Hannover Silvester-Knaller: Verantwortung statt Verbot
Bald ist Silvester und wieder kommt die Frage auf, ob wir ein Böllerverbot brauchen. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) ist dagegen. Richtig so.
Verletzungen an Augen und Fingern, Brandwunden, Tausende Polizeieinsätze und hohe Kosten, dazu die Belastung durch Feinstaub, tonnenweise Müll und nicht zuletzt Tiere, die sich erschrecken: Es gibt unzählige gute Gründe, das Böllern an Silvester generell zu verbieten.
Doch vor einem Ruf nach einem weiteren staatlichen Eingriff in die persönliche Freiheit eines jeden einzelnen sollte sich jeder zunächst fragen, was er tun kann, um die ungewollten und unangenehmen Begleiterscheinungen der Böllerei zu verhindern. Verantwortung heißt das Stichwort. Wir brauchen nicht noch ein gesetzliches Verbot, sondern mündige Bürger, die sich vernünftig und verantwortungsbewusst verhalten.
Auch im Straßenverkehr passieren jeden Tag schreckliche Unfälle. Sollte deshalb das Autofahren verboten werden? Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens liegt mit ihrem Nein zu einem allgemeinen Böllerverbot völlig richtig. Die meisten Menschen begrüßen das neue Jahr friedlich mit einem bunten Feuerwerk – eine gute Tradition, die wir uns von einigen wenigen Krawallmachern nicht kaputtmachen lassen sollten.
Diejenigen aber, die mit Knallern Ausschreitungen provozieren, Böller auf Einsatzkräfte werfen und vorsätzlich Brände entfachen, müssen strafverfolgt werden und die volle Härte der rechtlichen Konsequenzen zu spüren bekommen. Es kann jedenfalls nicht sein, dass eine Minderheit von wenigen Knallköpfen eine weitere staatliche Regulierung nach sich zieht und der Mehrheit den Spaß und die Freude an einem farbenfrohen Jahreswechsel verdirbt.