Sparkurs bei Volkswagen  Beschäftigte bei VW Emden fordern Klarheit

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 24.11.2023 15:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der ID.7 ist das zweite Elektromodell, das in Emden vom Band läuft. Foto: Ortgies
Der ID.7 ist das zweite Elektromodell, das in Emden vom Band läuft. Foto: Ortgies
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Wegen Teilemangel und Absatzschwächen droht auch im Emder VW-Werk ein Stellenabbau. Die Beschäftigten wollen wissen, wie es weitergeht. Konzernchef Oliver Blume stellt baldige Neuigkeiten in Aussicht.

Emden - Wie soll es im Emder Volkswagen-Werk angesichts des vom Konzern angekündigten Sparprogramms und des schwächelnden Absatzes bei Elektroautos weitergehen? In dieser Frage fordert die Belegschaft möglichst bald Klarheit. Bei einer Betriebsversammlung am Freitag habe der Emder Betriebsratschef Manfred Wulff auch Werksleiter Uwe Schwartz damit konfrontiert, wie aus einer Mitteilung des Betriebsrats hervorgeht. Die Antworten seien allerdings auch mit Blick auf noch ausstehende Vorstandsentscheidungen unbefriedigend ausgefallen, heißt es. „Bis Weihnachten erwartet die Belegschaft konkrete Vorschläge zur Fahrweise und Personalentwicklung“, sagte Wulff laut Mitteilung.

Anfang November hatte Volkswagen einen Einstellungsstopp für all seine Werke in Niedersachsen verhängt – also auch für Emden. Der Betriebsrat dort hatte allerdings schon vor Monaten darauf hingewiesen, dass längst nicht mehr jede Stelle, die etwa aus Altersgründen frei werde, wieder neu besetzt werde. Hinzu kamen zuletzt Produktionsstopps – einerseits, weil Teile von Zulieferern fehlten, andererseits, weil der Absatz des in Emden gefertigten Elektromodells ID.4 nicht so lief wie erhofft. Der Teilemangel habe die Beschäftigten ebenso vor Herausforderungen gestellt wie der Anlauf des zweiten Emder Elektromodells, des ID.7, bilanzierte Wulff: „Der Werksumbau und die Markteinführung haben aber auch Spuren hinterlassen, denn viele Kolleginnen und Kollegen sind an ihre Belastungsgrenzen gegangen – sowohl an der Linie als auch im indirekten Bereich.“

VW-Chef stellt Klarheit: Ohne Stellenabbau geht es nicht

Konzernchef Oliver Blume hatte im Sommer ein groß angelegtes Sparprogramm vorgestellt: Alle Marken von Volkswagen erhielten neue Renditevorgaben, die mittels Einsparungen und zusätzlichen Erlösmöglichkeiten erreicht werden sollen. Vor allem die Kernmarke VW Pkw ist das Sorgenkind der Wolfsburger. „Bereits im kommenden Jahr planen wir, über die Performance-Programme unserer Marken einen Effekt von mehr als zehn Milliarden Euro für den Konzern zu realisieren“, sagte Blume nun der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Der Konzernchef machte hierbei auch klar, dass die Sparmaßnahmen auch direkt die Belegschaft treffen werden: „Um unsere Effizienz zu steigern, geht es auch um das Reduzieren von Personal.“ Wie viele Stellen genau wegfallen, darauf wollte sich Blume allerdings nicht festlegen. „Wir nutzen dabei sozialverträgliche Instrumente wie die demografische Kurve oder Regelungen zur Altersteilzeit“, sagte er der FAZ. Die Gespräche hierzu verliefen gut und konstruktiv.

Aber wann wird klar, mit wie viel Personal VW für die Zukunft plant? Die Arbeitnehmerseite könne sich eine Betriebsversammlung am 6. Dezember in Wolfsburg zur Vorstellung von Details vorstellen, spätestens kurz vor Weihnachten solle zu einer VW-Managementkonferenz in Berlin dann Klarheit herrschen, berichtete die FAZ.

Mit Material von DPA

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