Osnabrück  Mehrere Abschiede und ein Neuzugang: So startet der „Tatort“ ins neue Jahr

Frank Jürgens
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Von Frank Jürgens
| 28.12.2023 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sie wirken unzertrennlich. Aber Julia Grosz (Franziska Weisz) will ihren Hamburger Kollegen Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) für ihren neuen Job beim BKA in Wiesbaden alleine lassen. Foto: NDR/Georges Pauly
Sie wirken unzertrennlich. Aber Julia Grosz (Franziska Weisz) will ihren Hamburger Kollegen Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) für ihren neuen Job beim BKA in Wiesbaden alleine lassen. Foto: NDR/Georges Pauly
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Das neue „Tatort“-Jahr startet spannend mit der Hamburger Episode „Was bleibt“ und beschert uns gleich zu Jahres-Beginn einen Abschied. Weitere Abschiede, aber auch ein bemerkenswerter Neuzugang werden das weitere „Tatort“-Jahr 2024 prägen.

25. Dienstjubiläum für Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring)! Da lässt sich selbst der unangepasste Hamburger Hauptkommissar nicht lumpen und schmeißt ein paar Runden. Aber während Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) mit ihrer Band auf der Bühne den Pixies-Hit „Where is my mind“ interpretiert, wird Falke von einem anonymen Anrufer abgelenkt. Mit der vorwurfsvollen Frage, ob er ihn schon wieder im Stich lassen wolle, drängt er Falke zu einem Treffen.

Doch auch das bleibt ergebnislos. Falke erkennt den Mann nicht wieder. Außer ein paar kryptische Andeutungen hat der verzweifelt wirkende Fremde nichts zu bieten. Dann ist er weg. Und wird am nächsten Morgen tot aus der Elbe gefischt. Langsam dämmert es Falke, wer da seine Hilfe suchte. Die Spur führt zurück ins Jahr 2002 in ein Jugendzentrum, wo damals ein brutaler Brandanschlag für Tod und Entsetzen sorgte.

Dieser alte Fall bildet die Grundlage für eine umfassende Themenpalette von verfehlter Migrationspolitik und deren Folgen. Letztendlich dreht sich dabei alles um familiäre Strukturen, wobei vor allen Dingen die Kinder als Leidtragende im Mittelpunkt stehen. Kinder, die irgendwann auch erwachsen werden und orientierungslos zwischen allen Stühlen sitzen. Drehbuchautorin Marija Erceg und Regisseur Max Zähle gelingt eine tragische, emotional mitreißend erzählte Geschichte, die in ihren Grundzügen leider gar nicht so fern der Realität angesiedelt ist.

Aber als Sonntagskrimi ist dieser „Tatort“ mit dem Titel „Was bleibt“ natürlich auch darum bemüht, Motiv- und Tätersuche mit Spannung anzureichern und möglichst viele falsche Fährten zu legen. Kleiner Spoiler: wer schon zu Beginn meint, das Ende zu kennen, darf sich auf gleich mehrere Überraschungen gefasst machen.

Keine Überraschung ist hingegen der schon seit längerer Zeit bekannte Ausstieg von Grosz-Darstellerin Weisz aus der Reihe. Somit beginnt das „Tatort“-Jahr 2024 gleich mit einer ganz besonderen Trennungsgeschichte, in der nach 13 gemeinsamen Fällen nun auch noch einmal die unentschlossene Beziehung zwischen Falke und seiner Kollegin genauer unter die Lupe genommen wird. Wie reagiert Falke, als er zufällig erfährt, dass Grosz tatsächlich ins BKA nach Wiesbaden wechseln will?

Wieso die „Tatort“-Rolle der Kommissarin Grosz nicht fortgeführt wird, ist dabei unklar. Offiziell wird dieser Schritt von NDR Fiction-Chef Granderath damit begründet, dass diese Rolle „nun auserzählt“ sei. Worüber man durchaus geteilter Meinung sein kann. Und auch die Frage, wer die Nachfolge von Schauspielerin Weisz antreten wird, ist vorerst ungeklärt. Klar ist nur, dass Falke in den nächsten beiden „Tatort“-Episoden alleine ermittelt.

Zahlreiche weitere Abschiede und mindestens ein bemerkenswerter Neuzugang werden dann das weitere „Tatort“-Jahr 2024 prägen. Nächsten Sonntag verabschieden sich bereits mit Frau Keller (Annalena Schmidt) und Peter Becker (Peter Espeloer) zwei Urgesteine aus dem Ludwigshafener „Tatort“. Dann erwischt es voraussichtlich am 11. Februar Florence Kasumba an der Seite von Maria Furtwängler in Göttingen. Und so weiter.

Dafür scheint dem Bremer „Tatort“ mit der Sängerin und Schauspielerin Helen Schneider ein ganz besonderer Fang gelungen zu sein. In der gerade abgedrehten Episode mit dem Arbeitstitel „Driving Home for Christmas“ (Ende 2024) ist sie erstmals in der Rolle der Pathologin Edda Bingley zu sehen. Eine dauerhafte Rolle, wie es aussieht. Denn eine Pathologin fehlte bisher im Bremer „Tatort“. Aber nun erst einmal zurück nach Hamburg.

Der „Tatort: Was bleibt“ läuft am Montag, 1. Januar, um 20.15 Uhr im Ersten und anschließend in der ARD Mediathek.

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