Stadtentwicklung in Emden  Noch mehr Gegenwind zu Lidl-Plänen in Wolthusen

Stephanie Schuurman
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Von Stephanie Schuurman
| 25.12.2023 10:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Umstritten: die Grüne Wiese als Bauland an der Uphuser Straße in Wolthusen. Foto: Schuurman
Umstritten: die Grüne Wiese als Bauland an der Uphuser Straße in Wolthusen. Foto: Schuurman
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Einkaufsmärkte auf der grünen Wiese kommen jetzt auch für die GfE nicht mehr infrage. Zuvor hatten sich die CDU und die Grünen gegen den Lidl-Umzug in Emden ausgesprochen.

Emden - Jetzt spricht sich auch die GfE-Fraktion gegen die Neubaupläne des Discounters Lidl auf der grünen Wiese in Wolthusen aus - und zwar „geschlossen“, wie Ratsherr Michael Martens von der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden (GfE) dieser Zeitung mitteilte. Damit bekommt der Lebensmittelriese immer mehr Gegenwind.

Die GfE reagiert damit auf jüngste Vorstöße der CDU, Alternativen für das Vorhaben des Unternehmens zu finden. Die Christdemokraten sehen dabei die Stadtbaurätin in der Pflicht. Auch die Ratsgruppe Grüne feat. Urmel lehnt die bereits 2022 mehrheitlich im Verwaltungsausschuss auf den Weg gebrachten Verfahrensschritte zur Bebauungsplan- und Flächennutzungsplanänderung ab. Im Fokus der Kritik steht die Flächenversiegelung, die mit einer Realisierung der Pläne einherginge.

„Neubau ökologisch unpassend“

Lidl plant auf dem 2,7 Hektar großen Areal zwischen der Uphuser Straße und dem Ems-Jade-Kanal einen Filialneubau sowie Raum für Wohngebäude zu schaffen. Der bisherige Markt an der Folkmar-Allena-Straße soll zugunsten weiterer Wohnbebauung abgerissen werden. Der neue Markt wäre für den Autoverkehr leichter zugänglich. Außerdem sei die Erweiterungsmöglichkeit zu einer modernen Filiale an alter Stelle begrenzt.

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Generell begrüßt die Wählergemeinschaft jetzt ausdrücklich die Absicht, in Emden attraktive Einkaufsbedingungen zu bieten, sieht aber „einen Neubau auf diesem Areal als ökologisch unpassend an, da die Wiesenweidefläche zum wertvollen Natur-und Landschaftsraum gehört und somit nicht leichtfertig bebaut werden sollte“, so Martens. Er verweist außerdem auf die in unmittelbarer Nähe zum Kolk beheimateten und schützenswerten Wasserschildkröten und Eisvögel.

Planungen laufen im Hintergrund

Des Weiteren bezweifelt die GfE die These der Stadt, dass der neu geplante Standort aus verkehrlicher und immissionsschutztechnischer Sicht vorteilhafter erscheint. „Es ist nach unserer Meinung eher davon auszugehen, dass bei einer Eröffnung eines Discounters auf dieser Fläche das Verkehrsaufkommen spürbar steigt“, sagte Martens. Vor dem Hintergrund des niedersächsischen Biotopschutzgesetzes, das auf dem Areal mit mesophilem Grünland angewendet werden muss, sei es deshalb schwierig, eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken.

Lidl bekräftigte unterdessen gegenüber dieser Zeitung, das Vorhaben weiter vorantreiben zu wollen. Eine Unternehmenssprecherin hatte angedeutet, dass es Mitte 2024 Neues dazu gäbe. Auch seitens der Stadt hieß es, dass man nach wie vor davon ausgehe, dass sich die „Planungen beim Investor in der Konkretisierung“ befänden. Sobald weitere für die Verfahrensschritte erforderlichen Gutachten vorlägen, würde das Thema erneut öffentlich im Stadtentwicklungsausschuss behandelt. Dann können sich auch sämtliche Ratsfraktionen entsprechend positionieren.