Italiener widerspricht Gerüchten  Gastronom Santino will Emden nicht den Rücken kehren

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 27.10.2023 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der italienische Gastronom Santino la Tona will sich neben seiner „Bottega“ auf sein Restaurant „La Cucina di Santino“ konzentrieren. Foto: Päschel/Archiv
Der italienische Gastronom Santino la Tona will sich neben seiner „Bottega“ auf sein Restaurant „La Cucina di Santino“ konzentrieren. Foto: Päschel/Archiv
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Der italienische Gastronom Santino la Tona hat sein kleines Restaurant-Imperium am Neuen Markt in Emden verkleinert. Der 51-Jährige will sich zunächst auf zwei gut gehende Lokale konzentrieren.

Emden - Der bekannte Emder Gastronom Santino la Tona hat Gerüchten widersprochen, er wolle sich aus der Stadt zurückziehen. „Ich bleibe in Emden“, sagte der Italiener dieser Zeitung auf Nachfrage. Die Gerüchte waren entstanden, weil la Tona sein kleines Gastronomie-Imperium am Neuen Markt im Zentrum von Emden inzwischen verkleinert hat. Der 51-Jährige schloss in diesem Jahr zwei seiner zuletzt vier Lokale, die er seit 2014 aufgebaut hatte.

Was und warum

Darum geht es: um den italienischen Gastronom Santino la Tona, der sein kleines Imperium in Emden inzwischen verkleinert hat

Vor allem interessant für: alle, die in Emden gerne essen gehen, die italienische Küche und Lebensart mögen

Deshalb berichten wir: Der Gastronom hat in diesem Jahr zwei seiner zuvor vier Lokale am Neuen Markt geschlossen. Unsere Redaktion hat mit ihm über die Gründe gesprochen.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Zunächst hatte der Gastronom wegen Personalmangels seinen kleinen Pizza-Imbiss „Da Santino“ am Neuen Markt 7 zugemacht, mit dem er sich 2014 in Emden selbstständig gemacht hatte. Im Frühjahr folgte die Schließung seines „Casa della Pasta“ am Neuen Markt 11, das er erst im Sommer 2021 eröffnet hatte. Dieses auf Nudel-Gerichte spezialisierte Restaurant habe zuletzt die Erwartungen nicht mehr erfüllt, so la Tona gegenüber dieser Zeitung.

Das "Casa della Pasta" am Neuen ist schon seit geraumer Zeit geschlossen. Es gibt aber Interessenten für das Lokal. Foto: Hanssen
Das "Casa della Pasta" am Neuen ist schon seit geraumer Zeit geschlossen. Es gibt aber Interessenten für das Lokal. Foto: Hanssen

Kleiner Pizza-Imbiss war die Keimzelle

Der kleine Pizza-Imbiss „Da Santino“ war praktisch die Keimzelle der gastronomischen Kette von la Tona. Das Lokal mit wenigen Sitzgelegenheiten auf Barhockern erfreute sich rasch großer Beliebtheit. Die Qualität der Pizzen sprach sich herum. Aber auch durch die freundliche Art und Weise, wie er mit seinen Gästen umgeht, wurde der Betreiber populär. Heute gilt er als in Emden gut vernetzt. Er hat Verbindungen zu einflussreichen Kreisen der Stadt.

„Santino“, wie er in Emden nur genannt wird, war 1994 zum ersten Mal nach Emden gekommen. Damals arbeitete er zunächst in dem Restaurant „La Trattoria“ seines Landsmanns Michele Moscato am Neuen Markt, das seit 40 Jahren besteht und damit das älteste italienische Lokal in Emden ist. Später wechselte la Tona als junger Mann in die benachbarte Mini-Pizzeria, die damals noch unter dem Namen „Ciao Ciao“ ein Ableger des Restaurants „La Trattoria“ war. Dort buk er nicht nur Pizza, sondern war als Geschäftsführer auch wirtschaftlich verantwortlich.

Vor neun Jahren zog es ihn wieder nach Emden

1998 kehrte la Tona für längere Zeit in seine sizilianische Heimat zurück. Er besuchte eine Kochschule und eröffnete ein Restaurant mit mexikanischen Spezialitäten. Vor neun Jahren zog es ihn schließlich wieder nach Emden. Er gestaltete zunächst den kleinen Pizza-Imbiss nach seinen Vorstellungen um und erweiterte das Speisenangebot unter anderem um Pasta und Salate.

Der Gastronom Santino la Tona in seinem Element. Foto: Privat
Der Gastronom Santino la Tona in seinem Element. Foto: Privat

La Tona hat seine Keimzelle aber noch nicht ganz aufgegeben. Er will die Mini-Pizzeria nach Möglichkeit wiedereröffnen, falls er geeignetes und verlässliches Personal dafür findet. „Das wird aber immer schwieriger“, sagt der Gastronom. Er habe erlebt, dass Leute bei ihm angefangen haben und am nächsten Tag wieder weg seien. Sein Restaurant „Casa della Pasta“ will er aber nicht wiedereröffnen. Für dieses Lokal gebe es aber bereits Interessenten, die dort ebenfalls eine Gastronomie betreiben wollten.

Betreiber will wieder präsenter sein

Der Italiener will sich zunächst auf seine beiden noch bestehenden Läden konzentrieren und dort auch wieder persönlich mehr Präsenz zeigen. „Viele meiner Gäste wünschen sich das“, sagt la Tona. Das ist zum einen sein im Juni 2016 in einem ehemaligen Fotogeschäft eröffnetes und heute gut gehendes Bistro „La Bottega di Santino“ am Neuen Markt 1 und zum anderen das große italienische Restaurant „La Cucina di Santoni“, das der 51-Jährige seit dem August 2018 gemeinsam mit der Köchin Tindara D’Angelo im Hotel „Deutsches Haus“ am Neuen Markt 5 betreibt.

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