Bezirksliga-Bilanz  Eike Schmidt vom TV Bunde ist top – das sind die Flops

Niklas Homes und Abdulrahman Hasan
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Von Niklas Homes und Abdulrahman Hasan
| 23.11.2023 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bundes Torjäger Eike Schmidt (links) ist das Gesicht der bisherigen Bezirksliga-Saison. Auch Germania Leer (rechts Ion Danilov) sorgte sportlich für Höhepunkte – in der Fairnesstabelle ist Leer allerdings Letzter. Foto: Doden, Emden
Bundes Torjäger Eike Schmidt (links) ist das Gesicht der bisherigen Bezirksliga-Saison. Auch Germania Leer (rechts Ion Danilov) sorgte sportlich für Höhepunkte – in der Fairnesstabelle ist Leer allerdings Letzter. Foto: Doden, Emden
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Die Fußball-Bezirksliga hat sich vorzeitig in die Winterpause verabschiedet. 120 der 272 Saisonspiele sind ausgetragen worden. Wir ziehen mit je vier Tops und Flops ein Zwischenfazit.

Ostfriesland - Germania Leer und die Sportfreunde Larrelt sind noch ungeschlagen und haben überzeugt - aber es gibt auch negative Beispiele.

Tops

Tormaschine Schmidt: Eike Schmidt ist ein Phänomen und entwickelt sich zu einem immer größeren. In dieser Saison hat der Stürmer des TV Bunde seine Torquote nochmals verbessert. Nach 42 Treffern in 28 Spielen in der vergangenen Saison steht der 28-Jährige jetzt bei sagenhaften 26 Toren in 13 Partien. Das entspricht zwei Treffer pro Spiel. Mit Ex-Profi Nico Empen (34 Tore in 14 Spielen, RB Obere Treene) weist bundesweit nur ein Siebtliga-Torjäger einen besseren Schnitt auf. In der hiesigen Bezirksliga hat der Muskelprotz aus dem Rheiderland bereits elf Tore mehr erzielt als der zweitbeste Torjäger, Torsten Mammen von den Sportfreunden Larrelt.

Die Ungeschlagenen: Das L steht für ungeschlagen – zumindest in der Fußball-Bezirksliga. Sowohl Leer als auch Larrelt verließen bislang noch nie als Verlierer den Platz. Vor heimischem Publikum hat Germania Leer – genauso wie der TV Bunde – bislang alle Ligaspiele gewonnen, lediglich in der Fremde kam die Elf von Trainer Erhan Colak zweimal nicht über eine Punkteteilung hinaus. Die Sportfreunde Larrelt spielten je zweimal heim und auswärts Remis.

Erhan Colak ist mit Germania Leer noch ungeschlagen. Foto: Doden/Emden
Erhan Colak ist mit Germania Leer noch ungeschlagen. Foto: Doden/Emden

5:5-Spektakel: Die Sportfreunde Larrelt sind auch für den nächsten Top verantwortlich. Wie schon in den vergangenen Jahren bieten Partien mit Larrelter Beteiligung auch in dieser Saison zumeist hohen Unterhaltungswert, viele Tore und die ein oder andere Wendung. Gleich zwei Auswärtsspiele der Larrelter endeten spektakulär mit 5:5. Am ersten Spieltag verspielte das Team von Trainer Marten Sandmann eine 5:2-Führung bis zur 84. Minute in Westrhauderfehn. Mitte Oktober kassierte Larrelt trotz Überzahl in Hage das 3:4 und 3:5 nach der 80. Minute – nur um ab der 90. noch auszugleichen. Fast vier Treffer sind im Ligadurchschnitt pro Partie gefallen. Nur ein Spiel endete torlos: Wiesmoor gegen Wallinghausen Ende September.

Faire Fehntjer: Der SV Großefehn steht aktuell auch in dieser Saison wieder ganz oben in der Fairnesstabelle – auch wenn der Abstand auf den Zweiten diesmal nicht ganz so groß ist wie im Vorjahr. In diesem ist der SV Großefehn mit lediglich 25 Gelben Karten und keinem Platzverweis in 34 Partien landesweit der fairste Bezirksligist gewesen. Diesmal stehen beim SVG nach 15 Spielen 19 Gelbe und ein Fairnessquotient von 1,33 zu Buche. Auch Westrhauderfehn, Bunde, Larrelt und Wiesmoor haben einen Fairnesswert von unter 2.

Flops

Middelser Pleitenserie: Der TuS Middels hat in dieser Saison die krassesten Höhen und Tiefen erlebt. Mit vier Siegen in Folge war der TuS hervorragend gestartet. Dann folgte ein 0:1 gegen Germania Leer – es war der Start einer Negativserie von sieben Niederlagen am Stück. Der Klub hielt aber an Neu-Coach Tobias Ryl fest. Mit einem 1:1 Ende Oktober in Pewsum endete die Pleitenserie. Danach trug Middels nur noch zwei Partien aus und gewann zweimal. Der Start einer neuen Erfolgsserie?

Auricher Trainerwechsel: Nicht so viel Geduld wie beim TuS Middels haben die Vereinsverantwortlichen der SpVg Aurich. Bereits vier Übungsleiter saßen in der Hinserie auf der Trainerbank. Den gewünschten Effekt brachte keiner der Trainerwechsel. Nachdem Uwe Groothuis nach zwei Niederlagen zum Start entlassen worden war, konnte auch Interimstrainer Milad Faqiryar in seinen beiden Spielen als Chef nicht punkten. Auch beim Trainerdebüt von Uwe Fischer verlor die SpVg Aurich (1:2 in Leer). Aus den folgenden neun Partien holte Aurich unter Fischer immerhin die bisherigen zehn Saisonpunkte, ehe auch der Norder seinen Hut nehmen musste. SpVg-Geschäftsführer und U17-Juniorinnen-Coach Stefan Wilts sprang bis zur Winterpause ein. Beide Heimspiele unter seiner Regie gingen verloren. Wer im neuen Jahr bei der SpVg, die mit 50 Gegentoren die mit Abstand meisten Gegentore der Liga kassiert hat, auf der Trainerbank sitzt, ist noch nicht bekannt.

Stefan Wilts ist schon der vierte Auricher Trainer in dieser Saison. Foto: Doden/Emden
Stefan Wilts ist schon der vierte Auricher Trainer in dieser Saison. Foto: Doden/Emden

Wiesmoorer Torausbeute: Germania Wiesmoor durfte von allen 17 Bezirksligisten bislang die wenigsten eigenen Tore bejubeln. Ja, die Germania hat mit zwölf Partien auch die wenigsten Spiele bestritten. Dennoch sind die mageren 14 Treffer zu wenig für die eigenen Ansprüche. Eigentlich sollte die Offensive das Prunkstück der Germania sein. Verletzungen bremsten wichtige Akteure aus. In der ersten Saisonphase war das Herausspielen der Möglichkeiten ein Manko, vor der Winterpause dann die Chancenverwertung.

Hinteraner Heimspielfluch: Aufsteiger Hinte ist mit nur vier Punkten Ligaschlusslicht. Dabei hat das Team von Trainer Matthias Voss in vielen Spielen gezeigt, dass es mithalten kann. Doch am Ende standen die Hinteraner oft mit leeren Händen da. Vor allem zu Hause läuft es nicht. Die ersten acht Heimspiele wurden allesamt verloren – vier davon mit nur einem Tor Unterschied. Dieser Fluch konnte mit einem späten 2:2 im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Strudden immerhin etwas gebrochen werden.

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