Schleswig-Holstein Generation Krise: Neue Studie mit 68 Millionen Menschen unter 40 Jahren
„Eine Welt“: Viele junge Europäer sind von Kriegen und Krisen verunsichert, haben kein Vertrauen in den Markt und zögern beim Kinderkriegen. Das besagt zumindest eine neue Studie, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Ländern festgemacht hat. Ausgerechnet beim vermeintlich hoffnungslosen Thema Klima erwacht allerdings der Optimismus der Jugend.
Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Wir Menschen lieben Party und Protest, wollen die Erde retten und trotzdem online shoppen. Dabei setzen wir den Planeten in Brand. Die Klimakrise ist DAS Thema unserer Zeit. Miriam Scharlibbe legt den Finger in die Wunde und schaut dorthin, wo es wehtut: in den Spiegel. Sie kritisiert Verschwendung und Verwerfungen des Kapitalismus, Gedankenlosigkeit und mangelnde Nachhaltigkeit – und hadert dabei ständig mit sich selbst.
Im Verhältnis der Generationen ist einiges ins Rutschen gekommen. Wenn wir vor einigen Jahren über den sogenannten Generationenkonflikt sprachen, war klar, was gemeint ist: Jung gegen Alt. Inzwischen spotten aber auch 35-Jährige gerne über “die Jugend von heute” und fühlen sich gar nicht schlecht, wenn sie sich dabei anhören, wie ihre eigenen Großeltern.
Ziel der Lästereien ist meistens ein Kollege, Mitarbeiter, Neffe oder Kind eines Freundes, in der Regel Anfang 20 und damit Angehöriger der Generation Z. Diese Altersgruppe zeichnet sich nach Überzeugung vieler dadurch aus, dass sie am liebsten Teilzeit, natürlich im Homeoffice oder mindestens mit Bürohund für ein doppeltes Gehalt am besten gar keine Leistung vollbringen möchte. Überstunden und Engagement seien für diese jungen Männer und Frauen Fremdwörter.
Im Gegenzug schimpfen die Berufsanfänger des Jahres 2023 über die rückständige Arbeitswelt, die Individualität unterdrückt, anstatt das Potenzial Einzelner zu erkennen und auch im eigenen wirtschaftlichen Interesse zu fördern.
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte. Zumindest das so gerne zur Schau getragene Selbstbewusstsein der jungen Generation scheint bei näherer Betrachtung aber nicht sehr belastbar zu sein.
Die Klimakrise, Krieg, Ungleichheit: Europas Jugend sorgt sich um ihre Zukunft. Das ist die Kernaussage der ersten Next-Generations-Engagement-Studie der Allianz Foundation, in der der gleichnamige Versicherungskonzern vor einigen Monaten seine Umwelt- und seine Kulturstiftung zusammengebracht hat. Die Autoren warnen vor den Folgen für und durch eine gefrustete Generation und sehen dennoch Hoffnung. Denn fast die Hälfte der Befragten sei bereit, sich stärker zu engagieren – vor allem für das Klima.
Die Studie hat die gut 68 Millionen Menschen, die jünger sind als 40 Jahre und in Großbritannien, Polen, Italien, Deutschland und Griechenland leben, in den Blick genommen. Viele kennen seit ihrer Jugend praktisch nichts als Krisen. Auch die Vorgänger der Generation Z sind darunter, die Generation Y und sogenannte Millennials. Eine große, bunte Gruppe.
Für die Studie mit dem Titel “The movers of tomorrow?” (Deutsch etwa: Die Antreiber von morgen) wurden mit 10.000 Teilnehmern und 312 Fragen untersucht, wie junge Europäer heute auf ihre Gesellschaften und in die Zukunft blicken. Das Ergebnis ist an vielen Stellen ernüchternd: Die Jugend ist konservativer als gedacht und ihr Misstrauen in Medien größer, als befürchtet. Sie ordnen sich politisch mehrheitlich in der Mitte ein, sind aber offen für rechte Ideologien.
Gleichzeitig ist Deutschland neben Großbritannien das einzige der fünf Länder, in dem junge Menschen der eigenen Regierung viel mehr Vertrauen schenken (48 Prozent) als der EU und internationalen Institutionen (38, respektive 32 Prozent).
Die Macher der Studie, an der auch Deutschlands wohl bekanntester Jugendforscher Klaus Hurrelmann beteiligt war, sehen Handlungsansätze für die Politik. Man merke anhand der Studie, dass diese Generation will, dass sich etwas zum Guten hin verändert. Sie wisse nur oft nicht wie. Viele seien bereit, sich individuell einzubringen. Eine Mehrheit sage, dass sie ihr Konsumverhalten für den Klimaschutz bereits angepasst hätten, viele seien zu weiteren Einschritten bereit. Aber es fehle an Vorstellungen, was man abseits der individuellen Ebene noch tun könnte.
Vielleicht ist das der Moment – zumal zu einer Zeit, in der sich prominente Klimabewegungen wie Fridays for Future politisch verheddern – endlich Angebote zu machen, die über die Idee, in eine verstaubte Partei einzutreten, hinausgehen.