Campingplatz in Wiesmoor So geht es mit dem Kiosk am Ottermeer weiter
Die Stadt Wiesmoor hat Anfang des Jahres den Kiosk am Ottermeer übernommen. Die Entscheidung war nicht unumstritten. Das Resümee fällt allerdings eindeutig aus − auch ohne exakte Zahlen.
Wiesmoor - Die genauen Zahlen fehlen zwar, weil der Kassensturz beim Kiosk des Camping- und Bungalowparks am Ottermeer in Wiesmoor noch bevorsteht. Doch eines ist jetzt schon klar: Der Betrieb wird in der kommenden Saison fortgesetzt. Das bestätigte Anita Blöchl im Gespräch mit der Redaktion. Die Leiterin der Einrichtung sprach von einer „sehr guten Akzeptanz“ des Kiosks in diesem Jahr. Das war offenbar nicht selbstverständlich, sondern so etwas wie ein kleines Wagnis. Die Stadt hatte den Betrieb nämlich aus einer Notsituation heraus Anfang des Jahres übernommen, nachdem die ehemaligen Pächter den ursprünglich dort beheimateten Imbiss Ende 2022 aufgegeben hatten. Für Sabaheta Slowik und Mahir Krasniqi sei der Aufwand zu groß geworden, hieß es. Der Stadt war es nicht gelungen, Nachfolger zu finden. Den Interessenten, die sich auf einen entsprechenden Aufruf hin gemeldet hatten, war es zu riskant, ins Saisongeschäft einzusteigen.
„Uns war es damals wichtig, den Betrieb auf solide Beine zu stellen“, sagt Anita Blöchl. So habe man unter anderem neue Heißluft-Öfen angeschafft, um die Brötchen morgens optimal aufbacken zu können. Die neun verschiedenen Sorten, die im Kiosk im Angebot sind, stammten von dem Rasteder Unternehmen Resch und Frisch, das einen herausragenden Ruf genieße. Vorher habe es mitunter Beschwerden wegen der nicht konstanten Qualität gegeben. „Wir mussten uns wieder einen Namen machen“, begründete die Platz-Chefin die Investition.
Entscheidung war alternativlos
Das Ziel habe man erreicht, nicht zuletzt, weil die neuen Öfen es ermöglichten, innerhalb von nur sechs Minuten frische Brötchen vorzuhalten. Sind das jetzt subventionierte Brötchen, wie von einigen Kritikern des Betriebs in städtischer Eigenregie behauptet wird? Verlässlich könne man das erst kommentieren, wenn die exakten Zahlen vorlägen, so Anita Blöchl. Die Entscheidung, den Kiosk zu übernehmen, sei aber alternativlos gewesen. Für die Stadt sei klar gewesen, dass man ein Angebot vorhalten wollte. Deshalb gab es keine andere Chance. Und: „Es hat sich bewährt und ist gut bei den Gästen angekommen.“
Die können dort auch Eier, Süßigkeiten, Zeitungen und Getränke erwerben. Der Betrieb wird von vier Mitarbeitern bestritten, die in Teilzeit bei der Luftkurort Wiesmoor Touristik GmbH, einer 100-prozentigen Tochterfirma der Stadt Wiesmoor, angestellt sind. Der Platz verfügt über 200 Stellplätze, von denen 71 von Dauercampern belegt sind. Wie hoch die Auslastung der Fläche in diesem Jahr im Schnitt war, konnte Anita Blöchl nicht sagen. Offiziell ist der Campingplatz von Ende Oktober bis Ende März geschlossen. Es gibt allerdings derzeit rund 25 Wintercamper, die der Witterung trotzen und es genießen, auch in der kalten Jahreszeit nah an der Natur zu leben. „Die kommen vielfach ganz aus der Nähe, aus dem Auricher oder Leeraner Raum, aber auch aus dem Emsland oder aus Oldenburg“, hat die Campingplatz-Leiterin beobachtet. Die Wintercamper schätzten einfach die Ruhe und die Möglichkeit, am Ottermeer ausgedehnte Spaziergänge zu machen. Das sei schon etwas Besonderes. Der Kiosk wird in der neuen Saison werktags wieder von 8 bis 11 Uhr geöffnet sein. Um den anreisenden Gästen am Wochenende auch eine Einkaufsmöglichkeit zu bieten, wird auch dann jemand nachmittags am Tresen stehen.