja klar komme ich“. Aber ich verstehe die Kritik.
Frage: Die vier von mir genannten waren Im Jahr 2023 die häufigsten Talkshow-Gäste im deutschen Fernsehen, also die üblichsten der üblichen Verdächtigen.
Antwort: Es spricht ja auch für sie, weil sie es offenbar so gut machen, dass sie immer wieder eingeladen werden. Aber wir werden bemüht sein, auch andere zu finden, die nicht so häufig in den Gesprächsrunden sitzen.
Frage: Wie wichtig ist Ihnen der Frauenanteil bei Ihren Gästen?
Antwort: Ich finde ihn schon wichtig, und es gibt ja auch immer mehr Frauen, die gerade in der Pandemie und seit Putins Angriffskrieg im Fernsehen auftreten. Und es gibt übrigens auch Männer in der Politik, die nur dann zusagen als Gast, wenn auch Frauen in der Runde sitzen.
Frage: Es scheint ja eine Gesetzmäßigkeit zu geben: Frauen, die lange die „Tagesthemen“ moderiert haben, übernehmen irgendwann die Gesprächssendung am Sonntagabend: Sabine Christiansen, Anne Will und jetzt Sie. Es gab nur einen Ausreißer, das war Günther Jauch. Und der hat sich mit einer Schimpfkanonade von der ARD verabschiedet, in der er von Gremien voller Gremlins, drittklassigen Bedenkenträgern, Irrlichtern und Profilneurotikern wetterte. Wieviel Respekt haben Sie vor denen, die dem Jauch offenbar das Leben so schwer gemacht haben?
Antwort: Ich habe einen Vorteil gegenüber Günther Jauch – ich arbeite schon lange in diesem System und kenne etliche Gremienmitglieder. Es ist ja im Grunde wie mit der Bundesrepublik: Jedes föderale System kann einem zuweilen auf die Nerven gehen, weil einfach zu viele Leute bei bestimmten Dingen mitreden. Und dennoch hat es seine absolute Berechtigung. Die machen es ja nicht, um uns zu schikanieren, sondern es ist enorm wichtig, dass dieses Programm beobachtet wird. Insofern muss ich Jauchs „Gremlins“ in Schutz nehmen. Auf der anderen Seite erinnere ich mich an einige wenige besondere Momente bei den „Tagesthemen“ – zum Beispiel, als Robin Williams gestorben ist. Wenn ich vorher alle Bedenkenträger und für die Sicherheit im Studio zuständigen Menschen gefragt hätte, dann hätte ich wahrscheinlich nie auf dem Tisch stehend moderiert. Manchmal muss man Dinge einfach tun, um zu überzeugen, dass man auch mal drei Schritte weitergehen darf als wir es bisher konnten oder gewohnt waren.
Frage: Parteien, aber auch manche Medien führen akribisch Listen darüber, welche Gäste am häufigsten zu sehen sind und wie lange man sie zu Wort kommen lässt. Wie wichtig ist Ihnen die perfekte Ausgewogenheit? Als Moderatorin können Sie ja schlecht mit einer Stoppuhr im Studio sitzen.
Antwort: Richtig. Und deswegen werde ich es auch nicht tun. Sie killen jedes Gespräch, wenn Sie eine perfekte und komplett austarierte Parität erzielen wollen. Wenn Sie wollen, dass aus jeder Partei oder jedem politischen Spektrum jemand in einer Runde sitzt und alle möglichen Haltungen zu einem Thema zu Wort kommen sollen, dann können Sie auch gleich zumachen. Dann kommt jeder anderthalbmal zu Wort und ich weiß schon vorher, was A zu B sagt und C zu D. Erstens würde ich gerne weniger erwartbar damit umgehen, zweitens möchte ich nicht inszenieren, nur um des zu erwartenden Krawalls wegen. Wir werden vielmehr versuchen, über das Jahr hinweg Parität zu gewährleisten, aber nicht in jeder Sendung.
Frage: Wie gut hat es den Gesprächssendungen getan, dass nach einer gefühlten Überdosis heute kaum noch Vertreter der AfD eingeladen werden? Der AfD hat es offenbar nicht geschadet, im Gegenteil.
Antwort: Stimmt denn das? Alexander Gauland sieht man doch immer wieder mal. In diesem Jahr, in dem drei Landtagswahlen in Ostdeutschland anstehen, in denen die AfD vorne liegt, wird die Partei eine große Rolle spielen. Selbstverständlich werden wir Vertreterinnen und Vertreter der AfD einladen müssen, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie sich einem konstruktiven Gespräch stellen, in dem Argumente ausgetauscht werden und nicht irgendwelche selbstgebauten Meinungen rausposaunt, die nie belegt werden. Wir kennen ja alle diejenigen, die in diesen Sendungen irgendwelche Lügengebäude aufbauen – da kommt man gar nicht mehr hinterher, das zu verifizieren, selbst wenn noch so viele Experten in der Sendung sitzen. Aber es gibt ja auch den einen oder anderen, der gezwungen ist, ernsthaft Politik zu machen. Ich erinnere mich an einen AfD-Bürgermeister aus Sachsen-Anhalt, der vor seiner Wahl das Blaue vom Himmel versprochen hatte, und – im Amt angekommen – dann feststellen musste, dass es dafür gar kein Geld im Haushalt gibt. Darüber lässt sich schon reden.
Frage: Sitzen die öffentlich-rechtlichen Sender nicht ein bisschen in der Zwickmühle? Wenn man AfD-Politiker einlädt, heißt es, man gebe ihnen ein Forum – lädt man sie nicht ein, bedient man das Narrativ von den regierungstreuen Systemmedien.
Antwort: Ich habe in den „Tagesthemen“ mit AfD-Politikerinnen und –politikern gesprochen, die sich in just diesem Interview beschwerten, dass sie in der ARD nicht stattfinden. Der Vorwurf, wir würden denen ein Forum geben und sie damit relevanter machen, gilt aber auch nicht. Die AfD braucht uns doch gar nicht – die haben über die sozialen Medien genug Leute, die sie erreichen.
Frage: Bislang war es so, dass am Sonntagabend bei Anne Will fast immer das Thema der Woche besprochen wurde. Wird das so bleiben oder werden Sie auch mal abseits der großen Schlagzeilen nach Themen suchen?
Antwort: Ich denke, es wird eine Mischung aus beidem, aber da wird die gesamte Redaktion reinwachsen und ein Gefühl dafür entwickeln müssen, ab welchem Zeitpunkt man auch wieder ein anderes Thema setzen kann und will. In den letzten Jahren hatten wir ja erst die Pandemie, dann kam der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und schließlich Nahost. Solche Themen sind so einschneidend, dass selbstverständlich viel darüber reflektiert werden muss. Ich glaube und es ist auch meine Erfahrung von den „Tagesthemen“, dass die Leute bei so großen einschneidenden Krisen ein enormes Bedürfnis nach Orientierung haben. Deswegen stimmt der Vorwurf nur bedingt, alle würden immer nur Dasselbe machen. Trotzdem glaube ich, dass wir auch mal Themen setzen sollten, die nicht unbedingt in aller Munde sind. Es gibt ja viele Probleme, die in Deutschland beackert werden müssen. Warum nicht endlich auch mal eine Sendung zur Bildung machen, erst recht nach den niederschmetternden Pisa-Ergebnissen.
Frage: Oder wie wär’s mit dem Thema Ernährung? Man muss ja nur mal in eine x-beliebige Fußgängerzone gehen, um zu sehen, dass sich fast die Hälfte der Menschen falsch ernährt.
Antwort: Ich kann nur hoffen, dass wir auch dafür mal Platz haben, weil wir schon jetzt einen vollen Kalender mit den Landtagswahlen, der Europawahl und der US-Wahl im November vor uns haben. Es gehört einfach zu unserer Aufgabe, ein breites Themenspektrum anzubieten
Frage: Da wir gerade das Thema Ernährung streifen, erlauben Sie mir eine abschweifende Frage: Ist es richtig, dass Sie ein ausgesprochener Fan der Currywurst sind? Fake News oder Wahrheit?
Antwort: (lacht) Es stimmt leider. Ich versuche, weniger Fleisch zu essen, aber Currywurst mag ich einfach zu gern. Es ist ab und zu eine kleine Sünde, aber eine sehr feine.
Frage: So ein neues Format verändert ja auch den persönlichen Lebensrhythmus. Wie empfinden Sie das?
Antwort: Auch wenn es sich im Moment noch nicht so anfühlt, aber de facto habe ich mehr Zeit, vor allem abends. Und obwohl der „Tagesthemen“-Phantomschmerz noch immer ein bisschen nachhallt, freue ich mich darauf, abends mehr Zeit mit meiner Familie verbringen oder mal etwas völlig Verrücktes zu tun wie – ins Theater zu gehen (lacht).
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