Gespräche ziehen sich  Was ist jetzt eigentlich mit der neuen Emder Rettungswache?

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 07.11.2023 16:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hier an der Petkumer Straße soll die neue Rettungswache entstehen. Bislang ist aber nichts passiert - nur von dem Schild, auf dem die Pläne mal dargestellt wurden, waren Ende 2022 allein die Holzpfosten noch da. Heute steht dort nichts mehr. Foto: F. Doden/Archiv
Hier an der Petkumer Straße soll die neue Rettungswache entstehen. Bislang ist aber nichts passiert - nur von dem Schild, auf dem die Pläne mal dargestellt wurden, waren Ende 2022 allein die Holzpfosten noch da. Heute steht dort nichts mehr. Foto: F. Doden/Archiv
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Eigentlich hätte schon im Sommer die Grundstücksübernahme der Stadt erledigt sein sollen. Doch die Gespräche und Planungen ziehen sich. Was ist da los?

Emden - Holger Rodiek war davon ausgegangen, dass im August schon der Grundstückskaufvertrag mit der Stadt Emden unter Dach und Fach wäre. Das sagte er im Juli dieser Zeitung. Doch auch heute sitzen die Unterschriften nicht für das Grundstück an der Petkumer Straße, auf dem die neue Rettungswache entstehen soll. Holger Rodiek war Geschäftsführer des privaten Rettungsdienstes RKSH. Dieser hatte Anfang des Jahres die Rettungssparte an die Stadt abgegeben. Die Wache zog im Sommer von den Räumlichkeiten des RKSH an der Wolthuser Straße provisorisch an den Nordkai ins Gründerinnen-Zentrum (EGZ).

„Es gibt von Seiten der Stadt immer noch eine klare Absichtserklärung zum beabsichtigten Bau der zweiten Rettungswache“, schreibt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage dieser Zeitung. Die erste Rettungswache befindet sich im Emder Stadtteil Barenburg am Krankenhaus. „Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Neuigkeiten, die nicht schon kommuniziert wurden“, ergänzt er. Die Planungen und Gespräche würden weiterhin laufen. „Dies bleibt abzuwarten.“

Die neue Wache wird schon seit Jahren geplant

Warum sich die Verhandlungen so in die Länge ziehen, ist unklar. Klar ist: Selbst nach Unterzeichnung kann der Bau, den Holger Rodiek schon seit mindestens 2016 anstrebte und lange mit den Krankenkassen um die Gestaltung sowie Finanzierung rang, nicht einfach so starten. Denn: Die Stadt müsste sich zunächst darum kümmern, dass Bodensondierungen auf dem während des Zweiten Weltkriegs wohl zigfach von Bombern überflogenen Grundstücks in Hafennähe durchgeführt werden.

So soll die Rettungswache mal aussehen. Grafik: RKSH
So soll die Rettungswache mal aussehen. Grafik: RKSH

Holger Rodiek hatte vor der Übernahme des Rettungsdienstes durch die Stadt von großen Problemen gesprochen, eine der wenigen auf Bombensondierungen spezialisierten Firmen in Deutschland für das Grundstück zu finden. Wie schnell das der Stadt gelingt, die noch einmal mehr bürokratischen Aufwand betreiben muss, als der private RKSH, ist offen.

Kosten könnten seit Planungsbeginn gestiegen sein

Immerhin: Die Bauzeichnung und Baugenehmigung lägen schon vor, sagte Rodiek im Juli. Die Krankenkassen, die den Bau der Rettungswache finanzieren, hatten den Kosten schon zugestimmt. Allerdings: Diese könnten noch einmal steigen, meinte Holger Rodiek damals. Die Stadt müsse nämlich – anders als der RKSH – die Arbeiten europaweit ausschreiben. Das könnte nicht nur den Prozess verlangsamen, sondern auch verteuern.

Die Stadt zeigte sich im Mai optimistisch: „Für die neue Rettungswache gehen wir einschließlich aller vorbereitenden Maßnahmen von einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren aus“, hieß es. Die Nachfrage zum aktuellen Zeitplan beantwortet die Stadt nicht.

Nur so viel: Perspektivisch soll in den Räumlichkeiten, in denen jetzt die Rettungswache ist, städtische Werkstätten etwa vom Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) und dem Gebäudemanagement (GME) zusammengelegt werden. Eine Überschneidung, also Doppelnutzung, soll es nicht geben. Die räumliche Zusammenlegung der Werkstätten wird also warten müssen.

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