Verein sendet Hilferuf Steht das Tierheim in Stapelmoor vor dem Aus?
Die Lage ist ernst. Der Tierschutz Rheiderland braucht dringend eine Finanzspritze von den Rheiderland-Kommunen. Grund sind nicht nur gestiegene Energie- und Tierarztkosten. Es geht auch ums Personal.
Rheiderland - Der Hilferuf vom Tierschutz Rheiderland ist nicht zu überhören. Der Verein steckt in den Miesen. „Nicht nur die Futter- und Heizkosten sind gestiegen“, sagt die erste Vorsitzende Iris Holzapfel, die gleichzeitig auch das Tierheim in Stapelmoor leitet. Durch die neue Gebührenordnung seien vor allem die Tierarztkosten immens angestiegen. Im September hat die Vorsitzende daher die Reißleine gezogen und bei den Rheiderland-Kommunen einen Antrag gestellt, die finanzielle Unterstützung aufzustocken.
Was und warum
Darum geht es: Der Tierschutz Rheiderland, der im Auftrag der Rheiderland-Kommunen das Tierheim Stapelmoor betreibt, braucht dringend mehr Geld.
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Deshalb berichten wir: Der Tierschutzverein hat einen Antrag an die Kommunen gestellt. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Zum Hintergrund: Die Aufnahme und Betreuung von Fundtieren zählt eigentlich zu den Pflichtaufgaben der Kommunen. Die Gemeinden Bunde und Jemgum sowie die Städte Weener und Papenburg haben diese Aufgabe vertraglich an den Tierschutz Rheiderland übertragen, der in ihrem Auftrag das Tierheim in Stapelmoor betreibt. „Die Kommunen zahlen dafür eine Pauschale pro Einwohner“, erklärt Weeners Bürgermeister Heiko Abbas. Die Stadt zahlt rund 50.000 Euro jährlich. Die letzte Erhöhung fand im Jahr 2015 statt. Die Einwohnerpauschale wurde damals von 1,38 auf 3,24 Euro erhöht. „Die Stadt Weener und die übrigen Kommunen müssen für die Unterbringung von Fundtieren die hierfür angemessenen Kosten tragen“, so Abbas. Dafür sei eine nachvollziehbare Berechnungsgrundlage entscheidend. Die sei nötig, um entscheiden zu können, wie etwaige Kostensteigerungen kompensiert werden können.
Mehr Geld aus Jemgum
In der Gemeinde Jemgum ist man schon einen Schritt weiter. „Wir haben bereits für 2024 eine höhere Pro-Kopf-Pauschale in den Haushalt eingeplant“, teilt Bürgermeister Hans-Peter Heikens mit. „Die Verhandlungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, da wir aber jetzt mit den Haushaltsberatungen begonnen haben, wollten wir schonmal im Vorgriff auf eine mögliche Erhöhung ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung haben“, so der Verwaltungschef weiter. 2023 lag der Beitrag der Gemeinde Jemgum bei 17.500 Euro. Im kommenden Jahr sind laut Heikens 25.000 Euro vorgesehen.
So hoch ist auch der Anteil, den die Gemeinde Bunde aktuell an den Tierschutz Rheiderland zahlt. „Wie Weener und Jemgum übernehmen auch wir die Zins- und Tilgungsleistungen für die Finanzierung des Tierheimgebäudes sowie einen jährlichen Mitgliedsbeitrag“, so der Bunder Bürgermeister Uwe Sap. „Ich persönlich gehe von einer Erhöhung aus, da es überall zu Kostensteigerungen gekommen ist.“ Um eine genaue Beurteilung treffen zu können, brauche man konkrete Zahlen. „Die Stadt Weener ist hier die federführende Kommune und wir werden uns gemeinsam abstimmen“, so Sap.
Neue Mitarbeiter gesucht
Der Tierschutz Rheiderland nimmt auch Fundtiere aus dem Papenburger Bereich auf. „Die Stadt zahlt eine jährliche Pauschale von 70.000 Euro“, sagt Pressesprecher Felix Voigt. Aktuell werde eine Zuschusserhöhung geprüft. „Eine politische Beratung erfolgt im Zuge der Haushaltsaufstellung 2024“, so der Pressesprecher weiter. Die Stadt Papenburg habe im Jahr 2006 den Bau des Hundehauses des Tierheims maßgeblich bezuschusst und zahlt darüber hinaus Zuschüsse für die Kastration von Haltern, die in Papenburg wohnen.
Nach den Worten der Tierheimleiterin Iris Holzapfel sei eine Erhöhung der Zuschüsse aber nicht nur aufgrund der allgemein gestiegenen Futter-, Energie- und Tierarztkosten dringend erforderlich. Das Tierheim braucht dringend personelle Unterstützung und hat in den Tageszeitungen und den sozialen Medien eine 40-Stunden-Vollzeitstelle ausgeschrieben. „Mit Mindestlohn kann man niemanden hinterm Ofen vorlocken. Nur von Idealismus kann niemand leben“, so Holzapfel. Die Chancen, Mitarbeiter zu finden, würden nach ihren Worten steigen, wenn der Verein entsprechende Löhne zahlen könnte.