Den Haag  Niederlande: Chip-Ausrüster ASML muss China-Exporte einstellen

Sören Ulrich, Helmut Hetzel
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Von Sören Ulrich, Helmut Hetzel
| 04.01.2024 10:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bisher galt das Exportverbot nur für die neuesten ASML-Chip-Systeme. Nun wird es auch auf ältere Modelle ausgeweitet. Foto: imago images/VCG
Bisher galt das Exportverbot nur für die neuesten ASML-Chip-Systeme. Nun wird es auch auf ältere Modelle ausgeweitet. Foto: imago images/VCG
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Die niederländische Regierung verbietet dem Chip-Ausrüster ASML den Export bestimmter Modelle nach China. Denn die USA werfen China vor, die Technologie für militärische Zwecke einzusetzen. Peking reagiert empört.

Der Halbleiter-Streit zwischen den Niederlanden, China und den USA spitzt sich weiter zu. Nun haben die Niederlande bereits erteilte Exportgenehmigungen von Halbleitermaschinen des niederländischen Chip-Maschinen-Herstellers ASML zurückgezogen. Offenbar auf Druck der USA, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Denn auch die Amerikaner fürchten, dass die mit den ASML-Chipmaschinen hergestellten Halbleiter von China hauptsächlich für die Rüstungsindustrie verwendet werden. ASML hat seinerseits bestätigt, dass die Haager Regierung neue Exportverbote für die Chip-Maschinen nach China verhängt hat.

„Wir wollen verhindern, dass niederländische Technologie für militärische Zwecke genutzt werden kann. Auch wollen wir sicherstellen, dass die technologische Führung, die wir haben, gewährleistet bleibt. Und wir wollen die strategische Abhängigkeit von China reduzieren,“ begründete die scheidende niederländische Außenhandelsministerin Liesje Schreinemacher im vergangenen Jahr. Die Entscheidung sei nach „engen Beratungen mit den USA und mit Japan“ getroffen worden, so Schreinemacher damals.

Bereits in der Vergangenheit hatten die Niederlande den Export bestimmter Maschinen zur Chip-Produktion nach China erschwert. Bisher galt das Exportverbot allerdings nur für die neuesten ASML-Chip-Systeme. Nun wird es auch auf ältere Modelle ausgeweitet.

Selber herstellen kann die chinesische Halbleiterindustrie die ultrakleinen High-Tech-Chips bisher noch nicht. Insofern überrascht es nicht, dass das chinesische Außenministerium das erweiterte Exportverbot von ASML-Maschinen scharf verurteilt. Die Exportblockade der ASML-Maschinen sei „ein Akt der Hegemonie der USA“ und eine „Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas“, hieß es aus Peking.

Zu den geostrategischem Clinch hinzu kommt der ewige Streitpunkt Taiwan. Im Sinne der Ein-China-Politik droht die chinesische Führung bereits seit Jahren, sich das demokratische Taiwan einzuverleiben, wenn nötig auch mit militärischer Gewalt. In seiner Neujahrsansprache bekräftige der chinesische Präsident Xi Jinping erneut explizit sein Bestreben, Taiwan „heim ins Reich der Mitte“ zu holen, samt taiwanesischer Chip-Technologie.

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist Marktführer bei der Chip-Herstellung und damit einer der wichtigsten Kunden der niederländischen ASML. Mithilfe der Maschinen aus den Niederlanden stellt TSMC die modernsten und schnellsten High-Tech-Chips her, auch für führende US-Technologiekonzerne wie Apple oder Microsoft.

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