Hamburg  Vegane Alternativen statt Fleisch? Speiseplan der Bundeswehr soll überarbeitet werden

Lorena Dreusicke, Thomas Ludwig, Jakob Patzke
|
Von Lorena Dreusicke, Thomas Ludwig, Jakob Patzke
| 03.11.2023 12:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Speiseplan der Bundeswehr soll umstrukturiert werden. Foto: imago images/Panama Pictures
Der Speiseplan der Bundeswehr soll umstrukturiert werden. Foto: imago images/Panama Pictures
Artikel teilen:

Die Truppen der Bundeswehr müssen sich offenbar auf einen neuen Speiseplan einstellen. Das Verpflegungsamt plant eine Neustrukturierung des Angebots. Das sind die Details.

Das Verpflegungsamt der Bundeswehr will die Speisepläne für die Truppen zum 1. Januar 2024 umstrukturieren. Das geht aus einer internen Mitteilung hervor, die zunächst der „Bild“-Zeitung vorlag. Demnach sei das bisherige Essen zu teuer und nicht nachhaltig genug.

In der Nachricht heißt es unter anderem: „Um der Preisdynamik des Marktes Rechnung zu tragen, aber auch aus Gründen der Nachhaltigkeit, streben wir eine konzeptionelle Reduzierung unseres Warenkorbes an.“ Neben den Kostengründen seien auch „wandelnde Essgewohnheiten“ Grund für die Änderungen.

Weiterlesen: Hier wird gegessen, was auf den Tisch kommt: Das Verpflegungsamt der Bundeswehr

Von der Maßnahme betroffen seien demnach unter anderem Rind- und Lammfleischprodukte, tiefgekühlter Fisch und frisches Obst. Neben Alternativen wie Geflügel- und Schweinefleisch sollen auch vegetarische und vegane Fleischersatzprodukte auf den Speiseplan kommen. Frische Fischgerichte sollen nur noch einmal pro Woche angeboten werden.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte das Bundesverteidigungsministerium, dass „weder Rationierungen noch Streichungen von Lebensmitteln vorgesehen“ seien. „Die Leistungsfähigkeit unserer Soldatinnen und Soldaten ist für uns von entscheidender Bedeutung und spiegelt sich in unserem bedarfsgerechten, gesunden und abwechslungsreichen Verpflegungsangebot wieder“, so eine Sprecherin.

Die Verpflegungspläne der Bundeswehr würden fortlaufend überprüft und optimiert werden. „Richtungsgebend sind dabei neben den sich wandelnden Essgewohnheiten, der Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung“, erklärte das Ministerium weiter. Kostengründe allein würden diese Entscheidung nicht prägen.

In einer Mitteilung vom Freitagabend betonte das Ministerium, noch sei über „eine Neuausrichtung der Verpflegung“ nicht final entschieden worden. „Fest steht: Unsere Soldatinnen und Soldaten werden auch weiterhin ein umfangreiches Speisenangebot vorfinden, aus dem sie sich ihre Mahlzeiten individuell zusammenstellen können.“

Der Deutsche Bauernverband warnt vor einer Umstellung auf eine rein pflanzliche Bewirtung. „Ohne vernünftige Verpflegung der Truppe verlieren wir die Verteidigungsfähigkeit – dazu gehören auch Rind- und Lammfleisch, Fisch und Obst“, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied unserer Redaktion.

Ähnliche Artikel