Schutz vor Hochwasser Geflutete Keller pumpt die Wehr nur im Notfall leer
Durch den Dauerregen sind etliche Keller im Landkreis Aurich überflutet. Wer sich des Wassers entledigen will, sollte einen Preisvergleich bei den möglichen Lösungen anstellen.
Landkreis Aurich - Der Dauerregen der vergangenen Tage hat auch in vielen Häusern deutliche Spuren hinterlassen: Etliche Keller sind vollgelaufen. Wasser ist durch Schächte eingedrungen. Mitunter bahnen sich die Niederschläge auch einen Weg über die hauseigene Abwasserleitung, weil die Aufnahmekapazität der Kanäle irgendwann erschöpft ist. „In diesen Fällen kann Abwasser je nach Wasserstand zum Beispiel auch über einen Bodenablauf oder sogar über die Sanitäranlagen ins Haus gedrückt werden“, warnt ein Sprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV). Die Redaktion geht der Frage nach, wie man das Wasser wieder aus dem Haus rauskriegt.
Wie unterstützt die Feuerwehr?
Die Feuerwehr dient in erster Linie der Gefahrenabwehr. Das heißt, dass sie nur dann gerufen werden sollte, wenn eine unmittelbare Bedrohung des Lebens oder eine Zerstörung von Sachwerten droht. Ein solcher Fall kann dann vorliegen, wenn eine Elektroleitung oder eine Heizung in Kontakt mit dem Wasser kommen kann. Der Pegelstand des Wassers sollte mindestens zehn Zentimeter betragen, weil die Pumpe rein technisch sonst gar nicht zum Einsatz kommen kann. Dieser werde dem Hauseigentümer bei der Abwehr einer Gefahrensituation nicht in Rechnung gestellt, sagt Oliver Hemken. Der Sprecher der Kreis-Feuerwehr Wittmund betont, dass die Mitglieder der Wehr gut ausgebildet seien, um Menschen in solchen Situationen zu unterstützen: „Sollten wir vor Ort feststellen, dass keine Gefahrensituation vorliegt, weisen wird darauf hin, dass der Einsatz unter Umständen kostenpflichtig sein kann.“
Grundlage für die Berechnung ist die Gebührenordnung, die jede Stadt verabschiedet hat. Die Sätze weichen mitunter stark voneinander ab. In Aurich etwa wird der Einsatz eines Hilfeleistungs-Löschfahrzeugs, das mit neun Feuerwehrleuten besetzt ist, mit 74 Euro in Rechnung gestellt. Pro Person werden 20 Euro pro halbe Stunde angesetzt. Im Schnitt muss der Hauseigentümer für ein Auspumpen des Kellers in Aurich mindestens 260 Euro veranschlagen. Das ist noch ein moderater Preis, gemessen daran, dass andere Gemeinden und Städte auch noch die Nutzung von Pumpen und anderen Werkzeugen in Rechnung stellen.
Welche Alternativen gibt es?
In jeder Stadt gibt es Hausmeisterdienste, die das Auspumpen des Kellers anbieten. Oft ist das in dem Leistungsumfang, der auf der Homepage dargestellt wird, nicht enthalten. Deshalb ist es ratsam, sich telefonisch danach zu erkundigen, ob der Betrieb eine Tauchpumpe im Einsatz hat und tätig werden kann. Der Stundenlohn dieser Firmen liegt zwischen 30 und 50 Euro. Die Anfahrt wird immer in Rechnung gestellt. Oliver Hemken wies im Gespräch mit der Redaktion darauf hin, dass in Ostfriesland vielfach auch die Nachbarschaftshilfe sehr gut funktioniert. Niemand müsse sich scheuen, Bekannte oder Freunde um Unterstützung zu bitten.
Wann lohnt sich die Anschaffung einer Tauchpumpe?
Wenn abzusehen ist, dass der Keller bei starkem Regen immer wieder überschwemmt sein wird, empfiehlt sich die Anschaffung einer Tauchpumpe. Diese ist in den hiesigen Baumärkten erhältlich. Ganz grob unterscheidet man zwischen einer Tauchpumpe, die lediglich im klaren Wasser eingesetzt werden kann, und einer Schmutzwasserpumpe, die auch mit winzigen Steinen und Sand klarkommt. Im Fachhandel sind auch Kombi-Pumpen verfügbar, die beide Anwendungsfelder meistern. Diese leistungsstarken Hilfsmittel, die bis zu 6000 Liter/Stunde bewältigen können, haben ihren Preis: Sie kosten je nach Hersteller zwischen 230 und 280 Euro. Einige dieser Pumpen sind mit einer Elektronik ausgestattet, die die Pumpe bei Bedarf einschaltet. Eine Trockenlaufsicherung sorgt dafür, dass das Gerät nicht heiß läuft und sich selbst zerstört.
Wie kann man seinen Keller schützen?
Um nicht immer wieder im Keller mit nassen Tatsachen konfrontiert zu werden, ist eine grundlegende Ursachenbehebung ratsam. „Rückstauklappen in der Grundstücksentwässerung sind ein sehr gutes Mittel, um sich zumindest gegen diese möglichen Folgen solcher Regenereignisse zu wappnen. Wichtig ist auch, Niederschlagswasser so gut es geht auf dem eigenen Grundstück versickern zu lassen und nicht auf die Straße abzuleiten, wo es über die Belüftung ins Abwassersystem gelangen und die Situation verschärfen kann“, sagt OOWV-Sprecher Matthias Wittschieben. Baulich sollte an Rinnen, Roste oder Schwellen gedacht werden, um beispielsweise tieferliegende Hauseingänge, Kellerzugänge oder Tiefgaragenzufahrten vor den Wassermassen zu schützen. Qualifizierte Beratung erhalten Interessierte bei Fachunternehmen für sanitäre Anlagen.