Nervenkitzel bei OHV-Handballern  Auricher Achterbahnfahrt der Gefühle endet mit einem 30:30

Theo Gerken
|
Von Theo Gerken
| 19.11.2023 13:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Spielverlauf war auch für die Akteure emotional. Aurichs Jorit Reshöft (rechts) erzielte sechs Tore und feiert hier eine Parade seines Keepers. Foto: Doden/Blomberg
Der Spielverlauf war auch für die Akteure emotional. Aurichs Jorit Reshöft (rechts) erzielte sechs Tore und feiert hier eine Parade seines Keepers. Foto: Doden/Blomberg
Artikel teilen:

Das war wieder einmal nichts für schwache Nerven. 1040 Zuschauer erlebten eine packende Handball-Partie der 3. Liga. Am Ende waren für den OHV und den Gegner aus Söhre bei Hildesheim der Sieg möglich,

Aurich - Ein bis zur letzten Sekunde ungemein spannendes Handballspiel erlebten die 1040 Zuschauer am Samstagabend im Spiel der 3. Liga, Staffel Nord-West, zwischen dem OHV Aurich und den Sportfreunden aus Söhre. Am Ende trennten sich die beiden leistungsgerecht mit einem 30:30-Unentschieden. Durch diesen Punktgewinn verbesserte sich der OHV um einen Platz in der Tabelle und ist jetzt Achter. „Ich bin froh, dass wir einen Punkt gewonnen haben“, freute sich Aurichs Trainer Pedro Alvarez nach dem nervenaufreibenden Finale.

Nervenaufreibend war die Partie auch für OHV-Trainer Pedro Alvarez. Foto: Doden/Blomberg
Nervenaufreibend war die Partie auch für OHV-Trainer Pedro Alvarez. Foto: Doden/Blomberg

Denn nach einem 21:18-Vorsprung seiner Mannschaft zum Seitenwechsel holte Söhre Tor um Tor auf und der OHV musste ab der 44. Minute stets einem Rückstand hinterherlaufen. Erst zweieinhalb Minuten vor Schluss gelang Wilke de Buhr der viel umjubelte Ausgleichstreffer zum 30:30. Dann hielten die Fans auf beiden Seiten die Luft an. Im nächsten Angriff trafen die Gäste nur den Torpfosten, Alvarez nahm eine Auszeit, Wilke de Buhr lief sich in der Gästeabwehr fest, 22 Sekunden vor dem Abpfiff holte Gästetrainer Sven Lakenmacher sein Team zur letzten Besprechung an die Bank und dann hielt Aurichs Schlussmann Marten Jungvogel mit seiner Parade gegen Julius Bartels das Remis.

Reshöft trifft zweimal ins leere Tor

Die Gäste aus dem kleinen Dorf südlich von Hildesheim erwischten den besseren Start, gingen schon im ersten Angriff mit 1:0 in Führung und erhöhten nach einem Fehlpass von Petar Puljic auf 2:0. Aurichs Mannschaftskapitän Kevin Wendlandt verkürzte aus dem Rückraum zum 1:2, fing gleich danach einen Querpass der Gäste ab und konnte auf seinem Weg zum 2:2-Ausgleich nicht mehr gebremst werden.

Ein packendes Duell auf Augenhöhe lieferten sich beide Teams. Foto: Doden/Blomberg
Ein packendes Duell auf Augenhöhe lieferten sich beide Teams. Foto: Doden/Blomberg

Bis zum 7:7 hielten sich die Kontrahenten die Waage, dann zeigte Jorit Reshöft sein schnelles Reaktionsvermögen, aus der eigenen Hälfte warf er das Spielgerät gleich zweimal nacheinander ins wegen einer Zeitstrafe leere Gästetor zur Zwei-Tore-Führung. Aurich hatte jetzt das Spiel in der Hand und behielt trotz einiger Fehler im Angriff zunächst den Vorsprung. Aber die Gäste drückten weiterhin aufs Tempo und ihr „Kraftpaket“ Artjom Antonevitch auf Rechtsaußen (8 Tore/davon 3 Siebenmeter) war kaum zu bremsen. Beim 14:14 waren die Sportfreunde wieder dran. Aurichs Coach nahm eine Auszeit, und der OHV ging wieder in Führung. Torhüter Edgars Kuksa hielt danach nicht nur vier Bälle des Gegners, sondern beteiligte sich mit seinem Treffer zum 17:15 am munteren Torewerfen. Mit 21:18 für die Gastgeber wurden die Seiten gewechselt.

Jungvogel mit wichtigen Paraden

Zu Beginn des zweiten Abschnitts schickte Gästetrainer Lakenmacher wieder seinen Keeper Pascal Kinzel zwischen die Pfosten. Der parierte gleich in den ersten Minuten gegen Balazs Molnar und Marcell Hegyi und ließ bis zum Schluss noch weitere elf gelungene Abwehraktionen folgen, darunter einen von Petar Puljic geworfenen Strafwurf. Die Partie kippte, die Sportfreunde glichen aus und lagen ab der 44. Minute immer wieder mit ein oder sogar zwei Toren vorne. Für den zu Beginn der zweiten Hälfte glücklosen Edgars Kuksa hütete ab der 39. Minute Marten Jungvogel das Auricher Gehäuse. Trotz einiger gelungene Paraden des Nachwuchstorwarts lief der OHV bis zum Schluss einem Rückstand hinterher. Danach gelang zwar noch zweimal der Ausgleich zum 28:28 und 29:29 und schließlich auch das Tor zum 30:30-Endstand.

Spieldaten

Aurich: Kuksa (1), Jungvogel, Ebeling (n.e.); de Buhr (3), Wendlandt (6), Reshöft (6), Fujita (2), Vorontsov (2), H. Stoehr (3), Hertlein (1), Polishchuk (3), Molnar (1), Hegyi, Crnic, S. Stoehr (n.e.), Puljic (2, davon 1 Siebenmeter).

Spielfilm: 0:2 (2.), 9:7 (11.), 12:9 (15.), 14:14 (21.), 21:18 (30.), 23:20 (36.), 25:27 (44.), 26:28 (49.), 28:29 (53.), 30:30.

Zeitstrafen: Aurich (4), Söhre (7).

Siebenmeter: Aurich 2 / 1 verwandelt, Söhre 3 / 3 verwandelt.

Zuschauer: 1040.

Aurichs Trainer Pedro Alvarez war zwar zufrieden mit dem einen gewonnenen Punkt, aber hatte doch einige Mängel in seinem Team gesehen. „Das war ein Spiel auf hohem Niveau wie zuletzt gegen Hildesheim. Wir haben einige Entscheidungen nicht richtig gemacht, einige Aktionen nicht richtig abgeschlossen. Wir müssen konzentrierter spielen, mehr Konstanz zeigen, aber wir haben nicht verloren und einen Punkt gemacht“, so Alvarez im Gespräch mit dieser Zeitung nach Spielschluss.

Ähnliche Artikel