Wittmunder Auto-Explosion  Polizei nimmt mutmaßlichen Bomben-Auftraggeber fest

| | 24.11.2023 20:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein BMW war in der Nacht zum 15. Mai 2023 in dieser Wittmunder Wohnsiedlung explodiert. Archivfoto: Ullrich
Ein BMW war in der Nacht zum 15. Mai 2023 in dieser Wittmunder Wohnsiedlung explodiert. Archivfoto: Ullrich
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Im Mai 2023 war in einer Einfamilienhaus-Siedlung in Wittmund ein BMW explodiert. Nachdem im Sommer ein junger Mann in den Fokus der Ermittler gerückt war, nahmen sie nun einen weiteren Mann fest.

Wittmund/Osnabrück - Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück hat die Polizei am Freitag, 24. November 2023, den mutmaßlichen Drahtzieher für die Sprengung eines BMW in Wittmund im Mai 2023 festgenommen. Das hat Staatsanwalt und Pressesprecher Christian Bagung der Redaktion bestätigt. Demnach werfen die Ermittler dem Mann vor, einem zur Tatzeit 19- und heute 20-Jährigen den Auftrag erteilt zu haben, an der Limousine einen Sprengsatz zu installieren und die Bombe später detonieren zu lassen.

Noch am Tag seiner Festnahme wurde der mutmaßliche Auftraggeber Bagung zufolge gegen 15.30 Uhr dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem sitzt der 25-Jährige in Untersuchungshaft. Den damals 19 Jahre alten mutmaßlichen Bombenleger hatten Polizisten bereits im Sommer festgenommen, nachdem Ermittlungen sie auf dessen Spur gebracht hatten. Ein Richter des auch diesmal zuständigen Amtsgerichts Osnabrück hatte den Haftbefehl allerdings außer Vollzug gesetzt, weswegen der Mann wieder aus der U-Haft entlassen worden war. Daran hat sich, so Bagung, bis heute nichts geändert. Der inzwischen 20-Jährige sei zwar weiterhin verdächtig, aber auf freiem Fuß.

Zweite Bombe hatte nicht gezündet

Am 14. Mai war um kurz vor Mitternacht in der Wittmunder Ledastraße inmitten von gepflegten Vorgärten und rot geklinkerten Einfamilienhäusern der BMW explodiert. Die Detonation war so laut gewesen, dass selbst die Beamten auf dem rund zwei Kilometer entfernten Polizeikommissariat den Knall hatten hören können. Als eine Streife vor Ort eintraf, war die Stimmung der vielen Anwesenden aufgeheizt, nur beherztes Dazwischengehen verhinderte eine Prügelei. Und: Hinzugerufene Spezialisten des Landeskriminalamts aus Hannover stellten fest, dass es noch eine weitere Bombe gab, die allerdings nicht gezündet hatte. Sie wurde in der Nähe des Tatorts kontrolliert gesprengt.

Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Osnabrück und nicht die eigentlich örtlich zuständige Auricher Behörde. Der Grund ist eine Sonderzuständigkeit: In Osnabrück sitzt die Zentralstelle zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die Beamten mindestens zu Beginn der Ermittlungen einen Zusammenhang ins Clan-Milieu gesehen haben. Ende Juni 2023 hatten unsere Recherchen ergeben, dass zumindest zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen worden war, dass es sich bei der Tat um einen aus dem Ruder gelaufenen Denkzettel gehandelt haben könnte. Inwieweit dieser Stand angesichts der neuen Entwicklungen noch zutrifft, ist jedoch unklar.

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