Deutschland So sieht der Immobilienmarkt in Deutschland im Europa-Vergleich aus
Während in einigen Ländern die Preise für Immobilien im vergangenen Jahr weiter gestiegen sind, sinken sie in Deutschland. Dennoch bedeutet das keine Entspannung am Wohnungsmarkt, denn auch die schwindende Kaufkraft setzt den Interessenten europaweit zu.
Die Mietpreise steigen in vielen Regionen in Deutschland - besonders in den Städten. Doch entgegen dieser Entwicklung gehen die Immobilienpreise in Deutschland zurück. Das zeigt eine europäische Analyse in insgesamt sieben europäischen Ländern.
Doch die Untersuchung des „AVIV Housing Market Report“ zeigt auch: Obwohl die Preise in Deutschland sinken, können sich Käufer weniger Wohnfläche leisten als noch vor anderthalb Jahren. In anderen europäischen Staaten ist die Lage noch drastischer.
In insgesamt drei der sieben untersuchten Länder gab es im Vergleich zu Anfang 2022 Preissenkungen. Am stärksten sind die Preise in Deutschland gesunken. Hier fielen die Kosten für eine Immobilie um knapp sechs Prozent. Auch in Frankreich und Luxemburg sind die Immobilienpreise etwas gesunken.
Gerade in südeuropäischen Ländern haben die Preise für Immobilien dagegen stark angezogen. Davon sind Italien, Portugal, aber auch Belgien betroffen. Am deutlichsten ist der Preisanstieg in Spanien zu spüren: Hier kostet eine Immobilie im Schnitt 7,2 Prozent mehr als noch 2022.
Trotz der sinkenden Preise hierzulande ist das Wohnen in Deutschland immer noch deutlich teurer als in Spanien, Italien und Belgien. In diesen Ländern liegen die Quadratmeterpreise und Durchschnittsgehälter der Untersuchung zufolge in einem günstigeren Verhältnis. Zahlt man in Spanien für einen Quadratmeter knapp 2.000 Euro, sind es in Deutschland 3.073 Euro.
In Portugal beispielsweise leiden die Menschen unter ausländischen Investoren. Auch hier haben sich die Preise um 5,6 Prozent erhöht. Die, gerade im europäischen Vergleich, günstigen Preise und Initiativen der portugiesischen Regierung, die im Zuge der Finanzkrise 2008 aufgestellt wurden, locken daher ausländische Investoren an.
So öffnet sich die Schere zwischen Einkommen und Immobilienpreisen in dem Land, da viel ausländisches Kapital genutzt wird. Dadurch ist der Immobilienkauf in Portugal trotz niedrigerer Preise schwerer zu stemmen als in Deutschland.
Lesen Sie hier einen Kommenar zu der aktuellen Wohnungslage:
Trotz zuletzt sich stabilisierender Bauzinsen sind diese mit 4 Prozent noch immer hoch. Dadurch werde potenziellen Käufern der Erwerb des eigenen Hauses noch erschwert, urteilen die Analysten. Das wirkt sich auch darauf aus, wie groß die Wohnfläche sein kann, die sich Käufer leisten können. Durch die hohen Zinsen und die insgesamt gesunkene Kaufkraft kann sich ein Zweipersonenhaushalt ohne Kinder in allen Ländern weniger Wohnfläche leisten als noch 2022.
Konnte sich dieser Haushalt damals im Durchschnitt noch eine 69 Quadratmeter große Wohnung leisten, sind es heute nur noch 58 Quadratmeter – also 11 Quadratmeter weniger Wohnfläche. Noch weniger Wohnfläche können sich Menschen in Belgien leisten. Hier ist die Wohnfläche, die sich der Zweipersonenhaushalt leisten könnte, um bis zu 25 Quadratmeter gesunken.