Erhöhungen im Jahr 2024  So teuer wird der Müll im Kreis Leer

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 29.11.2023 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gelbe Säcke bleiben kostenlos. Für Restmüll-Säcke fallen im kommenden Jahr höhere Entgelte an. Foto: Ortgies
Gelbe Säcke bleiben kostenlos. Für Restmüll-Säcke fallen im kommenden Jahr höhere Entgelte an. Foto: Ortgies
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Für Anlieferung und Abholung von Müll will der Landkreis Leer im kommenden Jahr größtenteils die Gebühren erhöhen. Das kommt auf die Bürger zu.

Landkreis Leer - Die gute Nachricht zuerst: Nachdem das Grundentgelt für die Müllabfuhr, das jeder Haushalt zahlt, im Landkreis Leer zum 1. Januar 2023 von 82,20 auf 91,68 Euro angehoben wurde, bleibt es dieses Mal wohl zum Jahreswechsel bestehen.

Tiefer in die Tasche greifen müssen die Bewohner des Landkreises Leer ab 2024 aber wohl trotzdem, wenn sie ihren Müll abholen lassen oder selbst zu den Wertstoffhöfen bringen wollen. Im Abfallwirtschaftsausschuss stand am Mittwoch, 28. November 2023, die neue Entgeltsatzung zur Beratung an. Endgültig beschlossen wird die Anpassung voraussichtlich Anfang Dezember im Kreistag.

Kosten für die Abholung

Nachdem die Gebühren der Säcke für Restmüll und Grünabfall zum vergangenen Jahreswechsel schon kräftig angehoben wurden, werden diese im neuen Jahr wieder teurer. Der Preis für einen 50-Liter-Restabfallsack steigt demnach von 1,35 auf 1,60 Euro und für den 30-Liter-Restabfallsack von 81 auf 96 Cent, wie Erste Kreisrätin Jenny Daun im Ausschuss berichtete. Für den 20-Liter-Grünabfallsack erhöht sich der Preis von 29 auf 32 Cent und für den 40-Liter-Sack von 58 auf 64 Cent. Für Grundstücke, deren Müll in einem Restabfallgroßbehälter entsorgt wird, werden die Entsorgungskosten laut Beschlussvorlage ebenfalls angepasst.

Gelbe Säcke werden weiterhin kostenlos abgeholt. Foto: Ortgies
Gelbe Säcke werden weiterhin kostenlos abgeholt. Foto: Ortgies

Die Sperrmüllsofortabholung wird im kommenden Jahr ebenfalls deutlich teurer. Kostet sie für bis zu fünf Kubikmeter aktuell noch 95 Euro, müssen Bürgerinnen und Bürger, die alte Sofas, Matratzen, Küchen und Co. schnell loswerden möchten in 2024 für die gleiche Menge 106 Euro zahlen. „Dadurch, dass wir im Landkreis pro Jahr nur um die 300 Sofortabholungen im Gegensatz zu über 1000 angemeldeten haben, betrifft das aber nicht so viele Menschen“, sagte Daun.

Kosten für die Anlieferung

Wer seinen Unrat selbst zu den Wertstoffhöfen im Landkreis Leer bringt, muss ebenfalls mit Mehrkosten rechnen. Bürger, die dort Grünabfälle loswerden wollen, zahlen statt zehn Euro zwölf Euro pro Kubikmeter. Die Kosten für Asbest steigen von 105 auf 130 Euro.

Dämmmaterial kann für 35 statt 33 Euro abgegeben werden und Altreifen werden nicht mehr für vier, sondern für fünf Euro pro Stück entsorgt. Altöl dagegen wird mit 25 statt 30 Cent pro Liter etwas günstiger, „das wird aber sowieso kaum angeliefert“, so Daun.

Das bleibt gleich

Bei allen Erhöhungen gibt es aber auch Gebühren, die nicht angepasst werden. Unverändert bleiben die Preise bei der regulären Sperrmüllabfuhr (35 Euro für bis zu fünf Kubikmeter). Die Gebühren in der Anlieferung von Restabfall (30 Euro pro Kubikmeter), Altholz (sechs Euro), Bauschutt (25 Euro) sowie Bau- und Abbruchabfälle (42 Euro) werden ebenfalls nicht angehoben.

Darum wird vieles teurer

Wie in so vielen Branchen sorgen eine Reihe von Mehrkosten beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises für höhere Ausgaben. Daher müssten die Gebühren nun erneut angepasst werden, wie Daun erklärte. „Trotzdem haben wir die Grundgebühr belassen und diese Kosten auf die Entgelte umgelegt“, sagte sie.

Hohe Spritkosten und Lkw-Maut sorgten für höhere Transportkosten der Abfälle in das Entsorgungszentrum Breinermoor. Hinzu kämen gestiegene Löhne und die CO2-Bepreisung bei der Abfallverbrennung. „Auf einen durchschnittlichen Haushalt kommen so nach unseren Berechnungen durchschnittlich 5,30 Euro mehr im Jahr zu“, sagte Daun. Im Vorfeld habe man mit mehr gerechnet, „das finden wir vertretbar“, sagte sie.

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