Berlin Ausgerechnet China: Wer im Kampf ums Klima Hoffnung macht
Ab kommender Woche trifft sich die Welt zum nächsten Klimagipfel. Die COP28 findet ausgerechnet in Dubai am Persischen Golf statt, wo riesige neue Gasfelder erschlossen werden. Obwohl alle Wärmerekorde purzeln, ist von dem Gipfel nicht viel zu erwarten. Trotzdem gibt es Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel.
Nein, Kanzler Olaf Scholz wird nicht als Vorreiter nach Dubai reisen, wo kommende Woche der nächste Klimagipfel startet. Der deutsche Flüssiggas-Hunger heizt das globale Geschäft mit fossilen Brennstoffen noch viele Jahre an. Und Zuhause fehlen plötzlich Milliarden für den grünen Umbau der Industrie. Der hehre Anspruch, anderen das Gelingen der Energiewende vorzumachen, erscheint gerade lächerlich.
Das ist aber kein Grund zur Schadenfreude. Das ist sogar bitter. Denn das deutsche (und europäische) Modell ist eigentlich sehr klug: Es setzt auf eine Kombination aus Zuckerbrot (also Subventionen) und Peitsche (also CO2-Bepreisung und Emissionshandel), um möglichst schnell und schadlos klimaneutral zu werden. Und dann immer mehr Nachahmer zu finden.
Tatsächlich kann eine Marktwirtschaft kaum anders als mit einer solchen Doppel-Strategie CO2-neutral gemacht werden. US-Präsident Biden setzt nur auf Zuckerbrot. Er pumpt hunderte Milliarden Dollar an Subventionen in grüne Technologien. Aber weil Biden die Peitsche stecken lässt, stecken die Gas- und Öl-Multis gleichzeitig Rekordsummen in die Ausweitung ihrer schmutzigen Geschäfte. Mit den Klimagas-Emissionen kann es so nicht runter gehen.
Hoffnung kommt ausgerechnet aus China. Der kommunistische Staat steht wegen der höchsten CO2-Emissionen seit Jahren als größter Klimasünder am Pranger. Der Ausbau von Wind-, Solar- und Atomkraft hat dort aber ein so spektakuläres Tempo aufgenommen, dass Experten ab kommendem Jahr einen Rückgang der Emissionen vorhersagen.
China setzt nicht mehr auf Öl und Gas. Präsident Xi hat den Export billiger Wind- und Solar-Anlagen und die Sicherung kritischer Rohstoffe für die E-Mobiliät als die viel besseren Waffen erkannt, um sein Reich als Weltmacht zu etablieren. So kann China – und nicht Europa – zum wichtigsten Partner für Schwellenländer auf dem Weg zu klimaneutralem Wachstum werden.
Was für den Klimaschutz Hoffnung macht, muss Deutschland Ansporn sein: Mit der Energiewende zu pausieren, weil es gerade nicht läuft, wäre vermutlich das Dümmste, was die Ampel-Regierung machen könnte.