Osnabrück Kampf gegen die Erderwärmung – Die Richtung stimmt, nicht aber das Tempo
Bei der Weltklimakonferenz in Dubai wird es wieder ein politisches Geschacher darum geben, was im Kampf gegen den Klimawandel zu tun ist und was nicht. Eines steht schon fest: Das Ergebnis wird ernüchternd sein.
Die Fakten zwängen zu beherztem Handeln. Mit dem Klimawandel – egal, ob von Menschen gemacht oder nicht, wie manche glauben – nehmen die Extremwetterlagen zu; es drohen gravierende Folgen für das menschliche Zusammenleben. Bei der Klimakonferenz vor einem Jahr sprach UN-Generalsekretär Antonio Guterres denn auch von einem „Highway to hell“, den man schnellstmöglich verlassen müsse.
Ein Jahr später, bei der inzwischen 28. Weltklimakonferen, sieht es nicht danach aus, als habe die Warnung sonderlich Eindruck bei den Mächtigen hinterlassen. Anstatt die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu drosseln, steuert die Welt nunmehr auf drei Prozent bis Ende des Jahrhunderts zu.
Welche Folgen das nach sich ziehen könnte, lässt sich angesichts der Dürren, Stürme und Überschwemmungen der vergangenen Jahre erahnen.
Dass die zweiwöchige COP 28-Konferenz, die an diesem Donnerstag beginnt, bahnbrechende Entscheidungen auf den Weg bringt, ist dennoch nicht zu erwarten – dafür dürften schon die Vereinigten Arabischen Emirate als Gastgeber sorgen.
Wer mindestens bis 2050 und wohl auch darüber hinaus noch gute Geschäfte mit Öl und Gas machen will, wird kaum einen Beschluss vermitteln, der sich ausdrücklich für einen baldigen Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energien ausspricht. Eine Einigung darauf ist schon in der Vergangenheit nicht gelungen. Kann man sich die Klimakonferenzen also sparen, weil der große Wurf nicht gelingt?
Nein. Hätte es die Klimagipfel in der Vergangenheit nicht gegeben, wäre die Lage heute wohl deutlich schlimmer. Immerhin haben die Treffen eine Dynamik ausgelöst, nach der sich Regierungen weltweit darüber den Kopf zerbrechen, wie sich Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig und klimaverträglich umbauen lassen und entsprechend handeln. Der Ausbau erneuerbarer Energien kommt voran, zu langsam zwar, aber immerhin.
So ist nicht alles schlecht. Die deutsche Industrie beispielsweise investiert immer mehr in den Klimaschutz. Laut Statistischem Bundesamt sind die Investitionen zur Vermeidung von Emissionen und Ressourcenschonung innerhalb eines Jahrzehnts um fast drei Viertel auf mehr als vier Milliarden Euro gestiegen.
Es sind diese kleinen Lichtblicke, die die Hoffnung nähren, dass der Planet Erde auch den nächsten Generationen kein lebensfeindlicher Ort ist.