Unternehmen prüft Pläne  Bald Wasserstoff-Flugzeug-Fabrik bei Groningen?

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 08.11.2023 07:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Flughafen Groningen-Eelde könnte bis 2035 eine Fabrik für Wasserstoff-Flugzeuge entstehen. Foto: ANP/Imago Images
Am Flughafen Groningen-Eelde könnte bis 2035 eine Fabrik für Wasserstoff-Flugzeuge entstehen. Foto: ANP/Imago Images
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Flugzeuge, die mit Wasserstoff fliegen, sind bisher Zukunftsmusik. Fokker Next Gen will sie aber in einigen Jahren womöglich in der Nähe von Groningen bauen.

Groningen/Drenthe - Der Flugzeugbauer Fokker Next Gen will in einigen Jahren womöglich am Flughafen Groningen-Eelde Maschinen mit Wasserstoffantrieb bauen. Die entsprechenden Überlegungen stellte das Unternehmen am Dienstag vor, wie niederländische Medien übereinstimmend berichteten. Fokker verfolge das Ziel, bis 2035 ein Wasserstoff-Flugzeug zur Serienreife zu bringen und dann etwa 150 Exemplare pro Jahr zu fertigen – und zwar die Hälfte davon in den Niederlanden, wie etwa das „Dagblad van het Noorden“ und RTV Noord berichteten. Ob der Flughafen südlich von Groningen dafür der richtige Standort ist, sei aber noch nicht sicher. Die Errichtung einer Fabrik werde allerdings geprüft, heißt es.

Kontakte zum Airport Groningen-Eelde hat Fokker Next Gen jedenfalls bereits: Erst Mitte Oktober hatte das Unternehmen dort als einer von 15 Partnern eine Absichtserklärung zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur unterzeichnet, wie Fokker auf seiner Webseite mitteilte. Zu den Partnern zählt auch die niederländische Provinz Drenthe, auf deren Boden der Flughafen liegt. „Unser Airport ist mit seinem Schwerpunkt auf Innovation und Nachhaltigkeit sehr wichtig für die Energiewende in der Region und dafür, die Luftfahrt nachhaltiger zu machen“, sagte laut Mitteilung Jisse Otter als Mitglied der Provinzregierung.

Hunderte neue Arbeitsplätze könnten bei Groningen entstehen

Profitieren soll die Region rund um Groningen aber auch wirtschaftlich, etwa durch neue Arbeitsplätze. Fokker Next Gen erwartet laut Medienberichten, dass das Unternehmen bis 2035 durch die Produktion von Wasserstoffflugzeugen sein Personal auf bis zu 1900 Beschäftigte aufstocken könnte. Wie viele Stellen hierbei in Eelde entstehen könnten, sei noch unklar. „Aber wir suchen geschultes Personal in der Region“, sagte ein Unternehmenssprecher dem „Dagblad van het Noorden“. Und auch beim Flughafen kommen die Pläne gut an: Dessen Chef Meiltje de Groot sagte der Zeitung, dass es gut für die Niederlande und die Region um Groningen sei, wenn sich mehr Industrie ansiedle – „nicht nur für die Beschäftigung, sondern auch für die Ausbildung“. So biete das Fokker-Projekt etwa auch große Möglichkeiten für die Universität.

Derzeit steckt das Projekt Wasserstoff-Flugzeug noch in den Kinderschuhen: Fokker Next Gen – ein Nachfolgeunternehmen des 1912 in Berlin gegründeten, nach dem Ersten Weltkrieg aber in die Niederlande überführten Flugzeugbauers Fokker – arbeitet nach eigenen Angaben derzeit noch an einem Prototyp auf Basis der Fokker 100. Dieser Flugzeugtyp war seit Ende der 1980er Jahre bereits von den ursprünglichen Fokker-Werken, die 1996 insolvent gingen, gefertigt worden. Für einen ersten Testflug abheben soll die auf Wasserstoff umgerüstete Fokker 100 allerdings erst im Jahr 2028, wie Fokker Next Gen auf seiner Webseite schreibt. Auf Basis der dabei gewonnen Daten solle dann ein neuer Prototyp entwickelt werden, der nach Unternehmensplänen erstmals 2033 abheben soll. Ein Serienmodell solle dann ab 2035 an die Kunden ausgeliefert werden.

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