Ausbau geht voran  So viele Kinder in Emden sind jetzt noch ohne Kita-Platz

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 23.11.2023 12:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zwei Kinder malen zusammen: In Emden ist Kinderbetreuung weiterhin ein großes Thema. Denn: Noch fehlen ein paar Kita-, Krippen- und Hortplätze. Symbolfoto: Pixabay
Zwei Kinder malen zusammen: In Emden ist Kinderbetreuung weiterhin ein großes Thema. Denn: Noch fehlen ein paar Kita-, Krippen- und Hortplätze. Symbolfoto: Pixabay
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Auch in diesem Jahr haben nicht alle Kinder in Emden einen Krippen-, Kita- oder Hortplatz bekommen. Die Situation verbessert sich aber. So geht der Ausbau weiter.

Emden - Der ambitionierte Ausbau-Plan der Stadt Emden bei der Kinderbetreuung macht sich Stück für Stück weiter bemerkbar. Standen vor wenigen Jahren noch 200 bis 300 Kinder jährlich auf der Warteliste, hat sich die Zahl jetzt etwas verbessert. Auf der Warteliste für einen Platz in einer Emder Krippe, Kindertagesstätte (Kita) oder einem Hort stehen aktuell (Stichtag 1. Oktober) noch insgesamt 136 Kinder. Im vergangenen Jahr waren es zum Stichtag 172 Kinder, im Jahr davor 151. Der Anstieg 2022 dürfte aber auch mit dem Zuzug vieler Kriegsvertriebener aus der Ukraine zu tun haben.

Aktuell warten die meisten Kinder noch auf einen Krippenplatz. Es sind 75. 58 Mädchen und Jungen stehen für einen Kita-Platz auf der Liste - und drei für einen Hort. Die Zahlen stellte Renate Bonn-Sommer, bei der Stadt zuständig für die Kita-Planung, im Jugendhilfeausschuss des Emder Rats am Donnerstag vor. Nicht alle Krippenkinder, die im Online-Anmeldeverfahren vermerkt sind, würden tatsächlich warten. 16 bräuchten den Platz erst im kommenden Jahr.

Wo sind die Bedarfe am größten?

Klar zu sehen ist anhand der Anmeldezahlen, wo über alle Betreuungsformen hinweg die größten Bedarfe sind und die schlechteste Versorgungsquote ist. Im Stadtteil Barenburg warten noch 35 Kinder, in Borssum noch 29 und im Stadtzentrum 20. Am besten stehen Conrebbersweg, Constantia und Früchteburg mit fünf Kindern auf der Warteliste sowie Harsweg und Uphusen/Marienwehr mit sieben wartenden Kindern da.

Weil sie den Verdacht hatte, dass einige Kinder, die auf der Warteliste stehen, vielleicht bereits woanders in einer Einrichtung versorgt sind, aber sind erneut beworben haben, weil sie umgezogen sind oder andere Betreuungszeiten brauchen, habe sie sich auch das angeschaut, so Bonn-Sommer. Der Verdacht habe sich aber nicht bestätigt. Nur auf sechs Kinder traf es zu.

Wie sieht der weitere Ausbau aus?

Eine Kindertagesstätte soll in Borssum entstehen mit zwei Kita-Gruppen mit jeweils 25 Plätzen, eine Integrations-Kindergarten-Gruppe mit 18 Plätzen sowie eventuell eine Hortbetreuung. Einen Zeitplan nannte Renate Bonn-Sommer nicht. Geplant ist außerdem weiterhin, die Emsschule für Kita- und Krippen-Gruppen zu nutzen. Demnach wären dort zwei Kita-Gruppen mit jeweils 25 Kindern und zwei Krippen-Gruppen mit jeweils 15 Plätzen möglich. Das Vorhaben sei in „fortgeschrittener Planung“, zeitlich aber bislang nicht zu begrenzen, hieß es schon im Juni. Auch aktuell sagte die Kita-Zuständige nur, dass es „im Werden“ sei. Der Bauantrag sei ihres Wissens aber mittlerweile gestellt.

Im Stadtteil Barenburg, wo viele Kinder noch auf einen Betreuungsplatz warten, wurde die Kindertagesstätte „Grüner Baum“ der Johanniter in diesem Jahr neu gebaut. Sie ist schon in Betrieb. Foto: Reekers
Im Stadtteil Barenburg, wo viele Kinder noch auf einen Betreuungsplatz warten, wurde die Kindertagesstätte „Grüner Baum“ der Johanniter in diesem Jahr neu gebaut. Sie ist schon in Betrieb. Foto: Reekers

In Planung ist weiterhin die Erweiterung des Horts „die Kinderinsel“ bei der Förderschule im Stadtteil Barenburg. 19 Plätze sollen langfristig dazukommen, erst einmal sollen 15 geschaffen werden. Das Vorhaben sei bislang nicht umgesetzt worden, weil das nötige Personal fehlt. Die Leiterin sei in Mutterschutz gegangen und es sei sehr schwierig, für eine befristete Stelle wie diese Ersatz zu finden, so Bonn-Sommer.

Sollte das Emder Modell weiter Bestand haben?

In Emden gibt es ein besonderes Modell, das Einrichtungen eine Kita-Gruppen-Größe von maximal 22 Kindern empfiehlt. Erlaubt sind bundesweit bis zu 25 Kinder pro Gruppe, wenn es die Räumlichkeiten und das Personal zulassen. Würde man in Emden das Modell einstampfen, wären rund 80 Plätze mehr frei, sagte Renate Bonn-Sommer auf Nachfrage von Albert Ohling (CDU).

Stadtrat Volker Grendel meinte, dass er sich auch öfter gefragt habe, wie es zu vereinbaren ist, dass in Emden die Gruppengröße durch die Politik reduziert wurde, während einige Kinder ohne Platz da stehen. Gleichzeitig sagte er, dass die Frage sich bald erübrigt habe, weil durch den weiteren Ausbau alle Kinder versorgt sein sollen.

Renate Bonn-Sommer wandte noch ein, dass für das Kindergartenjahr ab dem 1. August 2024 die Betreuung in der Roten Mühle komplett wegfallen werde. Sie war nur provisorisch für Kriegsgeflüchtete eingerichtet worden. 22 Plätze fallen dann dort weg. Im kommenden Jahr müsste also der Ausbau so weit vorangeschritten sein oder Container aufgestellt werden, brachte sie ins Gespräch.

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