Energetische Potenziale in Ostfriesland  Parkplätze, Wiesen, Moore – finanzielle Anreize für Solaranlagen

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 14.11.2023 10:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Kuhweide in Nordirland mit Photovoltaik-Zäunen. Foto: Next2Sun
Eine Kuhweide in Nordirland mit Photovoltaik-Zäunen. Foto: Next2Sun
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Die Bundesregierung will die Solarstrom-Produktion auf Parkplätzen, in Mooren sowie auf landwirtschaftlichen Flächen ankurbeln. Mit finanziellen Anreizen. Welche Potenziale gibt es in Ostfriesland?

Ostfriesland - Die Bundesregierung hat im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023 (EEG) finanzielle Anreize für den Bau spezieller Photovoltaik-Anlagen geschaffen. In Form einer Einspeisevergütung für Sonnenstrom, der auf Parkplätzen, in Mooren und auf landwirtschaftlichen Flächen hergestellt wird. Welche Potenziale sehen Kreis- und Stadtverwaltungen in Ostfriesland?

Welche Photovoltaik-Potenziale sieht die Stadtverwaltung Emden?

Die Stadtverwaltung Emden berichtet von einem „nicht unbeträchtlichen Potenzial“ bezüglich Parkplatz-PV. „Dessen Erschließung ist im Bestand jedoch schwieriger als im Neubau.“ Moor-PV habe hingegen keine Relevanz, da es in Emden kein Moor gebe. Bezüglich Agri-PV schreibt die Stadtverwaltung: „Es gibt sicher ein gewisses Potenzial im Hinblick auf privilegierte Vorhaben, bauleitplanerische Flächenausweisungen für PV-Anlagen sind jedoch nicht vorgesehen, da bereits zwei große Projekte in Planung sind.“

Welche Photovoltaik-Potenziale sieht die Kreisverwaltung Leer?

„Die Potenziale sind nicht quantifizierbar“, schreibt die Leeraner Kreisverwaltung. „Aufgrund der gegebenen landwirtschaftlichen Strukturen mit einer überwiegenden Grünlandbewirtschaftung werden die Potenziale allerdings eher gering eingeschätzt, zudem sind die Auswirkungen auf die Landschaft aufgrund der geringen Reliefstruktur mit den Marschen, Mooren und Flussniederungen erheblich.“

Für Moor-Photovoltaikanlagen kämen nach dem EEG ausschließlich degenerierte landwirtschaftlich genutzte Moorböden infrage, erläutert die Kreisverwaltung. Voraussetzung sei dabei, dass die Flächen dauerhaft wiedervernässt werden.“ Aber: „Eine Wasserstandsanhebung ist insbesondere bei kleineren Flächen schwierig umzusetzen, ohne die Wasserverhältnisse der angrenzenden Flächen zu beeinflussen.“

Unabhängig vom EEG seien die Belange des Klima-, Natur, Grund- und Oberflächenwasser- und Bodenschutzes zu berücksichtigen: „Dadurch ergeben sich gegebenenfalls zusätzliche Anforderungen und Auflagen für die Planung, den Bau und den Betrieb der PV-Anlagen“, so die Leeraner Kreisverwaltung. „Grundsätzlich können auf Moorböden zum Beispiel im Hinblick auf den Arten- und Biotopschutz hohe Wertigkeiten vorhanden sein. Die Potenziale für Freiflächen-PV auf Moorböden sind daher nach hiesiger Einschätzung begrenzt.“

Weiter heißt es aus dem Leeraner Kreishaus: „Die Umsetzung von Parkplatz-PV wird begrüßt, da dies dazu beiträgt, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Die Errichtung von PV-Anlagen kann zudem zu Synergieeffekten führen: Verschattung und die Möglichkeit den erzeugten Strom beispielsweise für die Elektromobilität direkt zu nutzen.“

Welche Photovoltaik-Potenziale sehen andere ostfriesische Verwaltungen?

Die Kreisverwaltungen in Aurich und Wittmund haben mitgeteilt, dass sie die Potenziale in ihrem Zuständigkeitsbereich nicht einschätzen könnten. Die Stadtverwaltung Leer hält das Potenzial für „schwer einschätzbar“. Aber: „Im Stadtgebiet sehen wir aber – speziell was Parkplatz-PV auf privaten Flächen betrifft – durchaus einige Grundstücke, die sich aus unserer Sicht eignen würden.“

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