Großprojekt verwirklicht In Remels rollt der Ball jetzt auf Kunstrasen
Die Gemeinde Uplengen hat eine Sportanlage für Leichtathleten, Freizeitsportler und Fußballer errichtet. Herzstück ist der Kunstrasen. Dieses Wochenende werden die ersten Pflichtspiele ausgetragen.
Remels - Es ist ein Großprojekt, das die Gemeinde Uplengen gestemmt hat: In Remels ist eine moderne Sportanlage für Leichtathleten, Freizeitsportler und Fußballer entstanden. Mit dem Bau des Kunstrasenplatzes nimmt die Gemeinde sogar eine Vorreiterrolle ein. Es ist nämlich der erste Allwetterplatz, den es im Landkreis Leer auf dem Festland gibt. Das künstliche Geläuf an der Höststraße ist seit dieser Woche freigegeben, die ersten Mannschaften haben dort bereits trainiert. An diesem Wochenende stehen die ersten Punktspiele an.
„Wir sind mega stolz, dass wir das als Gemeinde geschafft haben“, sagt Uplengens Bürgermeister Heinz Trauernicht (parteilos), der von „einem Meilenstein“ sprach. Seinen Angaben nach liegen die Gesamtkosten für die Anlage bei etwas mehr als zwei Millionen Euro. Das Land Niedersachsen stellte Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro zur Verfügung. Am Freitag, 1. Dezember, wird die Anlage offiziell eröffnet. Niedersachsens Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens (SPD), wird bei dem Festakt voraussichtlich auch dabei sein.
14 Kunstrasenplätze in Ostfriesland
Auf dem Kunstrasenplatz rollt der Ball aber schon jetzt. An diesem Sonnabend werden die Fußball-B-Junioren der JSG Uplengen/Hollen dort das allererste Pflichtspiel austragen. Um 14 Uhr empfangen sie den JFV Harlingerland. Am Sonntag tragen die 1. Herren des VfB Uplengen ihre Ostfrieslandliga-Partie gegen Frisia Emden aus. Anpfiff ist um 14 Uhr.
„Das Maß aller Dinge“
Von der neuen Sportanlage sollen in erster Linie die Vereine aus der Gemeinde profitieren. Außer dem VfB Uplengen, der mit 2050 Sportlern der mitgliederstärkste Verein im Landkreis Leer ist, haben der VfL Ockenhausen, SV Neufirrel und der FTC Hollen ein Nutzungsrecht. Die Belegungspläne für Trainings- und Spielzeiten werden noch erarbeitet. Bürgermeister Trauernicht rechnet damit, dass der Platz durch die Uplengener Mannschaften voll ausgelastet sein wird. „Deshalb ist es momentan auch nicht gewollt, dass Sportvereine benachbarter Gemeinden freie Zeiten anfragen.“
Vormittags soll die Sportanlage von den Jugendlichen der angrenzenden Oberschule genutzt werden. Ihnen – und auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern – steht zudem ein Calisthenics-Park zur Verfügung. Dort können Freizeitsportler an den Geräten Übungen mit dem eigenen Körpergewicht machen. Die LG Uplengen darf sich auf der Leichtathletik-Anlage unter anderem über eine neue Laufbahn und Wurfanlage freuen.
Die höchsten Ansprüche erfüllt auch der Kunstrasenplatz. „Wir haben uns für das Maß aller Dinge entschieden, schließlich soll das Spielfeld die nächsten Jahrzehnte halten“, sagt Trauernicht. Als Füllmaterial haben sich die Verantwortlichen für Quarzsand entschlossen. Das Kunststoffgranulat, das insbesondere in den älteren Kunstrasenplätzen verwendet worden ist, darf ohnehin ab 2031 nicht mehr verwendet werden. Das Verbot hat die Europäische Union erlassen, da das künstliche Granulat laut EU-Kommission der größte Verursacher von freigesetztem Mikroplastik ist und ein großes Umweltproblem darstellt.
Die Herren-Fußballer der 1. und 2. Mannschaft des VfB Uplengen trainierten bereits auf dem künstlichen Geläuf. „Sie haben sich positiv geäußert. Der Platz ist super bespielbar und überhaupt nicht rutschig“, sagt Heino Müller, Vorstand für Herrenfußball. Bislang bestritten die VfB-Fußballer ihre Testspiele auf den umliegenden Kunstrasenplätzen – laut Ernst Baumann unter anderem in Ihlow, Esens, Papenburg, Haren und Ganderkesee. Nun freuen sich die Uplengener Fußballer über ihren Kunstrasen vor der eigenen Haustür – und hoffen nun, dass es wegen des Wetters jetzt nicht noch zu einer vorgezogenen Winterpause kommt.