Hamburg  Disneys „Hercules“: Dieser Musical-Star wird Hamburgs nettester Bühnen-Bösewicht

Guido Behsen
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Von Guido Behsen
| 07.12.2023 12:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Wo kein Gegenspieler, da auch kein Held. Im neuen Disney-Musical „Hercules“ übernimmt Detlef Leistenschneider die Rolle des Hades. Bei seiner Vorstellung gab sich der Darsteller allerdings äußerst verträglich – noch...

Ende Oktober lüftete Musical-Riese Stage Entertainment das Geheimnis: Benét Monteiro, der bereits die Titelrolle in „Hamilton“ spielte, wird der Titelheld im Disney-Musical „Hercules“, das am 24. März 2024 in Hamburg Weltpremiere feiern wird.

Jetzt steht auch fest, wer dem größten Helden der Antike in der Neuen Flora das halbgöttliche Leben schwer machen wird. Am Mittwoch gaben Stage und Disney-Theaterchef Thomas Schumacher, der für die Präsentation aus New York an die Elbe gereist war, den kompletten Cast bekannt. Die Figur des Bösewichts übernimmt ein guter Musical-Bekannter, für den die Rolle als Unterwelt-Gott Hades eine echte Wandlung bedeutet.

Denn bisher ist Detlef Leistenschneider Musical-Fans vor allem als schüchterner und vor allem komischer Harry aus „Mamma Mia“ ein Begriff. In „Das Wunder von Bern“ verkörperte der 50-Jährige den Kriegsheimkehrer Richard Lubanski. Ganz anders Hades, der mit seinen ebenso durchtriebenen wie durchgeknallten Gehilfen Karl (André Haedicke) und Heinz (Mario Saccocio) den Aufstieg von Hercules in den Olymp verhindern will.

„Ich bin nicht der typische Bösewicht, aber wenn man den Film kennt, weiß man, dass Hades auch nicht der typische Bösewicht ist. Er hat zwar böse Absichten, aber er ist am Ende auch ein Schnacker“, sagt Leistenschneider im besten Hamburg-Slang. Schließlich lebt der gebürtige Saarländer bereits seit mehr als 20 Jahren in der Musical-Hauptstadt.

Anders als etwa der durch und durch böse Joker aus den „Batman“-Filmen sei Hades immer auch auf der Suche nach Liebe. Und nicht zuletzt der stetige Ärger mit seinen beiden begriffsstutzigen Schergen verleihe der Figur auch etwas sehr Komödiantisches. „Hades macht im Laufe der Geschichte vielleicht nicht gerade die größte Entwicklung durch“, sagt Leistenschneider lachend. „Dafür kann man in der Rolle mal die Abgründe, die in jedem stecken, aus der Seele herausholen, das wird sicherlich spannend.“ Dass ihm Hades‘ fiese Art schwerfallen könnte, glaubt der tiefenentspannte Schauspieler und Sänger nicht: „Das kommt dann schon...“

Nach seiner Vorstellung als Titelheld in „Hercules“ hatte Hauptdarsteller Benét Monteiro unserer Redaktion verraten, welchen (Film-)Helden er bewundert – Spiderman. Hat Hamburgs neuer Musical-Bösewicht auch Vorbilder oder Lieblings-Schurken? Detlef Leistenschneider denkt kurz nach: „Scar aus ,König der Löwen‘, auch so eine Disney-Figur, die nicht rundweg böse ist, sondern innerlich zerrissen.“

Hercules ist bereits das neunte Musical, das Stage Entertainment zusammen mit Disney auf die Bühne bringt, erstmals wird dabei jedoch in Hamburg Weltpremiere gefeiert. „,Hercules‘ hat alles, was sich unser Publikum von einem Disney-Musical wünscht: weltbekannte Songs, spektakuläre Bühnenbilder und überlebensgroße Charaktere, die uns zum Lachen und Weinen bringen“, verbreitet Stage-Chefin Uschi Neuss Vorfreude.

Nach dem Musical „Hamilton“ über den amerikanischen Gründervater Alexander Hamilton, das zwar von der Kritik gefeiert, aber vom deutschen Publikum eher verhalten aufgenommen wurde, dürfte Stage mit „Hercules“ zudem eher den Massengeschmack treffen. Der gleichnamige Disney-Film von 1997 gehöre noch heute zu den Top 6 der animierten Filme, die in Deutschland konsumiert werden, sagte Disney-Theater-Chef Thomas Schumacher bei seiner Präsentation.

Hauptdarsteller Benét Monteiro drückte es im Kehrwieder-Theater so aus: „Ihr ahnt ja nicht, was da kommt!“ Die Proben für „Hercules“ beginnen am 15. Januar.

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