Unterhaltsames und Wissenswertes Quiz mit 101 kuriosen Fakten vom Campingplatz
Peter Klossek weiß, was Camper umtreibt. Er beherbergt sie im idyllischen Altfunnixsiel. Andere Plätze hingegen setzen auf Nervenkitzel: geschlafen wird an Klippen, in großer Höhe oder im Güllewagen.
Altfunnixsiel - „Auf den Faröer-Inseln gibt es einen Campingplatz auf einem Fußballplatz“, erzählt Peter Klossek. Er selbst betreibt einen Campingplatz in Altfunnixsiel – ganz ohne Fußballfeld, dafür aber direkt an der Harle. Das Areal mit etwa 120 Stellplätzen für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte ist idyllisch und ruhig: genau so, wie sich der durchschnittliche Deutsche einen durchschnittlichen Campingplatz vermutlich ausdenken würde. Was ist das Schöne an diesem Platz? „Man ruht in sich.“ Generell ist die Region auch in Sachen Campingurlaub eher bodenständig. „Wir haben das Glück, dass wir in Ostfriesland für alle Geschmäcker Plätze anbieten“, sagt der Pächter und Betreiber. Oder zumindest für fast alle: Wer wirklich außergewöhnliche Campingerlebnisse sucht, ist hier nach einer Nacht in der Schlafboje am Strand von Harlesiel schnell am Ende.
Exotisch können andere, wie Klossek weiß: Mit 5364 Metern Höhe bietet das Mount Everest Basecamp in Nepal das höchstgelegene Campingerlebnis. Wer die Grenzerfahrung sucht, kann zudem in der Salzwüste Boliviens nächtigen oder den garantierten Nervenkitzel im „Cliffhanger“ finden. Der Klippenhänger ist eine Art Zelt, das an einer Felswand befestigt wird. In dem können Mutige in gut 1000 Metern Höhe die Nacht verbringen. Selbst im Meer, im Atlantik, könne man campen, staunt er. Oder im Güllewagen. All das hat der 67-Jährige zusammen mit seinem Freund aus Kindertagen, Georg Schumacher, zusammengetragen. Herausgekommen ist „Das große Camping-Quiz“. In 101 Fragen hat sich das Autoren-Duo dem Thema Camping auf ganz unterschiedliche Weise genähert. „Wir haben Besonderheiten, Superlative und Minimalismen recherchiert“, so Klossek. Das reichlich bunt bebilderte Quiz im Buchformat gibt es für 14,90 Euro bei Amazon.
Hilfestellungen und Kuriositäten
Dann wieder war das Duo tagelang auf dem Platz in Altfunnixsiel unterwegs und hat in Gesprächen erfragt, was die Urlauber umtreibt, was sie schon immer mal wissen wollten oder was sie bereits erlebt haben. Herausgekommen ist eine Mischung aus Basiswissen und Kuriositäten, Hilfestellungen und Unterhaltung. „Das große Camping-Quiz“ füllt Klossek zufolge eine Lücke: „Es gab kein richtiges, großes Campingquiz in Buchform.“ Garniert ist das Ganze mit persönlichen Eindrücken, vorrangig aus Altfunnixsiel. Denn auch in Ostfriesland gibt es Außergewöhnliches, verrät er: „Wir haben einen Dauercamper, der hat Hund, Katze und Papagei.“ Sie alle seien immer dabei, wenn er auf den Platz kommt.
Georg Schumacher und Peter Klossek teilen von Kindheit an eine Begeisterung für Quizfragen und fürs Campen. Schon in ihrer Kindheit in Bottrop habe es sie oft ins Zelt verschlagen. Dort saßen die Jungs stundenlang mit weiteren Freunden, erinnert sich Klossek. Um sich die Zeit zu vertreiben, hätten sie ihr Wissen gegenseitig auf den Prüfstand gestellt. „Da haben wir versucht, uns mit Quizfragen zu überbieten.“ Die Kunst des Fragens lernten beide also von der Pike auf. Das sollte beide prägen: Klossek war als Journalist und in der Werbung sowie Öffentlichkeitsarbeit tätig, bevor er Campingplatzbetreiber wurde. „Überraschend“, wie er sagt. Bereut hat er den Schritt nie, auch wenn er während der Platzsaison zuweilen „Problemchen“ lösen muss. „Der Campingplatz ist eine Ur-Kommune. Ich komme mir manchmal vor, wie der Oberbürgermeister in einem oberbayrischen Kirchendorf.“
Zelten für 1000 Pfund die Nacht
Mitautor Schumacher entwickelt schon länger Spiele und Quiz-Reihen. Er war lange in der Werbung zuhause, coacht und lehrt. Schumacher lebt heute in Nordfriesland. Beide bringen jahrzehntelange Campingerfahrung mit. Und doch entdeckten auch diese alten Hasen während ihrer Recherche noch viel Neues, verrät Klossek. Er sei überrascht gewesen, wie viel er selbst nicht wusste. „Was ich nicht geglaubt habe, war, dass man auf einem Platz pro Nacht 1000 Pfund zahlen muss. Ich hab gedacht, das gibt`s nicht.“ Gemeint ist das Campen am Glastonbury Festival in England. Neben einer luxuriösen Unterkunft im Nobel-Zelt gibt es für die fette Summe immerhin auch den Eintritt aufs Festivalgelände.
Unterhaltsam und mit „Aha-Effekt“, so hatte sich das Duo sein Quiz gewünscht. „Aber das Wissen steht im Vordergrund“, unterstreicht der Herr über den Altfunnixsieler Campingplatz. Ihm sei wichtig, dass die Leser auch die Kulturgeschichte dieser besonderen Form des Urlaubs erfahren. Noch bevor 1931 bei Köln der erste deutsche Platz eröffnete, sei bereits in England gecampt worden. „In den 1950er Jahren dann wurde Camping populär.“ Auch aktuell boomt es: Laut Caravaning Industrie Verband (CIVD) wurden 2022 in Deutschland fast 91.000 Wohnmobile und Wohnwagen neu zugelassen. Das ist zwar deutlich weniger Plus als im Jahr davor, doch das hat einen Grund: Nicht die mangelnde Nachfrage ist Schuld daran, sondern Lieferengpässe sind es. Zählungen des CIVD zufolge gibt es knapp 1,6 Millionen Reisemobile auf deutschen Straßen – das ist ein Rekord.