Hamburg  Vor Konzert in Hamburg: Was Sie über das Phänomen Björk wissen müssen

Dagmar Leischow
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Von Dagmar Leischow
| 18.11.2023 21:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Björk tritt seit Jahren nur noch mit Maske auf. Foto: dpa-Zentralbild
Björk tritt seit Jahren nur noch mit Maske auf. Foto: dpa-Zentralbild
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Ihre große Fangemeinde ist ihr treu ergeben, für alle anderen ist die Isländerin Björk noch immer ein Pop-Mysterium. Ein Porträt vor dem Konzert in der Hamburger Barclays Arena am kommenden Dienstag.

Obwohl die isländische Sängerin Björk Gudmundsdóttir mit Mainstream-Pop nie etwas am Hut hatte, ist sie ein Weltstar. Sie hat mehr als 20 Millionen Alben verkauft. Das Geheimnis ihres Erfolgs: ihre Eigenwilligkeit.

Auf ihrer letzten Platte „Fossora“ (2022) hat sich die 57-Jährige einerseits mit dem Tod ihrer 2018 verstorbenen Mutter auseinandergesetzt, andererseits mit ihren Lockdown-Eindrücken in Island. Ein weiteres Thema: Pilze. Zurück zur Natur. Sie habe sich in ihrer Heimat Island wieder ein bisschen geerdet, hat Björk in Interviews erklärt.

Musikalisch gibt sie sich allerdings keineswegs bodenständig. Sie ließ die Klarinetten so spielen, als hätten die Musiker vorher reichlich Rotwein getrunken. Mal hat sie sich mit einem Streichquartett zusammengetan, mal ließ sie Techno-Beats auffahren. Solche Songs bringt Björk nicht einfach als Konzert auf die Bühne, sondern als eine Märchensause namens „Cornucopia“. Mysterium Björk – was man über die elfenhafte Künstlerin wissen sollte.

Die Isländerin hat schon als Mädchen 1977 ihr erstes Album „Björk“ aufgenommen – mit Kinderliedern und Coversongs. Als 14-Jährige gründete sie die Mädchen-Punkband Spit and Snot. 1986 entdeckte sie mit The Sugarcubes Alternative-Rock für sich, diese Band hatte auch außerhalb ihrer Heimat Kultstatus, vor allem in den USA und in Großbritannien. Den Grundstein für Björks Solokarriere legte 1993 das Album „Debut“.

Stolze 16 Grammy-Nominierungen kann Björk vorweisen. Bekommen hat sie diese Auszeichnung allerdings kein einziges Mal. Das macht sie zur Musikerin mit den meisten Nominierungen, die noch nie die begehrte Trophäe gewonnen hat.

Als Schauspielerin hat sich Björk vor allem in Lars von Triers Film „Dancer in the Dark“ (2000) einen Namen gemacht. Sie spielt in diesen Streifen die tschechische Einwanderin Selma, die zu erblinden droht. Trost spenden ihr allein Musicals, weil dort nie etwas Schreckliches passiert.

Björks Modegeschmack ist ebenso exzentrisch wie ihr Musikstil, der zwischen Triphop, Jazz, Klassik, Folk und Rock oszilliert. Unvergessen: ihr Outfit bei der Oscar-Verleihung 2001. In ihrem weißen Schwan-Kleid zog die Sängerin alle Blicke auf sich. Die Kostüme für ihre „Cornucopia“-Tour sind von der Natur inspiriert. Auch diesmal verbirgt Björk wieder ihr Gesicht hinter einer Maske. „Wenn ich eine Maske trage“, sagte sie einmal, „fühle ich mich geschützt.“

Mit ihren beiden Kindern arbeitet Björk gern zusammen. Sowohl ihr Sohn Sindri Eldon Þórsson, dessen Vater der ehemalige Sugarcubes-Gitarrist Þór Eldon Jónsson ist, als auch ihre Tochter Isadóra Bjarkadóttir Barney sind auf ihrem Album „Fossora“ als Background-Sänger zu hören. Mit Isadóra, Sprössling des US-Medienkünstlers Matthew Barney, stand Björk zudem gemeinsam in dem Film „The Northman“ (2022) vor der Kamera.

Wenn sie am Dienstag in der Barclays Arena gastiert, können die Hamburger mit ihr ihren 58. Geburtstag feiern.

21. November, 20 Uhr, Barclays Arena Hamburg. Karten unter www.kj.de

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