Nach Pleite von Holland Norway Lines  Es gibt neue Pläne für eine Norwegen-Verbindung

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 27.12.2023 12:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die MS „Romantika“ hatte Anfang September Emden verlassen. Die Fährverbindung nach Kristiansand bestand nur drei Monate. Das Foto entstand an ihrem neuen Liegeplatz im Hafen von Tallinn. Die „Romantika“ wird aber wohl nicht erneut Teil der Norwegen-Verbindung sein. Foto: Mauersberger/Archiv
Die MS „Romantika“ hatte Anfang September Emden verlassen. Die Fährverbindung nach Kristiansand bestand nur drei Monate. Das Foto entstand an ihrem neuen Liegeplatz im Hafen von Tallinn. Die „Romantika“ wird aber wohl nicht erneut Teil der Norwegen-Verbindung sein. Foto: Mauersberger/Archiv
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Die Fährverbindung der Holland Norway Lines von Emden nach Kristiansand bestand nur drei Monate lang. Jetzt gibt es neue Überlegungen zur Norwegen-Linie. Emden dürfte dabei aber in die Röhre schauen.

Emden/Eemshaven/Kristiansand - Die Fährverbindung nach Kristiansand in Norwegen könnte einen weiteren Anlauf nehmen. Emden wird dabei aber in die Röhre schauen. Die Linie soll, wenn sie wieder gestartet wird, wieder von Eemshaven ausgehen. Dort war sie auch mit der Reederei Holland Norway Lines (HNL) ursprünglich gestartet. Das berichtet der niederländische Fernsehsender RTV Noord auf seiner Website. Wir haben bei dem Insolvenzverwalter von HNL, Hans Silvius, dazu nachgefragt und warten noch auf Antwort.

RTV Noord berichtet, dass es mehrere Interessenten gebe, die die Verbindung übernehmen wollen. Derzeit laufe sogar ein Wettbewerb zwischen den Kandidaten. Die Provinz Groningen und der Hafenbetreiber Groningen Seaports seien an den Plänen der Initiatoren beteiligt und stünden diesen „sehr positiv“ gegenüber. Wann es wieder eine Fährverbindung nach Kristiansand geben könnte, steht aber noch nicht fest.

Neues Konzept für langfristigen Erfolg

Aber: Es soll dann wohl nicht nur der Fahrgast-Transport, sondern auch der Güterverkehr durch das Schiff abgewickelt werden. Damit soll die Verbindung wirtschaftlich stabiler sein. Das war auf der MS „Romantika“ als reines Fahrgastschiff offenbar nicht möglich. Laut Silvius müsse für den langfristigen Erfolg der Verbindung auch ein eigener Terminal in Eemshaven vorhanden sein. HNL pachte noch ein Grundstück dort, auf dem nie ein Bau realisiert wurde. Das Gelände könnte durch den Treuhänder Silvius verkauft werden.

Nachdem die Fähre MS „Romantika“ der Reederei Holland Norway Lines im Frühjahr 2023 überstürzt ihren Liegeplatz im niederländischen Eemshaven verlassen musste, hatte es zunächst in Cuxhaven und dann in Emden ein kurzes Gastspiel gegeben. Von Emden startete die Verbindung am 1. Juni 2023 in Emden und fuhr zu bis zum 30. August. Am 1. September meldete die Reederei Insolvenz an. An Emden habe es aber nicht gelegen, wurde dabei betont.

Stattdessen hatte der Umzug, Stornokosten und auch die Miete der Fähre der jungen Reederei wohl finanziell das Genick gebrochen. Schon 2022 nutzen rund 200.000 Leute die Verbindung Eemshaven-Kristiansand, aber allein die Miete der Fähre betrug eine Millionen Euro pro Monat, so Silvius. Die MS „Romantika“ gehört der estnischen Reederei Tallink. Sie wurde am 6. September nach Tallinn geholt.

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