Erstes Profi-Tor erzielt  19-jähriger Ostfriese startet beim SV Meppen durch

| | 22.11.2023 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zwei Ostfriesen gehören zu den Leistungsträgern beim SV Meppen: Luca Prasse (links) und Marek Janssen (rechts). Foto: Stefan Behlmann/SV Meppen
Zwei Ostfriesen gehören zu den Leistungsträgern beim SV Meppen: Luca Prasse (links) und Marek Janssen (rechts). Foto: Stefan Behlmann/SV Meppen
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Gemeinsam mit Nachbar und Kumpel Marek Janssen sorgt Luca Prasse in der Fußball-Regionalliga für Furore. Der Hinteraner ist Dauerbrenner und erhielt ein Sonderlob vom SVM-Coach.

Meppen - Marek Janssen und Luca Prasse sehen sich nicht nur täglich auf dem Fußballplatz. Auch privat. Denn die beiden Ostfriesen im Kader des Fußball-Regionalligisten SV Meppen sind auch direkte Nachbarn. „Wir wohnen zusammen in einem Haus und unsere Wohnungstüren sind direkt gegenüber“, muss Luca Prasse ein wenig schmunzeln. „Das ist richtig cool, war aber auch Zufall.“ In Prasses Wohnung lebte bis Sommer mit Beyhan Ametov ebenfalls ein Fußballer. Als dieser vom SVM zu Alemannia Aachen wechselte, wurde die Wohnung frei – und der 19-Jährige aus Hinte schlug zu. Da hatte sich der ostfriesische Jung-Profi gerade eh auf der Suche nach einer Bleibe in Meppen umgeschaut, weil mit der Pendelei von seinem Elternhaus in Hinte täglich nach Meppen Schluss sein sollte.

Sportlich läuft es gerade richtig gut für den SV Meppen. Die Emsländer sind mit vier Siegen in Folge das Team der Stunde in der Regionalliga Nord – auch dank der beiden Ostfriesen. Vor allem am vergangenen Sonntag waren Marek Janssen und Luca Prasse Garanten für den 3:0-Erfolg beim FC Teutonia 05 Ottensen. Der gebürtige Rheiderländer Janssen erzielte seine Saisontore neun und zehn, Prasse war jeweils der Assistgeber. Zum zwischenzeitlichen 2:0 traf der Blondschopf selbst. Es war sein erstes Profitor. Gewollt war es nicht, wie Prasse zugibt. „Ich hatte Schepp (Christopher Schepp, Anmerkung der Redaktion) starten sehen und wollte ihm in den Lauf spielen. Als der Ball im Tor war, wusste ich nicht, ob er noch dran war. Das stellte er dann beim Jubel schnell klar. Da war meine Freude natürlich nochmal ein wenig größer“, schildert Luca Prasse.

Prasse spielt als Rechtsverteidiger

Der Hinteraner, der alle Jugendmannschaften des Jugendleistungszentrums (JLZ) Emsland durchlaufen hatte, kommt seit einigen Wochen auf einer ungewohnten Position zum Einsatz. Seine ganze Fußballerzeit lang war Prasse im offensiven Mittelfeld oder sogar Sturm aufgelaufen, am dritten Regionalliga-Spieltag gegen den SVV Jeddeloh II (1:2) fand er sich urplötzlich auf der Rechtsverteidiger-Position wieder. Seitdem hat sich der Ostfriese dort festgespielt. „Am Anfang war es schwierig, aber mittlerweile habe ich Gefallen an der Position gefunden. Mein Trainer gibt mir viele Tipps, vor allem, wie ich mich in der Defensive verhalten soll“, schickt Prasse ein indirektes Lob an SVM-Coach Adrian Alipour. Alipour selbst spricht in höchsten Tönen über Prasse, der als zweitjüngster Spieler des Kaders bereits eine wichtige Rolle einnimmt. „Er ist ein Garant für unseren Lauf aktuell. Er macht seine Sache wirklich sehr, sehr gut. Wir sind wahnsinnig froh, dass wir ihn bei uns in der Mannschaft haben“, sagte Adrian Alipour jüngst gegenüber der Ems-Zeitung über den Ostfriesen.

Im Januar war Prasse aus der A-Jugend zu den Drittliga-Herren des SVM hochgezogen worden. Er unterschrieb einen Profivertrag über zweieinhalb Jahre – wenige Tage nachdem der SVM mit Marek Janssen von BW Lohne verpflichtet hatte. In der Drittliga-Rückserie, in der der Abstieg nicht mehr verhindert werden konnte, kam Prasse auf fünf Einsätze – zweimal von Beginn an – und Janssen auf 15 Spiele, acht Startelfeinsätze und drei Tore. In dieser Saison nehmen die beiden Ostfriesen – neben ihnen blieben nur vier weitere Spieler der Vorsaison – tragendere Rollen ein. Beide sind Leistungsträger, beide standen in jedem Saisonspiel der Meppener in der Startelf.

Janssen und Prasse unternehmen viel

Mittlerweile sind Luca Prasse und Marek Janssen gute Kumpels geworden. „Wir machen eigentlich fast jeden Tag was zusammen. Gehen oft zusammen was Essen, ins Café, gucken Fußball oder spielen Fifa“, erzählt Janssen. Prasse ergänzt als Beispiele für gemeinsame Aktivitäten noch das Schauen von Youtube-Videos und UNO-Spielen.

Als Nachbarn ist es naheliegend, dass die Ostfriesen gemeinsam zum Training fahren. „Das übernimmt Marek, er hat ein Auto“, verrät Luca Prasse, der sich an freien Tagen oder nach regenerativen Einheiten am Vormittag an Wochenenden oft in den Zug gen Heimat setzt. Dann besucht er nicht nur die Familie, sondern auch die ein oder andere Amateurfußball-Partie. „Kumpels von mir spielen beispielsweise bei Rot-Weiß Emden, TuS Hinte und Concordia Suurhusen“, sagt Prasse. Er selbst hat sich dagegen seinen Traum vom Profifußball erfüllt.

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