Gewerbe in Aurich  Stadt will Erfolgsgeschichte in Schirum fortsetzen

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 01.11.2023 08:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Gewerbegebiet Schirum IV wird derzeit noch gebaut. Fotos: Boschbach
Im Gewerbegebiet Schirum IV wird derzeit noch gebaut. Fotos: Boschbach
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Schirum IV ist so gut wie ausverkauft. Die Stadt ist dabei, ein neues Gebiet im Westen des Ortsteils zu erwerben. Bis es so weit ist, hält die Politik Alternativen vor.

Aurich - „Schirum ist unsere neue Heimat“, steht in großen Lettern auf einem Banner, das derzeit vor der Halle von Stahlbau Oltmanns im Gewerbegebiet Schirum IV aufgespannt ist. „Stärker und größer denn je“ wirbt die Firma weiter für sich. Erst im Juli ist die Oltmanns GmbH Schlosserei & Stahlbau in die Alte Molkereistraße umgezogen. Mehr als 30 Jahre lang war der Betrieb in Riepe ansässig. „Dort gab es keine Erweiterungsmöglichkeit für uns“, sagte Inhaber Holger Bruns zu den Beweggründen für den Umzug der Firma, die Brücken, Krananlagen und Hallenkonstruktionen, aber auch Geländer, Balkone oder Carports baut. Der Firmenchef erklärte im Gespräch mit der Redaktion, dass er im vergangenen Jahr froh gewesen sei, ein Grundstück im Gewerbegebiet Schirum IV erwerben zu können.

Doch mittlerweile wird es auch dort eng. „Es stehen nur noch ein paar Restflächen zum Verkauf bereit“, sagt CDU-Ratsherr Bodo Bargmann. Wenn die veräußert sind, gibt es im Süden von Aurich für Betriebe derzeit keine Ansiedlungsmöglichkeit mehr. Deshalb drängen einige Fraktionen seit Jahren darauf, dort neue Flächen zu erschließen. Sie grenzen westlich an Schirum IV an und gehören einigen Landwirten. „Für den Erwerb sind im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr 400.000 Euro eingestellt“, so Bodo Bargmann. Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) räumte auf Anfrage der Redaktion ein, dass bereits Gespräche mit Eigentümern wegen eines möglichen Verkaufs geführt worden seien. Aber: „Noch ist nichts spruchreif.“ Solche Verhandlungen gelten als heikle Angelegenheiten. Fingerspitzengefühl ist erforderlich. Oft ist auch die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) im Spiel. Die verwaltet einen sogenannten Flächenpool, ein Kataster von Grundstücken, das auch im Fall eines Tausches von Grundstücken interessant sein könnte.

Es gibt Alternativen zu Schirum

An der Segelmacherstraße lässt sich bald ein Großefehntjer Unternehmen nieder, das Maschinen zur Kunststoffherstellung produziert.
An der Segelmacherstraße lässt sich bald ein Großefehntjer Unternehmen nieder, das Maschinen zur Kunststoffherstellung produziert.
Erst wenn man die Stadt das Land erworben habe, könnten die Planungen erfolgen, so Bargmann. Das heißt, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Bis sich dort wirklich ein Unternehmen ansiedeln kann, können bis zu drei Jahre ins Land gehen, weil die Planung aufwendig ist. Welches Angebot kann die Stadt in der Zwischenzeit ansiedlungswilligen Unternehmen machen? Müssen die auch in andere Städte oder Gemeinden ziehen, wie dies bei Holger Bruns der Fall war? Bodo Bargmann verneint. Der CDU-Ratsherr verweist darauf, dass es in anderen Gewerbegebieten der Stadt noch Flächen gebe, die bebaut werden könnten. Das gelte etwa für Sandhorst, wo eine Fläche an der Dornumer Straße bereits für einen möglichen Bahnausbau gekauft worden war. Die ließe sich rasch umwidmen. Auch in Middels könnten Interessenten fündig werden.
Der Bau an der Segelmacherstraße ist schon relativ weit fortgeschritten.
Der Bau an der Segelmacherstraße ist schon relativ weit fortgeschritten.

Außerdem verwies Bodo Bargmann darauf, dass sich in Schirum I am Tjüchkampweg unter Umständen noch Ansiedlungsmöglichkeiten ergeben können. Dort will die Kunststoffrecycling-Firma B-Plast 2000 ihr bisher acht Hektar großes Areal noch mal erweitern. Die dafür erforderlich Fläche hat B-Plast-Chef Theo Bohlen bereits von einem Landwirt erworben. Der wollte nicht lediglich nur die Teilfläche veräußern, die der Unternehmer benötigt hätte, sondern sein komplettes Flurstück. „So wie ich es herausgehört habe, soll die Fläche nicht alleine B-Plast zur Verfügung stehen“, sagte Bodo Bargmann. Im Sommer hatte der Rat grünes Licht für eine Änderung des Bebauungsplans (B-Plan) und des Flächennutzungsplans gegeben. Schirum gilt allgemein als Erfolgsgeschichte. Auf dem 71 Hektar großen Areal haben sich in fast 25 Jahren 130 Firmen niedergelassen. Das Gewerbegebiet ist vom ehemaligen Ersten Stadtrat Hardwig Kuiper offensiv vermarktet worden.

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