Vor Bürgerentscheid  Kitas in der Krummhörn stehen weiter auf der Kippe

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 13.12.2023 16:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wie geht es mit den Grundschulen und Kitas in der Gemeinde Krummhörn weiter? Darum wird es im Januar gehen. DPA-Symbolfoto: Skolimowska
Wie geht es mit den Grundschulen und Kitas in der Gemeinde Krummhörn weiter? Darum wird es im Januar gehen. DPA-Symbolfoto: Skolimowska
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Die Gemeinde Krummhörn veröffentlicht weitere Unterlagen zur Bedarfsanalyse. Darin steckt eine Überraschung, die bislang so nicht deutlich kommuniziert wurde.

Krummhörn - Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Bürgerentscheid in der Krummhörn. Es geht um die Schließung von Grundschulen und Kitas. Auch wenn ein Großteil der Informationskampagnen erst im Januar, nach den Feiertagen, starten sollen, will die Gemeinde Krummhörn nun weitere Details zu den beiden Varianten veröffentlichen. Und die zeigen: Egal, wie der Bürgerentscheid ausgeht, könnten auch Kitas geschlossen werden.

Die Unterlagen, die bald auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht werden sollen, liegen dieser Zeitung vor. Neben der mehr als 200 Seiten starken ausformulierten Bedarfsanalyse, die erstmals vorgelegt wird, gibt es auch eine Kurzfassung der erwarteten Kosten.

Schnelldurchlauf: die CDU/SWK-Variante

Die CDU/SWK-Variante wurde von den beiden „namensgebenden“ Parteien aus dem Gemeinderat eingebracht. Für diese Lösung der Grundschul- und Kita-Probleme setzt sich das Bürgerbegehren ein, über das am Sonntag, 28. Januar 2024, per Bürgerentscheid entschieden werden soll.

Nach dieser Variante wird die Grundschule Jennelt geschlossen und zu einer Kita umgebaut. Pewsum wird erweitert, die Grundschulen in Greetsiel und Loquard bleiben einzügig und bekommen in den jeweiligen Ganztagsräumen eine Mensa.

Außerdem sieht die Verwaltung, anders als von CDU und SWK vorgeschlagen, einen Neubau einer „Kita Süd“ mit fünf Gruppen als notwendig an. „Auf lange Sicht wird in dieser Variante der Bedarf an Kita-Plätzen für Pewsum und Loquard (Süden) nicht gedeckt und daher ein Neubau mit mehr u3-Plätzen unumgänglich“, heißt es in der Aufstellung.

Die bestehenden Kitas in der Gemeinde bleiben nach dieser Variante so wie sie sind, wobei auch hier Sanierungen anstehen.

Fragezeichen über mehreren Kitas bei der CDU/SWK-Variante

Allerdings: In der Übersicht sind die Kitas in Pilsum, Greetsiel, Eilsum, Uttum und Visquard von den anderen Kitas abgegrenzt und als mögliche aufzugebende Standorte gekennzeichnet. Wie die Gemeinde auf Nachfrage bestätigt, hat dies folgenden Grund: Diese Kitas stehen schon jetzt unter Bestandsschutz, entsprechen also nicht mehr den aktuellen baulichen Vorgaben. „Nach Eingriffen in das Gebäude“, so formuliert es Biregio, müsste „eine neue Betriebserlaubnis eingeholt werden“. Es sei allerdings fraglich, ob diese dann erteilt werden würde.

Es kann also aktuell eher nicht davon ausgegangen werden, dass wirklich alle Kitas in der Gemeinde Krummhörn so erhalten werden können, wie sie sind.

Die Kosten der CDU/SWK-Variante

Werden alle Kita-Standorte beibehalten und saniert, dann kommt diese Variante auf Gesamtkosten von 21.180.000 Euro – für eine gesamte Gebäudenutzfläche von 6411 Quadratmetern. Werden die Kitas, die unter Bestandsschutz stehen, aufgegeben, minimieren sich aufgrund entfallener Sanierungen die Kosten auf 19.335.000 Euro.

Schnelldurchlauf: die Biregio-Variante

Die von den Biregio-Gutachtern erstellte und von der Verwaltung favorisierte Variante sieht vor: Pewsum und Jennelt werden zu den beiden zentralen und einzigen Grundschulen der Gemeinde mit fünf (Pewsum) beziehungsweise zwei Zügen (Jennelt), also Klassen pro Jahrgang. Die Grundschule Greetsiel und die Grundschule in Loquard werden zu zentralen Kindertagesstätten umfunktioniert. Die Kitas in Greetsiel, Manslagt, Uttum und Groothusen werden aufgegeben, die Kitas in Eilsum, die kleinere in Loquard, Jennelt, Pewsum, Pilsum, Visquard und Woquard werden beibehalten und zum Teil saniert.

Die Kosten der Biregio-Variante

Die Gutachter rechnen mit grundlegenden Kosten für die Gebäude von insgesamt 17.2000.000 Euro. Ein Großteil entfällt auf die Sanierung der Grundschule Jennelt (4,14 Millionen Euro), die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Pewsum (5,89 Millionen Euro) sowie auf die Sanierung und den Umbau der Grundschule Greetsiel (2,5 Millionen Euro) und der Grundschule Loquard (2,62 Millionen Euro) zu Kitas.

Insgesamt stünden nach Abschluss der Maßnahmen Gebäude mit einer Gesamtfläche von 6.812 Quadratmetern zur Verfügung. Das ist etwas mehr als bei der anderen Variante. Laut früherer Aussagen von Biregio dauert die Umsetzung des Bedarfsplanes rund zehn Jahre.

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