Radwege in Emden  Verbindung zum VW-Werk wird im Frühjahr asphaltiert

Stephanie Schuurman
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Von Stephanie Schuurman
| 21.11.2023 15:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bauzaun an die Seite gerückt, aber eigentlich noch nicht geöffnet: der Radweg vom 4. Polderweg zur Niedersachsenstraße. Foto: Schuurman
Bauzaun an die Seite gerückt, aber eigentlich noch nicht geöffnet: der Radweg vom 4. Polderweg zur Niedersachsenstraße. Foto: Schuurman
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Noch ist der Radweg am Frisia-Schloot eine Schotterpiste. Auf Fördergelder wird nicht mehr gewartet, die Stadt will die Kosten aus Bordmitteln stemmen.

Emden - Der Verbindungsweg zwischen Larrelt und VW-Werk soll nun endgültig im Frühjahr asphaltiert werden. Seit mehr als einem Jahr ist der Weg entlang des Frisia-Schloots dafür vorbereitet. Jetzt hat die Stadt beschlossen, die erforderlichen Kosten für die Finalisierung vollständig selbst zu tragen und nicht weiter auf kurzweilig geöffnete Fördertöpfe zu warten, wie der Leiter des Bau- und Entsorgungsbetriebs Emden (BEE), Nils Andersson, auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte. „Die Ausschreibung für die Sanierung des Radwegs Frisia-Schloot erfolgt noch in diesem Jahr. Somit gehen wir davon aus, dass die Arbeiten zum Jahresbeginn 2024 starten können.“

Ortsbegehung mit der Politik im Sommer 2022: BEE-Chef Nils Andersson erläutert die Schadenslage nach den Frühjahrsstürmen. Foto: Schuurman
Ortsbegehung mit der Politik im Sommer 2022: BEE-Chef Nils Andersson erläutert die Schadenslage nach den Frühjahrsstürmen. Foto: Schuurman

Zur Erinnerung: Die vielgenutzte Verbindung zwischen dem 4. Polderweg und Niedersachsenstraße war bei den heftigen Frühjahrsstürmen 2022 unpassierbar geworden. 30 Pappeln waren umgestürzt oder umgeknickt. Außerdem waren zahlreiche Walnussbäume in Mitleidenschaft geraten. Nach langem Hin- und Her mit der Politik war beschlossen worden, dass dort alle 53 Pappeln gefällt und durch langlebigere Winterlinden ersetzt werden sollen. Der Radweg sollte bestenfalls noch in diesem Frühjahr fertig eröffnet werden.

Nochmals 100.000 Euro Kosten

Inzwischen sind die Anpflanzungen erfolgt, der Weg ist nach den umfangreichen Arbeiten mit Baggern und Fräsen mit neuer Erde verfüllt und geschottert. Mit der geplanten Summe für diese Fäll- und Aufräumarbeiten von 93.000 Euro sei man ausgekommen. Doch für die geschätzten 100.000 Euro Kosten der Asphaltierung sollten eigentlich Fördermittel beantragt werden, bis zu 75 Prozent Kostenerstattung waren erhofft. Der Antrag sei hierfür sei auch vorbereitet worden, der Fördertopf allerdings erst im September eröffnet worden. Schon vorab hatte Andersson angekündigt, dass man loslegen wolle, wenn es zu lange dauere .

So soll der Radweg aussehen, wenn er fertig ist: das Verbindungsstück vom 4. Polderweg nach Larrelt. Foto: Schuurman
So soll der Radweg aussehen, wenn er fertig ist: das Verbindungsstück vom 4. Polderweg nach Larrelt. Foto: Schuurman

Zwischenzeitlich seien auch noch Alternativen überprüft worden und es habe sich die Möglichkeit ergeben, sich mit einem großen Projekt auf das Radschnellwegeprogramm des Bundes zu bewerben. So ein Radschnellweg soll in Emden die Stadtteile, beispielsweise in Ost-Westrichtung (Stadtmitte - Martin-Faber-Straße – Borssum) und Nord-Südrichtung (Conrebbersweg bis VW-Werk, hier ist der erste Teilabschnitt Hinte-Harsweg), großräumig miteinander verbinden.

Einfacher mit Bordmitteln realisierbar

„Unter Abwägung der beiden Projekte, der Größenordnung, der Aussicht auf Bewilligung, der zu erzielenden Förderquote und der Bündelung der Kräfte, hat sich die Stadt nunmehr entschieden, dass es unterm Strich sinnvoller ist, die Bewerbung um Fördermittel für das Radschnellweg-Programm voranzutreiben und das kleinere Projekt Radweg Frisia-Schloot mit Bordmitteln zu realisieren“, teilte der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz, Rainer Kinzel, auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Tatsächlich bedürfe das größere und vielversprechendere Förderprojekt der Bündelung aller Personal- und Zeitressourcen der Stadt, um möglichst noch in diesem Jahr alle erforderlichen, umfangreichen Unterlagen beim Bund einzureichen. Zu einem solchen Antrag gehören beispielsweise auch Nachweise über das erwartete Radverkehrsaufkommen und eine darauf aufbauende Nutzen-Kosten-Analyse. Das macht man nicht eben so.

Dass allerdings auch der Radweg zwischen Larrelt und VW-Werk viel genutzt wird, ist auch offensichtlich. Denn unabhängig von Finanzierungsfragen oder der Fertigstellung ist er längst wieder in Nutzung. Die Absperr-Bauzäune sind zur Seite geschoben, Radfahrer und Fußgänger nutzen den Weg „auf eigene Gefahr“, wie Andersson warnte. Denn freigegeben wird er erst, wenn die Asphaltdecke aufgezogen ist. Dann fährt es sich auch sicherer als auf der aktuellen Schotterpiste.

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