Historisches Torfschiff ist wieder in Großefehn „Frauke“ kehrt nach Sanierung zurück
Nach einer umfangreichen Restaurierung ist das historische Torfschiff „Frauke“ wieder zurück in Großefehn. Mit neuer Farbe und voller Geschichte erfreut es Besucher und Einheimische.
Großefehn - Drei Monate war die „Frauke“ weg – jetzt ist sie wieder da: Das historische Torfschiff auf dem Großefehnkanal hat wieder an seinem Heimatsteg festgemacht und erstrahlt in neuem Glanz. „Das Ergebnis ist unglaublich. Die holländische Werft hat eine Super-Arbeit geleistet“, freut sich Frank Schoone von der Interessensgemeinschaft (IG) „Frauke“.
Die Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Schiffes hat 30.000 Euro gekostet – möglich wurde das durch großzügige Spenden von Fehntjer Bürgern, Banken und Vereinen. Schoone: „Wir möchten uns herzlich bei allen Sponsoren bedanken. Unsere Frauke ist jetzt wieder richtig gut in Schuss!“
Comeback wird im Frühsommer gefeiert
Seit 17 Jahren ist die „Frauke“ eines der touristischen Blickpunkte auf dem Fehn. Zusammen mit der ebenfalls historischen weißen Klappbrücke ist das grün-rote Schiff ein beliebtes Foto-Motiv. Noch fehlen der Mast und die Seitenschwerter – im Frühjahr soll alles wieder zusammengebaut werden. „Wir haben diese Holz-Elemente komplett von allen alten Lackschichten befreit und eine neue, hochwertige Lackierung aufgetragen“, sagt Frank Schoone. Das haben die Mitglieder der IG „Frauke“ in ehrenamtlicher Arbeit nach Feierabend und an Wochenenden erledigt. Hunderte von Arbeitsstunden sind dafür geleistet worden.
In der niederländischen Werft „Hoog Hiemstra B.V.“ in Uitwellingerga wurde das 1910 erbaute Schiff komplett gesandstrahlt, gespachtelt und mit neuer Farbe gestrichen. Frank Fischer, Ralf Gerjets und Harald Kleen haben die „Frauke“ jetzt wieder nach Hause gebracht. In eisiger Kälte brauchten sie dafür vier Tage. Auf dem Fehn wurden sie mit einem Ehrenbogen empfangen. „Nun sind wir wieder frohen Mutes“, sagte Frank Schoone. Im Frühsommer wollen sie das Comeback der „Frauke“ mit einem großen Fest feiern.
Anonymer Spender machte Sanierung möglich
Ende August hatten Mitglieder der IG „Frauke“ ihr Schiff in die Niederlande überführt. Durch den Nordgeorgsfehnkanal, den Ems-Jade-Kanal über den Dollart bis nach Holland. Ende Oktober konnten dort die Arbeiten begonnen werden. „Wir haben uns durch diese Sanierung 20 Jahre in die Zukunft katapultiert“, sagte Frank Schoone. Nun brauche man sich erst mal keine Sorgen mehr über Roststellen und Korrosion machen. Das historische Torfschiff sei wieder zukunftsfähig. Und auch die Nachwuchssorgen der IG sind kleiner geworden. Sieben neue Mitglieder jüngeren Alters sind dazugestoßen.
Ein privater Spender hatte die Rettung der „Frauke“ erst möglich gemacht. Er zahlte den größten Teil der Sanierungskosten, möchte aber anonym bleiben. Kleine Zuschüsse kamen auch vom Landkreis Aurich und der Gemeinde Großefehn. „Die Frauke ist für uns eine Herzensangelegenheit“, sagte Bürgermeister Erwin Adams. Mit einer kreativen Gesamtfinanzierung sei es gelungen, die Sanierung zu bewerkstelligen. Adams: „Jetzt glänzt das Schiff sogar im Dunkeln im Kanal.“
Eigentümerin der „Frauke“ ist die Gemeinde Großefehn. Sie hat es 1995 in den Niederlanden gekauft. Zuerst war es noch als Ausflugsschiff in Timmel und Westgroßefehn im Einsatz. Im Dezember 2006 gründete sich die IG und erklärte sich ehrenamtlich bereit, das Schiff zu unterhalten. Mit der Sanierung und den neuen Mitgliedern kann die „Frauke“ nun weiter als touristisches Aushängeschild glänzen und ehrenvoll an die Geschichte der Torfschifffahrt auf dem Fehn erinnern.