Marodes Bauwerk in Leer Neubau der Ledabrücke rückt näher
Die Ledabrücke ist marode und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Erste Vorbereitungen finden kommende Woche statt.
Leer - Die marode Ledabrücke bei Leer im Verlauf der Bundesstraße 70 muss erneuert werden. Der tatsächliche Beginn der Arbeiten hatte sich allerdings in der Vergangenheit immer wieder verzögert. Nun werden in der kommenden Woche die ersten Vorbereitungen für den Neubau der Brücke sichtbar, wie Johannes Booken, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Aurich, im Gespräch mit dieser Zeitung sagte.
Was und warum
Darum geht es: Lange ist schon klar, dass die Ledabrücke neu gebaut werden muss. Das ist der aktuelle Stand.
Vor allem interessant für: alle, die die Strecke regelmäßig befahren
Deshalb berichten wir: Im Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Handwerk, Digitalisierung und Tourismus wurde vorgestellt, wie weit man gerade ist. Die Autorin erreichen Sie unter: r.heinig@zgo.de
Aktuell strebe die Behörde einen Baustart im kommenden Jahr an. „Wir sind optimistisch, dass es gut läuft. Der Planfeststellungsbeschluss erscheint sehr nahe“, verkündete Frank Buchholz, Geschäftsbereichsleiter der NLStBV in Aurich, bei der vergangenen Sitzung des Leeraner Kreistagsausschusses für Wirtschaft, Handwerk, Digitalisierung und Tourismus. Nur die wasserrechtliche Genehmigung fehle für das Verfahren noch, der Antrag hierfür sei bereits gestellt.
Erste Bautätigkeiten kommende Woche sichtbar
So finden an der Ledabrücke in der kommenden Woche erste Vermessungsarbeiten für die Planung statt. Außerdem werden rund 14.000 Kubikmeter Sand aufgefahren und ein Teil des Baufeldes gerodet.
Vor eine große Herausforderung stelle die Planer der „schlechte Untergrund in Ostfriesland“, so Buchholz. Dieser habe zur Folge, dass eine tiefe Pfahlgründung notwendig sei. Dabei werden Pfähle in den Baugrund gebohrt, bis eine ausreichend tragfähige Bodenschicht erreicht ist. Wie der Untergrund bei der Ledabrücke reagiert und wie lang die Pfähle sein müssen, sollen ebenfalls in der kommenden Woche Bohrungen an der Nordseite mit einem 44 Meter langen Probepfahl ergeben.
Projekt hat höchste Priorität
Diese vorbereitenden Maßnahmen seien „noch nicht der lang ersehnte Neubau“, so Buchholz, aber ein notwendiger Schritt, um nach Planfeststellungsbeschluss möglichst schnell in die Ausschreibung gehen zu können. Zeit zu sparen, indem man das Planfeststellungsverfahren und die Ausschreibung parallel laufen lässt, sei indes nicht möglich, erklärte er: „Ausschreiben dürfen wir erst nach dem Beschluss.“
Die vorliegenden Unterlagen für die Planfeststellungen würden aktuell bereits geprüft, versicherte Landrat Matthias Groote (SPD). „Wir sind da sehr genau, um mögliche Klagen und damit weitere Verzögerungen auszuschließen“, sagte er. Alle Beteiligten hätten großes Interesse daran, dass die Brücke möglichst schnell gebaut wird. „Das Projekt hat absolute Priorität, ohne Wenn und Aber. Alle anderen Projekte kommen danach“, betonte er im Ausschuss.
Einschränkungen für den Verkehr
Der aktuelle Zeitplan sehe vor, die neue Ledabrücke bis 2028 zu eröffnen, so Buchholz. Ob dies einzuhalten sei, hängt von mehreren Faktoren ab. Einer davon: Da der Wasserstand nur dann hoch genug ist, könne der Brückenkörper ausschließlich im August und September eingeschwommen werden. „Wird dieser Zeitpunkt verpasst, verschiebt sich alles direkt um ein Jahr“, sagte Buchholz.
Für die Autofahrer bliebe die Brücke die meiste Zeit der Bauarbeiten geöffnet, versichert Buchholz. „Wir sind uns der Bedeutung der Strecke – gerade für Pendler – bewusst“, sagte er. Ganz ohne Einschränkungen kämen die Arbeiten jedoch nicht aus. Gegen Ende müsse die Strecke nach aktuellem Stand für etwa zwei Wochen voll gesperrt werden, um die Übergänge fertigzustellen.
Eine Neuerung gibt es zudem für den Schwerlastverkehr über 12,5 Tonnen. Die bisherige Brücke bliebe für entsprechende Fahrzeuge zwar weiter gesperrt, entscheidend sei aber nicht mehr das tatsächliche, sondern das zulässige Gesamtgewicht. Obwohl die schweren Lkws und landwirtschaftlichen Fahrzeuge für die größten Schäden an dem Bau sorgen, sei die Begrenzung von vielen missachtet worden, bedauert Buchholz. Die neue Regelung solle es nun der Polizei einfacher machen, Kontrollen durchzuführen, erklärte er. „Wir wollen nicht, dass wir irgendwann gar keine Lkws mehr drüber lassen fahren dürfen, weil einige schwarze Schafe sich nicht dran halten“, so Buchholz. Denn das würde die Wirtschaft in der Region noch mehr einschränken, als ohnehin schon.
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