Berlin  Bundeshaushalt 2024: Verbraucher müssen mit noch höheren Strompreisen rechnen

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Von AFP User
| 13.12.2023 15:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Verbraucher müssen zum Jahreswechsel mit noch höheren Strompreisen rechnen. Foto: dpa/Bernd Wüstneck
Verbraucher müssen zum Jahreswechsel mit noch höheren Strompreisen rechnen. Foto: dpa/Bernd Wüstneck
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Nicht nur Tanken und Heizen, auch der Strom wird im kommenden Jahr voraussichtlich teurer als geplant. Grund ist der Bundeshaushalt, auf den sich die Ampel-Koalition geeinigt hat.

Die Stromkosten steigen zum Jahreswechsel noch stärker als zunächst gedacht. Die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, Transnet und 50Hertz teilten am Mittwoch mit, die Netzentgelte kletterten 2024 auf mehr als das Doppelte – von 3,12 Cent pro Kilowattstunde in diesem Jahr auf 6,43 Cent im nächsten Jahr. Grund ist, dass ein von der Bundesregierung zunächst zugesagter Zuschuss von 5,5 Milliarden Euro nun doch nicht fließen wird.

„Ausschlaggebend für die Höhe der Netzentgelte sind die weiterhin hohen Kosten für Systemdienstleistungen als Folge der Preissteigerungen auf den Energiemärkten“, erklärten die vier Unternehmen. Diese Mehrkosten hatte die Bundesregierung mit dem Zuschuss abfedern wollen. Die 5,5 Milliarden sollten aber aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) kommen, den die Bundesregierung im Zuge der Krise wegen des Haushaltsurteils des Bundesverfassungsgerichts auflösen musste.

Bei der Haushaltseinigung der Ampel-Spitzen in der Nacht zum Mittwoch wurde keine Lösung für eine alternative Finanzierung der Stromsubvention gefunden. Es werde keinen Zuschuss geben, erklärten die Übertragungsnetzbetreiber. Infolgedessen müssten sie "die Netzentgelte für 2024 entsprechend anpassen". Die Vergleichsportale Check24 und Verivox rechnen mit zusätzlichen Kosten für einen Musterhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4000 bis 5000 Kilowattstunden von über 100 Euro im Jahr.

Auch Unternehmen sind betroffen. „Damit drohen der Wirtschaft in der gesamten Breite zum Jahreswechsel deutlich steigende Strompreise – und das von einem bereits sehr hohen Niveau aus“, erklärte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian. Er hoffe auf die weiteren Beratung der Bundesregierung und im Bundestag, um dies „noch ‚mal zu korrigieren“.

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Darüber hinaus einigte sich die Ampel-Regierung auf eine Anhebung des CO2-Preises auf 45 Euro pro Tonne statt der bislang vorgesehenen 40 Euro, wodurch unter anderem die Gaskosten steigen. Die Mehrkosten für einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas bezifferte Check24 nun auf netto 60 Euro im Jahr – bei einem CO2-Preis von 40 Euro wären es demnach 40 Euro gewesen.

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