Ein Feuerwerk für alle? Rheiderland-Bürgermeister stehen Silvester-Idee offen gegenüber
Viele Rheiderländer fühlen sich genervt, weil Tage vor und nach Silvester Raketen und Böller gezündet werden. Wäre ein zentrales Feuerwerke für alle eine Lösung? Was halten die Bürgermeister davon?
Rheiderland - Böllern oder nicht Böllern – diese Frage wird seit einigen Wochen kontrovers diskutiert. Im Rheiderland hat sich eine Böller-Initiative gegründet, die insbesondere das unkontrollierte Zünden von Feuerwerkskörpern an den Tagen vor und nach Silvester eindämmen möchte. Ein erster Schritt, so die Idee, könnte die Verkürzung der Verkaufszeit von Silvesterfeuerwerk von drei auf zwei Tage vor dem Jahreswechsel sein. Was halten die Menschen davon?
Das wollte diese Zeitung auf Instagram bei einer Abstimmung zum Thema Silvesterfeuerwerk herausfinden. Darüber, ob die Verkürzung der Verkaufszeit tatsächlich einen spürbaren Effekt hätte, waren die Meinungen ziemlich gleich verteilt. Auffällig waren dagegen die zahlreich geäußerten Wünsche nach Alternativen zum klassischen Feuerwerk. Viele sprachen sich für ein komplettes Verbot privater Böllerei aus, andere wiederum wünschen sich statt eines generellen Verbots ein großes Feuerwerk für alle an zentraler Stelle im Rheiderland. Können sich Bürgermeister im Rheiderland so etwas grundsätzlich vorstellen?
Zentraler Standort
Mit einem klaren „Ja“ beantwortet Heiko Abbas aus Weener als Sprecher der drei Rheiderland-Kommunen Bunde, Jemgum und Weener diese Frage. „Es ist zu prüfen, ob in den kommunalen Haushalten hierfür Geld bereitgestellt werden kann“, betont Abbas. Allerdings müssten bei so einem zentralen Rheiderland-Feuerwerk nach Einschätzung der Bürgermeister auch gewisse Kriterien erfüllt werden. „Ein solches Feuerwerk müsste an einem zentral gut erreichbaren Ort durchgeführt werden“, betont der Weeneraner Bürgermeister. Neben ausreichend Platz müsste außerdem sichergestellt werden, dass keine umliegenden Liegenschaften oder Natur in Mitleidenschaft gezogen werde.
Bei einem Treffen, zu dem die Böller-Initiative im Oktober die drei Verwaltungschefs eingeladen hatte, wurde als möglicher Standort für ein großes Gemeinschaftsfeuerwerk das Gewerbegebiet Bunde-West ins Gespräch gebracht. Was halten die Verwaltungschefs von diesem Standort?
Stimmungsvolle Alternative
„Sollte ein entsprechendes zentrales Feuerwerk durchgeführt werden, wäre das erst im Jahr 2024 möglich“, stellt Bürgermeister Heiko Abbas klar. Es sei vor diesem Hintergrund daher nicht sinnvoll, sich schon jetzt auf einen Ort festzulegen. „Es wäre zudem zu prüfen, ob ein solches Feuerwerk nicht an wechselnden Standorten in den drei Kommunen durchgeführt wird“, bringt Abbas die Überlegung der Rheiderländer Bürgermeister auf den Punkt.
Anita Weelborg-Leissen, Mitglied der bunt zusammengewürfelten Bürgerinitiative, könnte sich auch noch eine andere Variante vorstellen: Ein Silvestertreffen für alle mit Fackeln und Lichtern statt mit Böllern und Raketen. Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) hatte zum Jahreswechsel 2022/2023 erstmals zu solch eine Alternativer zum klassischen Feuerwerk eingeladen: zum Wangerländer Deichleuchten. Die Aktion sei nach Auskunft der Touristiker bei Urlaubern und Einheimischen so gut angekommen, dass das stille Genießen beim bevorstehenden Jahreswechsel noch mehr Fans gewinnen soll.
Die Initiative fordert eine Veränderung der Silvestergewohnheiten aus diversen Gründen: Für viele Haustiere sei der Jahreswechsel mit hohem Stress verbunden. Aus Angst vor dem Pfeifen und Krachen trauten sich viele Hunde gar nicht mehr zum Gassigehen vor die Tür und verkriechen sich im Haus. Aber auch Wildvögel und andere freilebende Tiere würden durch Feuerwerkskörper völlig verängstigt. Aber auch der Umweltschutz spreche dafür, sich von der Tradition zu verabschieden.
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