Weihnachten in Wiesmoor  Der Jannburger Weg – eine Straße im Adventsfieber

Nicole Böning
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Von Nicole Böning
| 30.11.2023 16:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Advent wird Ewald Hagedorn aus Wiesederfehn zum Weihnachtswichtel und bringt unter anderem mit Nachbarn seine Straße zum Leuchten. Foto: Böning
Im Advent wird Ewald Hagedorn aus Wiesederfehn zum Weihnachtswichtel und bringt unter anderem mit Nachbarn seine Straße zum Leuchten. Foto: Böning
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Er steckt hinter den Lichtern am Jannburger Weg und hat bei vielem anderen zur Weihnachtszeit die Finger im Spiel: So bringt sich Ewald Hagedorn in Weihnachtsstimmung.

Wiesmoor - Die Luft ist kalt und klar, beißt leicht auf der Haut. Der Winter schickt Temperaturen um den Gefrierpunkt, vereinzelt fallen Flocken vom Himmel. Bedächtig schiebt Cornelia Trabs den Buggy mit dem müden dreijährigen Fin durch die beleuchteten Bögen des weihnachtlich geschmückten Jannburger Wegs. „Ist das nicht schön?“, fragt sie. Neben ihr fährt die elfjährige Tochter Eni auf Inline-Skates und nickt. Cornelia Trabs ist extra in der Dunkelheit noch mal mit ihren Kindern nach draußen gegangen, um den Adventszauber in der Nachbarschaft zu genießen. Eni Trabs ist schon am Morgen auf dem Schulweg durch die leuchtenden Bögen gegangen und hat die geschmückten Weihnachtsbäume bewundert. Jetzt leuchten ihre Augen im Schein der vielen winzigen Lampen. Sie lächelt.

Wie die Familie Trabs hätten viele die Verwandlung der davor eher spärlich beleuchteten Siedlungsstraße in Wiesederfehn in eine Lichterallee bewundert, sagt Ewald Hagedorn und lächelt ein wenig stolz. Er hatte die Idee für diesen Lichtblick in der dunklen Jahreszeit vor zehn Jahren. Seitdem sorgt er dafür, dass am Jannburger Weg in der Adventszeit viele Lichter angehen. Das ist nicht die einzige Aktion, die bei den Hagedorns zur Weihnachtszeit ansteht. Sobald die ersten Spekulatius in den Supermarktregalen stehen, wird es bei ihnen im Jannburger Weg ähnlich geschäftig wie beim Weihnachtsmann persönlich.

Die Weihnachtswerkstatt am Jannburger Weg

Nur dass dort keine Wichtel aktiv sind, sondern eher welche gebastelt werden. Während Ewald Hagedorn von den Weihnachtsaktionen berichtet, an denen er und seine Frau beteiligt sind, bindet Helga Hagedorn die letzten Weihnachtswichtel aus Tannengrün. Sie tragen eine Weihnachtsmann-Mütze und bekommen einen Kugelbommel. Die meisten Wichtel haben das Haus schon verlassen. Sie sind auf den Weihnachtsmärkten der Dorfgemeinschaft Wiesederfehn und in Marcardsmoor zu haben. Wie auch der Fehnker Eierpunsch, der in der Küche der Hagedorns entsteht.

„Kennen Sie die Bude auf dem Bremer Weihnachtsmarkt, die immer am vollsten ist?“, fragt Hagedorn. Das sei die Bude mit dem Eierpunsch, verrät er. Der Fehnker Eierpunsch entstehe nach dem gleichen Rezept. Über den Inhalt des Getränks habe er sich aber zum Schweigen verpflichtet, sagt Hagedorn und grinst. Mit einem der selbst gebastelten und ebenfalls leuchtenden Weihnachtswichtel aus Tannengrün im Arm steht er jetzt an der Straße und blickt auf die Flucht der neun beleuchteten Bögen. Er hat 67 Weihnachtsbäume bestellt, die Nachbarn geschmückt entlang des etwa 800 Meter langen Straßenabschnitts aufgestellt haben.

Die Nachbarn ziehen mit

„Manche haben den Bäumen eine ganz eigene Note gegeben“, sagt Hagedorn. Mit Kugeln, Schleifen, Sternen und noch mehr Lichtern säumen sie die Straße. „Sogar der NDR hat schon darüber berichtet, wir sind wohl die einzige Straße mit einer solchen gemeinsamen Dekoration“, sagt Hagedorn. 2016 war deshalb auch RTL-Nord mit einem Filmteam zum Dreh bei ihm. „Bäume und Lichterketten haben wir von den Überschüssen unseres Straßenflohmarktes finanziert“, erklärt der 71-Jährige. Die Bögen hat ein Metallwerker passend für den Fußweg entlang der Siedlungsstraße angefertigt. Die hatten in der Corona-Zeit allerdings Pause und wurden in diesem Jahr das erste Mal wieder aufgestellt.

„Vorher haben wir uns wegen des Abstandgebots und der Infektionsgefahr lieber zurückgehalten“, sagt Hagedorn. Damit ist jetzt Schluss. Am Freitag, 1. Dezember, werden sich die Nachbarn wieder treffen und in einer kleinen Adventsfeier die auferstandene Pracht feiern. Ein großes Lichterfest, wie vor der Corona-Pandemie, soll es nicht geben. Dafür schließen sich in den Tagen danach am ersten Adventswochenende der Lüchtermarkt am Marktplatz in Marcardsmoor (Samstag, 2. Dezember, ab 14 Uhr) und der Fehnker Wiehnachtsmarkt am Dorfgemeinschaftshaus am Hopelser Weg 14 an (Sonntag, 3. Dezember, ab 14 Uhr).

Auch die Familie Trabs, die in der Dämmerung die Lichterallee im Jannburger Weg genießt, hat sich einen Wiesmoorer Weihnachtsmarkt im Kalender notiert: den am 2. und 3. Advent stattfindenden Weihnachtsmarkt im Torf- und Siedlungsmuseum mit historischem Weihnachtsdorf und Hüttenzauber. Er ist jeweils von 13 bis 21 Uhr geöffnet. Ein geheimes Rezept steckt übrigens auch hinter dem Eierpunsch in Zwischenbergen auf dem Dorfplatz beim Adventsschoppen am Samstag, 2. Dezember, ab 18 Uhr und dem anschließenden Weihnachtsmarkt am 1. Adventssonntag, 3. Dezember, ab 14 Uhr.

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